Medienmitteilung

Sterbetafeln für die Schweiz 2008/2013

Die Lebenserwartung der Männer steigt schneller an als diejenige der Frauen


Neuchâtel, 31.03.2017 (BFS) - Im Zeitraum 2008/13 betrug die Lebenserwartung der in der Schweiz wohnhaften Männer bei Geburt 80,1, diejenige der Frauen 84,5 Jahre. Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts erhöhte sie sich bei den Männern um 2,9 Jahre und bei den Frauen um 1,7 Jahre. Trotz einer leichten Wachstumsverlangsamung zählt die Lebenserwartung der in der Schweiz wohnhaften Männer und Frauen bei Geburt weiterhin zu den höchsten weltweit. Soweit die wichtigsten Ergebnisse der neuen Sterbetafeln für die Schweiz, die das BFS für die Periode 2008/13 berechnet hat.

Der geschlechterspezifische Unterschied bei der Lebenserwartung hat sich in den zehn Jahren zwischen den Sterbetafeln von 1998/2003 und 2008/13 verringert. Die Lebenserwartung der Männer bei Geburt erhöhte sich um 2,9 Jahre auf 80,1 Jahre (1998/2003: 77,2 Jahre), während diejenige der Frauen lediglich um 1,7 Jahre auf 84,5 Jahre anstieg (1998/2003: 82,8 Jahre). Der Unterschied zwischen Frauen und Männern verkleinerte sich somit von 5,6 Jahren auf 4,4 Jahre. Dieser Rückgang ist mit demjenigen des vorangehenden Jahrzehnts vergleichbar (1,2 Jahre gegenüber 1,3 Jahren zwischen den Tafeln von 1988/93 und 1998/2003). Bis zu den Sterbetafeln von 1988/93 war die Differenz zwischen der Lebenserwartung der Frauen und Männer regelmässig gewachsen. Die markante Zunahme der Lebenserwartung der Männer lässt sich mit einer deutlich geringeren Sterblichkeit der älteren Männer sowie einem leichteren, aber stetigen Rückgang der Sterblichkeit in den anderen Altersklassen erklären.

Unterschiedliche Entwicklungen je nach Todesursache

Bei den Männern war der Anstieg der Lebenserwartung bei Geburt zu drei Vierteln auf die rückläufige Sterblichkeit infolge von drei Todesursachen zurückzuführen: Für 40 Prozent der Steigerung war die geringere Sterblichkeit infolge von Herz-Kreislauf-Krankheiten, für 20 Prozent die Abnahme der krebsbedingten Sterblichkeit und für knapp 15 Prozent die Verringerung der Todesfälle durch Gewalteinwirkung verantwortlich. Bei den Frauen liessen sich 75 Prozent der höheren Lebenserwartung mit der geringeren Sterblichkeit infolge von lediglich zwei Todesursachen erklären: Herz-Kreislauf-Krankheiten (60%) und Krebs (15%).

Die Schweizer Bevölkerung lebt im internationalen Vergleich lange

Die in der Schweiz wohnhaften Männer und Frauen haben immer noch eine der höchsten Lebenserwartungen bei Geburt weltweit. Bei den Männern lagen 2010 bezüglich Lebenserwartung nur die Isländer (80,2 Jahre) vor den Schweizern. Obwohl die Lebenserwartung der Frauen langsamer wächst, weisen die Schweizerinnen nebst den Japanerinnen (86,3 Jahre), den Spanierinnen (85,0 Jahre), den Singapurerinnen (84,7 Jahre) und den Französinnen (84,6 Jahre) im internationalen Vergleich eine der höchsten Lebenserwartungen bei Geburt auf.

Männer leben im Alter von 65 Jahren noch 18,9 Jahre, Frauen noch 22 Jahre

Die Lebenserwartung der Männer mit 65 Jahren nahm im letzten Jahrzehnt von 17,1 Jahren auf 18,9 Jahre, diejenige der Frauen von 20,9 Jahre auf 22,0 Jahre zu. Bis 1930 war der Anstieg der Lebenserwartung bei Geburt zu weniger als 10 Prozent auf den Sterblichkeitsrückgang der Personen ab 65 Jahren zurückzuführen. Zwischen 2000 und 2010 belief sich der Beitrag dieser Altersgruppe auf 53 Prozent bei den Männern und auf 62 Prozent bei den Frauen. Die Zunahme der Lebenserwartung bei Geburt in diesem Zeitraum lässt sich somit in erster Linie mit der sinkenden Sterblichkeit der Personen im Rentenalter erklären. Der Sterblichkeitsrückgang der Frauen ab 80 Jahren machte sogar mehr als 30 Prozent des Anstiegs aus.

Verheiratete leben länger

Die Sterblichkeit verheirateter Personen bleibt deutlich tiefer als diejenige von Personen mit einem anderen Zivilstand. Wenn die Sterblichkeitsverhältnisse des Beobachtungszeitraums 2008/13 konstant bleiben würden, könnten 92 Prozent der verheirateten Männer mit 30 Jahren damit rechnen, ihr 65. Lebensjahr zu erreichen. Bei den Geschiedenen gleichen Alters wären es 85 Prozent, bei den Ledigen 82 Prozent und bei den Witwern 79 Prozent. Bei den verheirateten Frauen würden sich die Anteile auf 95 Prozent und bei den Frauen mit einem anderen Zivilstand auf 90 bis 92 Prozent belaufen. Die Unterschiede nach Zivilstand sind auch bei den höheren Altersklassen sehr markant. So leben verheiratete Männer mit 65 Jahren durchschnittlich noch 19,8 Jahre und ledige noch 15,8 Jahre (geschiedene und verwitwete: 17,1 Jahre). Mit einer Lebenserwartung von 23,6 Jahren leben verheiratete Frauen im gleichen Alter ebenfalls noch deutlich länger als Frauen mit einem anderen Zivilstand: Bei den Witwen sind es 21,4 Jahre, bei den geschiedenen Frauen 20,8 Jahre und bei ledigen Frauen 20,7 Jahre.

Zusätzliche Informationen wie Tabellen und Grafiken finden Sie im nachfolgenden PDF.


 

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