Sekundarstufe I: Selektion

Die Selektion auf der Sekundarstufe I ist eine entscheidende  Weichenstellung in der Bildungslaufbahn. Sie lenkt die Schülerinnen und Schüler in Richtung mehr oder weniger anspruchsvoller Ausbildungsgänge auf der Sekundarstufe II und beeinflusst damit ihre  Berufsaussichten. Jugendliche aus Programmen mit erweiternden  Ansprüchen haben einen direkteren zugang zu Maturitäts- und Fachmitteschulen und absolvieren häufiger als andere längere und anspruchsvollere berufliche Grundbildungen.  

Hauptergebnisse

  • Zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler sind Bildungsgängen mit erweiterten Ansprüchen, nicht ganz ein Drittel in solchen mit Grundansprüchen und nur 2% in Bildungsgängen ohne Niveauunterscheidung.
  • Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind relativ gross.

Tabellen


Methodologie

Berechnungsmethode

Die Selektion auf der Sekundarstufe I zeigt die prozentuale Verteilung der Schüler/innen der 8. Klasse der Sekundarstufe I nach Bildungstyp. Die Berechnung beschränkt sich auf öffentliche Bildungsinstitutionen.

Nach den leistungsmässigen Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler werden drei Typen unterschieden:

  • Schulen mit Grundansprüchen: Die Schülerinnen und Schüler erfüllen keine leistungsmässigen Zusatzanforderungen;
  • Schulen mit erweiterten Ansprüchen: Die Schülerinnen und Schüler erfüllen entsprechende Selektionskriterien;
  • Schulen ohne Niveauunterscheidung: Die Schülerinnen und Schüler werden auf Klassenebene (Abteilungsebene) leistungsmässig nicht selektioniert. In diesen Schultypen ist eine individuelle Selektion und der Besuch von unterschiedlichen Niveaukursen in einzelnen Fächern üblich.

Dimensionen

Kanton
Das Kriterium für den kantonalen Vergleich ist der Schulkanton, d.h. der Kanton, in dem sich der von Schüler/innen und Studierenden besuchte Bildungsort befindet.

Andere Eigenschaften des Indikators

Am Anfang der obligatorischen Schulzeit, in der Primarschule, werden alle Schülerinnen und Schüler nach einheitlichen Lehrplänen unterrichtet. Für alle gelten die gleichen Lehrinhalte und Anforderungen. Am Ende der Primarstufe erfolgt eine erste Selektion. Die Schülerinnen und Schüler werden Schulen/Klassen mit unterschiedlichen Lehrplänen und Ansprüchen zugeteilt. Die Sekundarstufe I, die traditionellerweise nach Leistungsanforderungen in unterschiedliche Bildungsgänge (mit Grundansprüchen oder erweiterten Ansprüchen) aufgegliedert ist, befand sich in den letzten 30 Jahren schweizweit in einem Reformprozess. Im Zuge dieser Reformen wurden alternative Strukturen entwickelt, welche die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Bildungsgängen erleichtern sollen. Dazu gehören das kooperative Modell (mit getrennten Stammklassen und Niveauunterricht in den Hauptfächern) oder das integrative Modell (mit Unterricht in gemeinsamen Stammklassen und Niveauunterricht in den Hauptfächern). Derzeit existieren somit parallel zueinander – und oft im gleichen Kanton – Systeme mit Selektion (traditionelles Modell, kooperatives Modell) und solche ohne Niveauunterscheidung auf Klassenebene (integratives Modell).

Die Betrachtung von Klassen kann den Unterschieden in den Schulstrukturen nur beschränkt Rechnung tragen. Wesentliche Unterschiede bestehen in der Organisation der Schulen (integrierte, kooperative und getrennte Schulstrukturen) und der Anzahl Schuljahre, während derer der Unterricht differenziert ist.

Brüche der Zeitreihen

  • 1999: Umsetzung erneuen nationalen Bildungs-Klassifikation.
  • 2010: Revision der Statistik der Lernenden (Schüler und Studierende, ohne Hochschulen).
  • 2012-2014: Die vom Kanton Wallis gelieferten Daten können keiner der Kategorien der nationalen Klassifizierung zugeordnet werden. Sie wurden daher der Kategorie „unbekannt“ zugeordnet und werden im kantonalen Vergleich nicht gezeigt.

Periodizität

Jährlich

Nächste Aktualisierung

2020

Definitionen

Links

Publikationen

Quellen

Sie können die Indikatoren nach einem der folgenden Aufrufe auswählen

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Bundesamt für Statisitk Sektion Bildungssystem
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