Maturitätsquote

Eine Maturitätsausbildung ist der am häufigsten gewählte Zugangsweg zu den universitären Hochschulen (UH), den Fachhochschulen (FH) oder den pädagogischen Hochschulen (PH).

Dieser Indikator zeigt den Anteil der aus der obligatorischen Schule ausgetretenen Jugendlichen, die in der Schweiz eine Maturität erworben haben. Er gibt Aufschluss über den Anteil Personen, die Zugang zu den Hochschulen haben.

Tabellen

Methodologie

Mittlere Nettoquote über 3 Jahre

Ab 2015, die Quote der Erstabschlüsse auf der Sekundarstufe II misst den Anteil der obligatorischen Schule ausgetretenen Jugendlichen bis zum 25. Altersjahr, die in der Schweiz einen Erstabschluss auf der Sekundarstufe II erworben haben in der Referenzbevölkerung.

Die Abschlussquote wird als Nettoquote ausgewiesen und stellt den Anteil von Personen einer synthetischen Alterskohorte dar, die einen Abschluss erwirbt. Netto-Abschlussquoten bleiben unbeeinflusst von Änderungen des Umfangs der entsprechenden Bevölkerungsgruppe oder des typischen Abschlussalters. Sie werden berechnet, indem man für jeden einzelnen Altersjahrgang die Zahl der Zertifizierten durch die entsprechende Bevölkerung dividiert und diese Quoten über alle Altersjahrgänge aufsummiert.

Für eine bessere Stabilität der Ergebnisse wird ein Dreijahresdurschnitt berechnet. Die Quote für das Jahr X entspricht folglich dem Durchschnitt der für die Jahre X-1, X und X+1 erhaltenen Werte.

Bei der Berechnung werden die folgenden Abschlüsse berücksichtigt:

  • gymnasiale Maturität
  • Berufsmaturität
  • Fachmaturität

Die Referenzbevölkerung besteht aus allen Personen, die im Alter des Beendens der obligatorischen Schule in der Schweiz wohnten. Ausgenommen sind Grenzgängerinnen und Grenzgänger sowie Personen, die im Zuge der jüngsten Zuwanderung nach beendeter obligatorischer Schulzeit in die Schweiz gekommen sind. Jugendliche, die das Land vor dem Erwerb eines Abschlusses auf der Sekundarstufe II verlassen haben, werden ebenfalls nicht berücksichtigt. Diese Auswahl gewährleistet die Kohärenz zwischen dem Zähler (zertifizierte Personen) und dem Nenner (Referenzbevölkerung).

Ausserdem werden bei der Abschlussquote nur Personen bis zu einem Alter von 25 Jahren betrachtet. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass mit den verfügbaren Daten bei älteren Personen nicht festgestellt werden kann, ob es sich beim erworbenen Abschluss um einen Erstabschluss handelt oder nicht.

Bruttoquote

Bis 2014 werden die Maturitätsquote als Bruttoquote wie folgt berechnet:

  • Gymnasiale Maturitätsquote: Anzahl der in einem bestimmten Jahr erteilten gymnasialen Maturitätszeugnisse in Prozent der 19-Jährigen in der ständigen Wohnbevölkerung
  • Berufsmaturitätquote: Anzahl der in einem bestimmten Jahr erteilten Berufsmaturitätszeugnisse in Prozent der 21-Jährigen in der ständigen Wohnbevölkerung.
  • Fachmaturitätsquote: Anzahl der in einem bestimmten Jahr erteilten Fachmaturitätszeugnisse in Prozent der 20-Jährigen in der ständigen Wohnbevölkerung.

Bis 2009 wurde für die Referenzpopulation die jährliche Bevölkerungsstatistik (ESPOP) verwendet. 2010 wurde die ESPOP durch die neue Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) ersetzt.

Andere Eigenschaften des Indikators

Methodenwechsel

Die bisherige Methode, die das BFS zur Berechnung der Maturitätsquote anwendete, entsprach der damals noch beschränkten Qualität der verfügbaren Daten. Die Berechnungen stützten sich auf ein typisches Alter beim Abschluss anstatt auf das tatschliche Alter, die Bevölkerung im Zähler und im Nenner stimmten nur annähernd überein und anhand der verfügbaren Daten konnten Doppelzählungen nicht korrekt identifiziert werden. Dank der Einführung des einheitlichen Identifikators (AHVN13) in den Personenregistern von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie der Modernisierung der Bildungsstatistiken können die Quoten nun ohne Doppelzählungen auf verschiedenen Stufen und nach unterschiedlichen Kriterien berechnet werden. Aus all diesen Gründen sind die in der zeitlichen Entwicklung dargestellten Werte (berechnet mit Bruttoquoten bis 2014, dann mit Nettoquoten ab 2015) mit Vorsicht zu interpretieren.

