Medienmitteilung

Längsschnittanalysen im Bildungsbereich

85% der Personen mit eidg. Fähigkeitszeugnis treten spätestens drei Monate nach Abschluss ihre erste Stelle an

Neuchâtel, 17. April 2018 (BFS) - 85% der Absolventinnen und Absolventen einer Ausbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) haben spätestens drei Monate nach Abschluss eine Erstbeschäftigung. 46% bleiben im Lehrbetrieb. 19% sind im Zeitraum von zweieinhalb Jahren nach dem Erwerb eines EFZ mindestens einmal von Arbeitslosigkeit betroffen. Erwerbs- und Ausbildungsperioden überlappen sich häufig. Soweit einige Ergebnisse der Studie des Bundesamtes für Statistik (BFS) über die Verläufe der 89 000 Absolventinnen und Absolventen der Sekundarstufe II von 2012 bis Ende 2015.

Diese Studie nutzt die neuen Möglichkeiten der Personenregister und -erhebungen der Bundesverwaltung und analysiert erstmals sowohl die Bildungsübergänge nach Abschluss der Sekundarstufe II als auch den Arbeitsmarkteintritt.

Lebensphase, in der sich Erwerb und Ausbildung überlappen

85% der Personen mit EFZ treten spätestens drei Monate nach ihrem Abschluss die erste Arbeitsstelle an. 46% bleiben im Betrieb, in dem sie ihre Lehre gemacht haben. Der Anteil der ausschliesslich erwerbstätigen Jugendlichen liegt in den ersten drei Jahren nach dem Erwerb eines EFZ stabil bei rund 70%. 26% der Abgängerinnen und Abgänger einer EFZ-Ausbildung, die sechs Monate nach ihrem Abschluss erwerbstätig waren, kehren zurück ins Bildungssystem, um beispielsweise eine Berufsmaturität, eine höhere Berufsbildung oder eine zweite Ausbildung zu absolvieren. Einige kehren erst nach mehr als zwei Jahren zurück ins Bildungssystem. Diese Ergebnisse zeigen erstens, dass die Übergangsphase nach dem Erwerb eines EFZ mehrere Jahre dauert, und zweitens, dass es zwischen Ausbildungs- und Erwerbsphase keine klare Abgrenzung gibt.

Personen mit einem EFZ im Bildungsfeld «Gesundheit» setzen die Ausbildung oft fort

Ob die Ausbildung nach dem Erwerb eines EFZ fortgesetzt wird, hängt stark vom Bildungsfeld ab. Besonders selten geschieht dies bei den EFZ des Bildungsfelds «Persönliche Dienstleistungen» (10% der Abgänger/innen sind 18 Monate nach Abschluss in Ausbildung), am häufigsten bei den EFZ des Bildungsfelds «Gesundheit» (30%).

Jugendliche mit einem EFZ des Bildungsfelds «Gesundheit» besuchen oft unmittelbar nach ihrem Abschluss eine höhere Fachschule. Dieser Trend ist vor allem in der Deutschschweiz zu beobachten. Verhältnismässig viele Personen mit EFZ dieses Bildungsfelds können zudem rasch einen Tertiärabschluss vorweisen (16% innerhalb von dreieinhalb Jahren).

Schwierigkeiten beim Arbeitsmarkteintritt

Obwohl die grosse Mehrheit der Personen mit EFZ nach dem Abschluss direkt eine Arbeitsstelle findet oder die Ausbildung fortsetzt, haben manche Jugendliche Mühe, auf dem Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. 19% sind innerhalb der ersten 30 Monate nach Abschluss mindestens einmal als arbeitslos registriert. Dies ist insbesondere in der italienischsprachigen (38%) und der französischsprachigen Schweiz (28%) der Fall, während dieser Anteil in der Deutschschweiz (17%) deutlich geringer ist. Meistens handelt es sich dabei um kurzfristige Arbeitslosigkeit (insgesamt maximal sechs Monate).

Der Anteil der als arbeitslos registrierten Personen mit EFZ geht nach dem Abschluss zunehmend zurück. Nach sechs Monaten beträgt er 4%, nach 42 Monaten 2%. Jugendliche mit EFZ des Bildungsfelds «Persönliche Dienstleistungen» sind 42 Monate nach Abschluss am häufigsten als arbeitslos registriert (3%).

Die registrierte Arbeitslosigkeit widerspiegelt nur teilweise die Situation der Personen mit EFZ, denn einige erwerbslose Jugendliche verzichten darauf, sich als arbeitslos registrieren zu lassen: 6% der Personen mit EFZ haben mehr als 15 Monate lang den Status «NEET» (weder erwerbstätig noch in Ausbildung).

Zusätzliche Informationen (z.B. Grafiken) finden Sie auf dem nachfolgenden PDF.


 

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85% der Personen mit eidg. Fähigkeitszeugnis treten spätestens drei Monate nach Abschluss ihre erste Stelle an
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Übergänge nach Abschluss der Sekundarstufe II und Integration in den Arbeitsmarkt, Ausgabe 2018


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