Medienmitteilung

Sozialmedizinische Betreuung in Institutionen und zu Hause 2016

Rund eine halbe Million Menschen (+6,6%) nimmt sozialmedizinische Betreuung in Anspruch


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Mehr Pflege zu Hause, stagnierende Anzahl Personen in Alters- und Pflegeheimen

Neuchâtel, 23.11.2017 (BFS) - 2016 bezogen knapp 340 000 Personen Spitex-Leistungen. Dies entspricht gegenüber 2015 einem Anstieg von 10 Prozent. Die 1570 Alters- und Pflegeheime (APH) verzeichneten erstmals einen Rückgang der Anzahl Bewohnerinnen und Bewohner auf rund 149 000 Personen (-0,4%). Für die entsprechende Betreuung waren bei der Spitex sowie in den APH insgesamt 177 184 Personen angestellt. Dies geht aus der Statistik der Hilfe und Pflege zu Hause (Spitex) und der Statistik der sozialmedizinischen Institutionen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

Insgesamt beanspruchten rund 489 000 Personen (+30 000) sozialmedizinische Betreuung, was einer Erhöhung um 6,6 Prozent gegenüber 2015 gleichkommt. Drei Viertel der Personen in einem APH waren 80-jährig oder älter, bei den Spitex-Bezügerinnen und -Bezügern betrug dieser Anteil 42 Prozent. Die Aufenthalte in APH nehmen mit dem Alter zu: Knapp zwei von drei Personen ab 90 Jahren sind in einem Heim. Während der Anteil Personen unter 65 Jahren in APH sehr klein ist (5%), bezieht diese Altersgruppe indessen gemäss den neusten Zahlen des BFS nicht selten Spitex-Leistungen (29% der Bezügerinnen und Bezüger).

Durchschnittliche Aufenthaltsdauer in APH beträgt zwei Jahre und fünf Monate

Die Dauer der Aufenthalte in APH, die 2016 endeten, belief sich durchschnittlich auf 893 Tage (-18 Tage gegenüber 2015). Ausserdem lässt sich feststellen, dass 16 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner weniger als 30 Tage im APH waren. Im Spitex-Bereich wurden 14,9 Millionen Pflegestunden und 6,8 Millionen hauswirtschaftliche/sozialbetreuerische Stunden (Haushalt, Einkauf, Transport, Begleitung usw.) aufgewendet. Durchschnittlich nahm jede Person pro Jahr 47 Stunden Leistungen zu Hause in Anspruch.

Immer mehr selbstständige Pflegefachpersonen in der Spitex

Die Beschäftigung im Spitex-Bereich erreichte 21 261 Vollzeitäquivalente (VZÄ), womit sie gegenüber 2015 um 5 Prozent (+1012 VZÄ) gestiegen ist. Die gemeinnützigen Unternehmen verzeichneten über 36 000 vertraglich angestellte Personen (17 274 VZÄ), während es bei den privaten Unternehmen 10 694 Angestellte (3423 VZÄ) waren. Die selbstständigen Pflegefachpersonen (564 VZÄ, +13% gegenüber 2015) übernahmen 5 Prozent sämtlicher 2016 in der Schweiz erbrachten Pflegestunden.

Die Beschäftigten in APH besetzten 92 484 Stellen in VZÄ, was einer Zunahme von 2,1 Prozent entspricht (2015: +1,2%). Ende 2016 waren 128 767 Personen in einem APH angestellt, 25 599 Personen kündigten ihren Vertrag im Laufe des Jahres (17%). Letztere wiesen ein Durchschnittsalter von 37 Jahren auf und hatten durchschnittlich drei bis vier Jahre für ihren Arbeitgeber gearbeitet.

Gesamtkosten von über 12 Milliarden Franken

Die Spitex-Leistungen kosteten 2016 insgesamt 2,3 Milliarden Franken (+7,3%). Davon wurden 967,6 Millionen (42%) von der öffentlichen Hand, 907,7 Millionen (39%) von den Versicherungen und 400,5 Millionen (17%) von den Leistungsbezügerinnen und -bezügern gedeckt. Der Saldo von 45 Millionen (2%) stammte aus Spenden und Mitgliederbeiträgen. Die monatlichen Kosten für die Spitex beliefen sich auf durchschnittlich 569 Franken pro Klientin bzw. Klient.

Die Gesamtkosten der APH betrugen 9,9 Milliarden Franken (+1,7% gegenüber 2015). Dies entspricht monatlichen Durchschnittskosten von 8925 Franken pro Bewohnerin oder Bewohner. Die Pflegekosten von 3,7 Milliarden wurden zur Hälfte von den Krankenkassen (+2,1%), zu einem guten Drittel von der öffentlichen Hand (+7,6%) und zu 15 Prozent von den Bewohnerinnen und Bewohnern gedeckt (+1,9%). Letztere übernahmen nebst der Beteiligung an den Pflegekosten auch die Pensions- und Betreuungskosten (5,6 Milliarden Franken). Insgesamt gingen damit 6,2 Milliarden Franken zulasten der Bewohnerinnen und Bewohner. Hierbei sind die Ergänzungsleistungen der AHV mit eingeschlossen, auf die sie im Falle ungenügender Einkommen zurückgreifen.

Zusätzliche Informationen wie Tabellen und Grafiken finden Sie im nachfolgenden PDF.


 

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