Rassismus und Integration

Verschiedene Akteure sind bemüht, das Zusammenleben zu verbessern. Wie schätzt die Bevölkerung die Politik der Rassismusbekämpfung und der Integrationsförderung in der Schweiz ein?

Rassismusbekämpfung

Im Jahr 2020 nehmen 58% der Bevölkerung Rassismus als ernstes gesellschaftliches Problem wahr. 61% denken, dass die Massnahmen ausreichend sind, 5% finden sie übertrieben und 31% meinen, sie seien ungenügend.

Integration

64% der Bevölkerung sind der Ansicht, dass die Integration in der Schweiz gut funktioniert. 61% halten die Integrationsmassnahmen für angemessen, 13% haben den Eindruck, dass zu viel und 25%, dass zu wenig getan wird.

Rassismusbekämpfung

29% der Personen, die mit der Situation in Bezug auf die Rassismusbekämpfung nicht zufrieden sind, finden, dass der Staat Massnahmen ergreifen sollte. 22% denken, dass dies in der Verantwortung jedes Individuums liegen sollte. 19% sind der Ansicht, dass die Massnahmen durch Politikerinnen und Politiker zu ergreifen sind.13% halten dies für eine Aufgabe der Schulen.

Integration

45% der Personen, die mit der Situation in Bezug auf die Integration nicht zufrieden sind, finden, dass der Staat Massnahmen ergreifen sollte. 20% denken, dass dies Aufgabe von Vereinen ist. 14% meinen, dass dies in der Verantwortung jedes und jeder Einzelnen liegt. 6% sagen, dass es an den Ausländerinnen und Ausländern selbst liegt, sich um Integration zu bemühen.

Rangfolge 2020
Rang Gesamtwertung Integration Rassismusbekämpfung
Top 5
1 Staat Staat Staat
2 Bürger/innen Vereine Bürger/innen
3 Vereine Bürger/innen Politik
4 Politik  Sozialbereich Schulen
5 Schulen  Politik Vereine
6 Wirtschaft Schulen Medien
7 Sozialbereich Wirtschaft Wirtschaft
8 Ausländer/innen Ausländer/innen Gesetzgebung
9 Medien Andere Akteure Polizei
10 Gesetzgebung Gesetzgebung Kirchen

Der Staat wird in beiden Bereichen am häufigsten genannt. Die Eigenverantwortung und die Rolle jeder bzw. jedes Einzelnen werden am zweithäufigsten genannt. In Bezug auf die Rassismusbekämpfung wird viel von den Politikerinnen und Politikern erwartet, während in Sachen Integration vermehrt auf die Initiative von Vereinen gezählt wird.


Rassismus wird als wichtiges soziales Problem betrachtet, dessen Bekämpfung zu einem wichtigen Teil in der Verantwortung jedes einzelnen liegt. Inwiefern ist die Bevölkerung bereit, sich in diesem Feld durch konkrete Aktionen zu engagieren?

Fast 80% der Bevölkerung erklärt sich bereit, sich persönlich gegen Rassismus zu engagieren, durch mindestens eine konkrete Aktion wie die Unterzeichnung einer Petition, die Meldung rassistischer Äusserungen im Internet oder die Teilnahme an einer Demonstration. Von den verschiedenen Aktionen wird die Leistung einer Unterschrift am häufigsten genannt.

  • In konkreten Situationen – "racial profiling", rassistische Handlungen in öffentlichen Verkehrsmitteln oder an der Arbeit – liegt der Teil der Bevölkerung, der in allen drei Fällen bereit ist einzugreifen um der betroffenen Person zu helfen, bei 8%.
  • Die Bereitschaft, bei einer rassistischen Handlung einzugreifen, ist somit zehnmal geringer als die Bereitschaft, sich zu engagieren (8% gegenüber 80%).
  • Im Falle rassistischer Behandlung einer Person im Bus ist der Anteil der Bevölkerung, die bereit sind einzugreifen, am höchsten (50%).

Weiterführende Informationen

Tabellen

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Demografie und Migration
Espace de l'Europe 10

CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung/migration-integration/zusammenleben-schweiz/evaluation-der-politik.html