Frühzeitige Schulabgänger/innen IV

In der heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft ist der Erwerb eines Abschlusses auf der Sekundarstufe II eine Mindestanforderung, um Risiken auf dem Arbeitsmarkt (prekäre Erwerbsarbeit und Arbeitslosigkeit) zu minimieren. Gleichzeitig bilden solche Abschlüsse auf dieser Bildungsstufe eine Grundlage zur Teilnahme am Prozess des lebenslangen Lernens. Jugendliche, die ihre Ausbildung frühzeitig abbrechen – sei es aufgrund schulischen Misserfolgs oder aus Mangel an Motivation – stellen entsprechend eine potentielle Risikogruppe bezüglich einer langfristigen Abhängigkeit von Sozialhilfe dar.

Dieser Indikator zeigt die 18-24-jährigen frühzeitigen Schulabgänger/innen ohne nachobligatorische Ausbildung, die an keiner Bildungsaktivität teilnehmen. Es handelt sich dabei um einen der Strukturindikatoren der Europäischen Union.

Tabellen

Daten der Grafik

Methodologie

Frühzeitige Schulabgänger/innen IV

Die Werte der Schweiz für den internationalen Vergleich werden nach der Definition des entsprechenden Strukturindikators der Europäischen Union berechnet. Nach dieser Definition entsprechen frühzeitige Schulabgänger(innen) dem Anteil der 18-24-Jährigen, die folgende zwei Kriterien erfüllen: Der höchste erreichte Bildungsabschluss entspricht erstens höchstens den ISCED Stufen 0, 1, 2. Zweitens haben die Befragten angegeben, in den vier Wochen vor der Befragung weder an einer formale oder nicht-formale Bildung teilgenommen zu haben (Zähler). Der Nenner entspricht dem Total der 18-24-jährigen Bevölkerung, unter Ausschluss derjenigen, die auf die Fragen zum Bildungsstand und zu Aus- und Weiterbildung nicht geantwortet haben.

Formale Bildung

Sie findet innerhalb des nationalen Bildungssystems statt, das aus Schule, Allgemein- und Berufsbildung und Tertiärbildung besteht.

Nicht-formale Bildung

Sie beinhaltet alle Unterrichtsformen ausserhalb des formalen Bildungssystems. Es handelt sich dabei in erster Linie um Weiterbildungskurse, aber auch um andere Lernaktivitäten im Rahmen einer Schüler-Lehrer-Beziehung. Weitere Möglichkeiten sind Kongresse, Seminare, Konferenzen oder Fernstudien.

Andere Eigenschaften des Indikators

Die Daten des Indikators stammen aus der Eurostat-Datenbank.

Die vier Wochen vor der Befragung, die bei diesem Indikator als Referenzperiode verwendet werden, sind mit einer Reihe von Problemen behaftet: Diese kurze Referenzperiode trägt dazu bei, dass die Teilnahme am lebenslangen Lernen unterschätzt wird. Die Teilnahme an punktuellen Weiterbildungsveranstaltungen wird, im Gegensatz zu regelmässig und über längere Perioden stattfindende Weiterbildungsformen, nur teilweise erfasst. Des Weiteren tendiert die Kürze der Referenzperiode die Antworten der Befragten aufgrund sozialer Erwünschtheit zu verzerren.

Verwandte Indikatoren

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Bundesamt für Statisitk Sektion Bildungssystem
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz
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09.00-12.00 Uhr und 13.30-16.30 Uhr

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