Einstellungen gegenüber bestimmten Personengruppen

Aktuell konzentrieren sich soziale Spannungen besonders auf Musliminnen und Muslime und auf "sichtbare Minderheiten" wie Schwarze oder auf Migrantinnen und Migranten; auch Jüdinnen und Juden sind weiterhin von Vorurteilen betroffen.

Durch das Erfassen von Meinungen oder das Verwenden von Stereotypen geben die nachstehenden Daten Auskunft über die Einstellungen der Bevölkerung gegenüber drei Personengruppen: muslimische, schwarze und jüdische Menschen.

Einstellung gegenüber den Gruppen
  Musliminnen und Muslime Schwarze Jüdinnen und Juden
Ablehnung einer bewertenden Einstufung 93% 95% 95%
Kategorische Ablehnung einer bewertenden Einstufung 71% 74% 75%
Ablehnung der negativen Eigenschaften 4% 9% 9%
Zustimmung zu den negativen Eigenschaften 14% 7% 12%
Feindlichkeit 11% 11% 9%
Skepsis gegenüber Religion 29% *
*

Ablehnung einer bewertenden Beurteilung

Der Indikator gibt Aufschluss darüber, ob die Bevölkerungsgruppen unterschiedlich oder gleich wahrgenommen werden.

In den meisten Fällen nimmt die Bevölkerung die muslimischen, schwarzen und jüdischen Menschen positiv wahr. Der Anteil der Personen, die der Aussage zustimmen, dass diese Gruppen wie alle anderen seien, liegt bezüglich der Musliminnen und Muslime bei 93%, bezüglich der Jüdinnen und Juden bei 95% und bezüglich der Schwarzen bei 95%.

Stereotype: zwischen Zustimmung und Ablehnung

Die folgende Grafik zeigt zwei mögliche Reaktionen auf eine Reihe von Stereotypen: einerseits die systematische Zustimmung zu den erwähnten Eigenschaften, andererseits die systematische Ablehnung der gleichen Eigenschaften.

Der Anteil der Bevölkerung, die der Meinung ist, dass die den Musliminnen und Muslimen zugeschriebenen negativen Eigenschaften stark zutreffen, beläuft sich auf 14%. Dieser Anteil verringert sich auf 12% bei den Stereotypen zu Jüdinnen und Juden und fällt auf 7% im Zusammenhang mit schwarzen Personen. Diese Zahlen weisen – im Vergleich zu den anderen Gruppen – auf grundsätzlich wohlwollendere stereotypische Wahrnehmungen von schwarzen Menschen hin.

Im Fall der Musliminnen und Muslime geht die starke Zustimmung zu negativen Eigenschaften (14%) einher mit einer schwachen systematischen Ablehnung der Eigenschaften (4%). In Bezug auf Schwarze ist der Anteil der Bevölkerung, die die Eigenschaften systematisch ablehnt, mit 9% höher als bei den Musliminnen und Muslimen. Bei der jüdischen Gemeinschaft ist sowohl die Ablehnung als auch die Zustimmung relativ hoch (12% bzw. 9%).

Feindseligkeit

Die Feindseligkeit gegenüber verschiedenen Bevölkerungsgruppen wird in Form von Indizes gemessen. Sie basieren auf einer Kombination mehrerer Aussagen. Diese Daten widerspiegeln Phänome wie Rassismus oder Antisemitismus.

Der Anteil der gegenüber Musliminnen und Muslimen feindlich gesinnten – d.h. sie negativ beurteilenden – Personen lag im Jahr 2018 bei 11%. Um ein vollständigeres Bild der Einstellung der Bevölkerung gegenüber muslimischen Menschen zu erhalten, kann dieser Feindlichkeitsindex mit einem Index in Beziehung gesetzt werden, der die Islamskepsis misst. Der Anteil der Bevölkerung, die gegenüber dem Islam misstrauisch oder ablehnend eingestellt ist, liegt bei 29%. Die Skepsis gegenüber der Religion ist folglich fast dreimal so hoch wie die Feindseligkeit gegenüber der Gruppe (ohne dass bei deren Messung ausdrücklich auf die Religion oder religiöse Praktiken Bezug genommen wurde). Im Vergleich zu anderen Jahren ist dieser Indexwert gesunken.

Der Anteil der gegenüber Schwarzen feindlich gesinnten Personen lag im Jahr 2018 bei 11%. Dieser Anteil ist mit Vorsicht zu interpretieren, da die Daten zu dieser Personengruppe noch nicht eingehend untersucht worden sind. Eine diesbezügliche Analyse wird nach Vorliegen einer Zeitserie mit drei Messpunkten möglich sein.

Der Anteil der gegenüber Jüdinnen und Juden feindlich gesinnten Personen lag im Jahr 2018 bei 9% - ein Prozentpunkt mehr als 2016.

Diese Indizes entsprechen einer Bündelung mehrerer Aussagen über die jeweiligen Personengruppen. Dieser Ansatz erlaubt, die Einstellungen und Haltungen nicht nur aufgrund einer einzigen, sondern aufgrund einer Reihe von Antworten zu erfassen. Somit wird eine Einstellung nur dann als fremdenfeindlich, rassistisch oder antisemitisch eingestuft, wenn sie sich in der Gesamtheit der den Befragten vorgelegten Aussagen erkennen lässt.

Weiterführende Informationen

Tabellen

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Demografie und Migration
Espace de l'Europe 10

CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung/migration-integration/zusammenleben-schweiz/einstellungen-zielgruppen.html