Der Vorteil der Nettoquote, die zur Berechnung des Indikators verwendet wird, liegt darin, dass sie nicht von demografischen Veränderungen beeinflusst ist. Sie reagiert hingegen auf strukturelle Veränderungen im Bildungssystem wie beispielsweise eine Verlängerung oder Verkürzung der Ausbildungsdauer, die zu unter- oder überschätzten Quoten führen kann.

Entwicklung

Die veröffentlichten Werte der Quoten können aus zwei Hauptgründen im Nachhinein revidiert werden. Zum einen können die Erhebungen rückwirkend korrigiert werden, z.B. wenn nachträglich Lücken aufgedeckt werden. Zum anderen kann die Beobachtung der Bildungsverläufe nachträglich zeigen, dass eine Zertifizierung der Sekundarstufe II erteilt wurde, obwohl sie nicht erfasst wurde. Typischerweise deutet ein Eintritt in eine Hochschule in der Regel darauf hin, dass ein Abschluss der Sekundarstufe II erworben wurde, auch wenn er aus dem einen oder anderen Grund nicht erhoben wurde. Diese beiden Phänomene bewirken, dass die Werte der zu einem bestimmten Zeitpunkt veröffentlichten Quoten leicht revidiert werden können, wenn neue Daten verfügbar werden. So wurden die Quote der Erstabschlüsse auf der Sekundarstufe II und die Maturitätsquote für das Jahr 2015, die im Januar 2018 veröffentlichten wurden, im November 2018 um 0,2% bzw. 0,1% nach oben revidiert, als die Quoten für das Jahr 2016 veröffentlicht wurden.

Kantonaler Vergleich

Die Kantone Basel-Stadt (BS) und Basel-Landschaft (BL) haben eine Schulreform umgesetzt, die dazu geführt hat, dass die Zahl der im Jahr 2017 erteilten gymnasialen Maturitätszeugnisse um rund ein Drittel (BS) oder auf fast Null (BL) gesunken ist. Um zu vermeiden, dass diese Reform die Quote der Erstabschlüsse auf der Sekundarstufe II und die Maturitätsquote künstlich reduziert, wurde die Verleihung solcher Titel auf der Grundlage des durchschnittlichen Erfolgs der fünf vorangegangenen Lernendenkohorten aus den gymnasialen Maturitätsschulen dieser Kantone geschätzt. Dadurch konnte verhindert werden, dass die Quoten durch ein Phänomen beeinflusst werden, das nicht eine Entwicklung der Qualifikation der Schweizer Bevölkerung, sondern eine Veränderung der Organisation des Bildungssystems widerspiegelt. (PS: Da es sich bei den veröffentlichten Quoten um Dreijahresmittelwerte handelt, fliessen die im Jahr 2017 erteilten Abschlüsse in die Berechnung der Ergebnisse der Jahre 2016, 2017 und 2018 ein.)

Für kleinere Bevölkerungsgruppen, wie zum Beispiel kleine Kantone können die Resultate zwischen den Jahren spürbaren Veränderungen ausgesetzt sein.

Bruch der Zeitreihen
  • 2010: Einführung des einheitlichen Identifikators (AHVN13) in den Personenregistern
  • 2015: Einführung einer neuen Berechnungsmethode (Nettoquoten)

Aktualisierungsrythmus

Jährlich

Nächste Aktualisierung

September 2019

Definitionen

Quellen

Verwandte Indikatoren

Sie können die Indikatoren nach einem der folgenden Themen auswählen

Kontakt

Bundesamt für Statisitk Sektion Bildungssystem
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz
Tel.
+41 58 483 93 66

Von Montag bis Freitag
09.00-12.00 Uhr und 13.30-16.30 Uhr

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/bildung-wissenschaft/bildungsindikatoren/bildungssystem-schweiz/themen/abschluesse/maturitaetsquote.html