Medienmitteilung

Forschung und Entwicklung der Privatunternehmen im Jahr 2019 2019 investierten die Unternehmen 15,5 Milliarden Franken in die Forschung

07.12.2020 - 2019 wendeten die Privatunternehmen in der Schweiz 15,5 Milliarden Franken für Forschung und Entwicklung (F+E) auf, das sind 9% mehr als der revidierte Betrag von 2017. Die Pharmaindustrie investierte mit 5,2 Milliarden Franken am meisten in die F+E in der Schweiz. Knapp 58 700 Personen gingen in einem Privatunternehmen Forschungsaktivitäten nach, ein Viertel davon waren Frauen. Soweit die wichtigsten Ergebnisse der Erhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) in Zusammenarbeit mit economiesuisse.

Gemäss den ersten provisorischen Ergebnissen wendeten die Unternehmen in der Schweiz 2019 für Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung (F+E) 15,5 Milliarden Franken auf. Nachdem der Betrag bei der letzten Erhebung stagniert hatte, stieg er wieder an und fiel im Vergleich zum revidierten Betrag von 2017 um 9% höher aus.

Die Pharmaindustrie ist in der F+E führend

Die Pharmaindustrie investierte am meisten in die F+E in der Schweiz. Mit 5,2 Milliarden Franken war sie allein für einen Drittel der Forschung im Privatsektor verantwortlich. Es folgen die Wirtschaftszweige «Forschung und Entwicklung» (2,0 Mrd. Franken) und «Maschinen» (1,7 Mrd. Franken), die 13% bzw. 11% der gesamten F+E-Aufwendungen auf sich vereinten.

Zwischen 2017 und 2019 stiegen die F+E-Aufwendungen in allen Wirtschaftszweigen mit Ausnahme der «IKT-Herstellung» (–2%) an. Das Wachstum war allerdings nicht überall gleich. Insbesondere die Wirtschaftszweige «Chemie» und «Pharma» wuchsen in diesem Zeitraum weniger stark.

Die Unternehmen bevorzugen Selbstfinanzierung

Die von den Unternehmen durchgeführten Forschungsarbeiten werden hauptsächlich mit Mitteln aus der Schweiz finanziert. 2019 stammte der Grossteil der F+E-Aufwendungen (93%) von Akteuren mit Sitz in der Schweiz. Dieser Anteil ist seit 2017 stabil geblieben. Mit 13,4 Milliarden Franken machte die Selbstfinanzierung der Unternehmen den grössten Teil aus. Die Mittel aus dem Ausland beliefen sich 2019 auf gut eine Milliarde Franken. 

Die experimentelle Entwicklung gewinnt wieder an Bedeutung

Nach mehreren wachstumsstarken Jahren für die Grundlagenforschung wurde nun der Fokus wieder vermehrt auf die experimentelle Entwicklung gelegt. Die Aufwendungen dafür stiegen zwischen 2017 und 2019 um 23% auf 6,1 Milliarden Franken an. Dies entspricht 40% der Gesamtaufwendungen 2019 (+5 Prozentpunkte gegenüber 2017).

Das Gewicht der Grundlagenforschung hat sich in der gleichen Zeitspanne hingegen verringert. Sie machte noch gut einen Viertel (26%) der Forschungstätigkeiten des Sektors aus. Der Anteil der angewandten Forschung ist seit mehreren Jahren stabil (gut ein Drittel der Gesamtaufwendungen).

Hauptziel der Forschung im Privatsektor ist die Gesundheit

Gut die Hälfte der F+E-Aufwendungen der Privatunternehmen, d.h. 8,1 Milliarden Franken, kamen dem Ziel «Gesundheit» zugute. Dahinter folgten die Forschungstätigkeiten für «Industrielle Produktion und Technologie», in die 30% (4,6 Mrd. Franken) der Gesamtaufwendungen des Privatsektors investiert wurden.

Seit 2017 sind die Aufwendungen für diese Ziele um 9% bzw. 8% gestiegen. Ihre Entwicklung verläuft somit ähnlich wie jene der Gesamtaufwendungen. Die Unternehmen investierten hingegen deutlich weniger in Forschungstätigkeiten für andere Ziele. Beispielsweise wurden 513 Millionen Franken für «Energie» und 375 Millionen für «Umwelt» aufgewendet.

Die Extramuros-F+E-Aufwendungen stagnieren

Die von den Unternehmen an Dritte entrichteten Beiträge für F+E-Tätigkeiten (Extramuros-F+E-Aufwendungen) blieben zwischen 2017 und 2019 stabil bei rund 8,4 Milliarden Franken. Bei den Empfängern waren jedoch Veränderungen festzustellen. Die Beiträge für Leistungserbringer in der Schweiz stiegen gegenüber 2017 um 18%, während jene für Partner im Ausland um 3% zurückgingen. Letztere waren damit erstmals seit 2008 rückläufig.

Zuwachs beim F+E-Personal

2019 übten in den Privatunternehmen knapp 58 700 Personen F+E-Aktivitäten aus, 12% mehr als 2017. Dies entspricht gut 51 600 Beschäftigten in Vollzeitäquivalenten (VZÄ). Es handelt sich hauptsächlich um Forschende, die in VZÄ 45% des Gesamtpersonals ausmachen. Dieser Anteil ist seit 2017 stabil geblieben.

2019 belief sich der Frauenanteil am F+E-Personal in den Privatunternehmen auf einen Viertel. 41% waren Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Die Anzahl Frauen und die Anzahl ausländischer Beschäftigter im F+E-Bereich ist weniger stark angestiegen als das Gesamtpersonal. Folglich hat sich ihr Anteil zwischen 2017 und 2019 um einen Prozentpunkt verringert.

Zusätzliche Informationen in Form von Tabellen und Grafiken finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.


 

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2019 investierten die Unternehmen 15,5 Milliarden Franken in die Forschung
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