Medienmitteilung

Landwirtschaftliche Strukturerhebung für das Jahr 2022 Bioproduktion und Geflügelhaltung auch 2022 weiter im Hoch

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Bioproduktion liegt auch 2023 im Trend

09.05.2023 - Im Jahr 2022 wurden in der Schweiz 48 344 Landwirtschaftsbetriebe gezählt, 1,1% weniger als ein Jahr zuvor. Eine immer grössere Anzahl Betriebe wendet sich dem Biolandbau zu: Im Berichtsjahr war praktisch jeder sechste Betrieb ein Biobetrieb (16,2%). Die landwirtschaftliche Nutzfläche war mit 1 042 000 Hektaren annähernd so hoch wie 2021. Die Tierbestände entwickelten sich unterschiedlich: Während die Zahl der Milchkühe leicht zurückging (-0,5%) und jene der Schweine leicht zunahm (+0,5%), wuchs der Bestand beim Geflügel deutlich (+4,3%). Dies geht aus der neusten landwirtschaftlichen Strukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.


Der strukturelle Wandel der Schweizer Landwirtschaft setzt sich weiter fort: Im Jahr 2022 wurden in der Schweiz 48 344 landwirtschaftliche Betriebe gezählt, 520 Betriebe bzw. 1,1% weniger als 2021. Diese Betriebe beschäftigten 149 600 Personen. 3472 oder 7,2% aller Betriebe wurden von einer Frau geleitet; diese Zahl nimmt seit Jahren zu.


Am stärksten abgenommen hat die Anzahl der Betriebe in den Kantonen Nidwalden (-2,9%), Tessin

(-2,6%) und Zürich (-2,3%). Während die Zahl der Betriebe der Grössenklassen unter 30 Hektaren (ha) rückläufig war (-2,0%), nahm die Zahl der Betriebe mit einer Fläche ab 30 ha zu (+1,9%). Ein Betrieb bewirtschaftete im Durchschnitt eine Fläche von 21,6 ha, das sind 0,3 ha mehr als 2021.


Fast jeder sechste Betrieb war 2022 biologisch


Immer mehr Landwirtschaftsbetriebe wenden sich dem biologischen Landbau zu. Im Jahr 2022 bezifferte sich ihre Zahl auf 7819. Das heisst: Fast jeder sechste Betrieb (16,2%) war ein Biobetrieb. Im Vergleich zum Vorjahr ist deren Zahl um 149 Einheiten respektive 1,9% gestiegen.


Prozentual bei der Biolandwirtschaft am stärksten zugelegt haben die drei Westschweizer Kantone Genf (+11,9%), Neuenburg (+7,8%) und Waadt (+7,0%). Die Biobauern bewirtschafteten im Jahr 2022 eine Fläche von 186 335 ha, 4890 ha oder 2,7% mehr als im Jahr zuvor. Dies entspricht rund einem Fünftel (18%) der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) der Schweiz. Die Fläche eines Biobetriebes betrug im Durchschnitt 23,8 ha; sie liegt damit 2,2 ha über dem gesamthaften Durchschnitt aller Landwirtschaftsbetriebe.


Sojafläche legt um knapp 30% zu


Die LN in der Schweiz belief sich im Jahr 2022 auf 1 042 000 ha. Gegenüber dem Vorjahr ist sie annähernd gleich geblieben. Sie bestand überwiegend aus Naturwiesen und Weiden (605 600 ha bzw. 58%). Das Ackerland nahm 396 600 ha (38%) ein, die restlichen 4% der LN bestanden unter anderem aus Rebland und Obstanlagen.


Die Kulturen entwickelten sich im Jahr 2022 unterschiedlich: Die Getreidefläche stabilisierte sich nach dem Anstieg von knapp 3% im Vorjahr bei 145 000 ha. Raps (25 000 ha, +0,3%) und Kartoffeln (10 700 ha, +0,4%) nahmen etwa die gleiche Fläche ein wie im Jahr 2021. Zuckerrüben (15 600 ha, -3,3%) verloren das zweite Jahr in Folge an Boden. Stark zugelegt mit knapp +30% auf 2900 ha haben die Sojakulturen; innert zehn Jahren hat sich ihre Fläche fast verdreifacht.


Starker Anstieg bei der Geflügelhaltung


Die Geflügelhaltung setzte ihr Wachstum auch im Jahr 2022 mit hohem Tempo fort (13,2 Mio. Stück, +4,3%). Der Bestand stieg sowohl bei den Legehennen (3,9 Mio. Stück, +0,7%) als auch bei den Mastpoulets (7,9 Mio. Stück, +5,2%) - ein Abbild des steigenden Konsums von inländischem Geflügel. 791 400 respektive 20% der Legehennen wurden unter einem Bio-Label aufgezogen.


Der Rindviehbestand blieb 2022 ziemlich stabil (1 525 300 Tiere, +0,8%). Derweil setzte der Milchkuhbestand seine negative Tendenz weiter fort und lag im Berichtsjahr bei 542 900 Tieren

(-0,5%). Die Haltung anderer Kühe (137 700 Tiere, +2%) - hauptsächlich Mutterkühe für die extensive Rindfleischproduktion - erfreut sich dagegen immer grösserer Beliebtheit.


Der Schweinebestand blieb im Jahr 2022 in etwa gleich hoch wie im Vorjahr (1 372 800, +0,5%). Die Bio-Schweinehaltung ist nach wie vor begrenzt und macht nur 2,7% der Gesamtzahl aus.


Zusätzliche Informationen finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.


 

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