Arbeitsmarktdynamik: Ein- und Austritte, Migrationen

Die Arbeitsmarktgesamtrechnung (AMG) zeigt die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt auf, indem sie die individuellen Übergänge zwischen Erwerbstätigkeit, Erwerbslosigkeit und Nichterwerbstätigkeit erfasst. Die AMG umfasst auch die Wanderungen und die natürlichen Bevölkerungsbewegungen (Geburten, Todesfälle) und stellt so ein Bindeglied zwischen den Arbeitsmarktstatistiken und den Bevölkerungsstatistiken dar.

Verglichen wird die Arbeitsmarktsituation Anfang Jahr mit der Situation Ende Jahr. Die Bewegungen werden in der Bilanz in zwei Gruppen unterteilt: zum einen Bewegungen innerhalb der Schweiz (Ein- und Austritte von Erwerbspersonen), und zum anderen Ein- und Auswanderungen von Erwerbspersonen. Die Differenz zwischen den Ein- und Auswanderungen ergibt den Wanderungssaldo.

Arbeitsmarktgesamtrechnung 2020

2020 nahm die Erwerbsbevölkerung in der Schweiz um 0,2% zu: von 5,344 Millionen Personen zu Jahresbeginn auf 5,355 Millionen zu Jahresende. Der Anstieg ist auf die Entwicklung bei den Frauen zurückzuführen (+0,7%, von 2,448 auf 2,465 Millionen). Bei den Männern war die Entwicklung leicht rückläufig (-0,2%, von 2,895 auf 2,890 Millionen).

Ein- und Austritte der Erwerbspersonen

Die Arbeitsmarkteintritte (Wechsel von «Nichterwerbsperson» zu «Erwerbsperson») überstiegen zwischen 2010 und 2018 die Arbeitsmarktaustritte (von «Erwerbsperson» zu «Nichterwerbsperson/verstorben»). 2019 und 2020 fanden hingegen mehr Austritte als Eintritte statt: 2020 lag die Differenz bei -6'000 Erwerbspersonen (275'000 Eintritte gegenüber 282'000 Austritten). Seit Mitte der 90er Jahre liegen die Arbeitsmarkteintritte der Frauen deutlich über den Austritten. Seit vier bis fünf Jahren hat sich die Situation jedoch geändert: die Austritte entsprechen nahezu den Eintritten. Bei den Männern werden die Eintritte seit 25 Jahren grösstenteils durch die Austritte kompensiert.

Entwicklung des Wanderungssaldos

Der Wanderungssaldo der Erwerbspersonen belief sich 2020 gesamthaft auf 18'000 Personen, es sind somit mehr Personen ein- als ausgewandert. Die Entwicklung des Wanderungssaldos über die letzten zehn Jahre widerspiegelt eine anhaltende starke Einwanderung von Ausländerinnen und Ausländern. Zwischen 2010 und 2020 lag die Zahl der einwandernden ausländischen Arbeitskräfte immer über jener der auswandernden. Ihr Wanderungssaldo belief sich im Jahr 2020, das von der Covid-19-Pandemie geprägt war, auf 17‘000 Personen (-27'000 gegenüber 2019). Bei den Schweizerinnen und Schweizern hingegen war der Wanderungssaldo im Beobachtungszeitraum praktisch immer negativ. 2019 belief er sich noch auf -6'000, während er 2020 im Zuge der Pandemie ausgeglichen war.

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