Press release

Migrationsbewegungen und Integration der Bevölkerung mit Migrationshintergrund 2012 bis 2021 Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund hat in der Schweiz seit 2012 um 4 Prozentpunkte zugenommen

12.12.2022 - Der Anteil der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren mit Migrationshintergrund ist zwischen 2012 und 2021 von 35% auf 39% gestiegen. Das geht aus den Daten der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) hervor. Wie die Analyse zeigt, ist die Bevölkerung mit Migrationshintergrund bis auf einige Ausnahmen schlechter gestellt als jene ohne Migrationshintergrund. Die Zahl der schweizerischen und ausländischen Migrantinnen und Migranten hat 2021 zugenommen. Dies sind einige der Ergebnisse, die das Bundesamt für Statistik (BFS) in einer neuen Publikation zum Thema Migration und Integration veröffentlicht.

In der Schweiz leben viele Menschen mit Migrationshintergrund, d.h. Menschen, die einen direkten oder indirekten Migrationsbezug haben. Im Jahr 2021 machten sie 39% der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren aus. Davon gehörten 31% der ersten und 8% der zweiten Generation an. 40% der Personen mit Migrationshintergrund waren Schweizer Staatsangehörige. Bei der ersten Generation betrug der Anteil der Schweizerinnen und Schweizer 29%, bei der zweiten Generation 71%. Im Vergleich dazu waren 26% der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz ausländische Staatsangehörige.

Bevölkerung mit Migrationshintergrund wächst seit 2012

Seit 2012 hat die Bevölkerung mit Migrationshintergrund um 4,3 Prozentpunkte zugenommen. Dabei ist der Anteil der ersten Generation um 3,2 Prozentpunkte, jener der zweiten Generation aber nur um 1,1 Prozentpunkte gestiegen. In der Bevölkerung mit Migrationshintergrund sind seit 2012 Schweizerinnen und Schweizer am stärksten vertreten (40%), gefolgt von italienischen (10%) sowie deutschen Staatsangehörigen (10%). Im selben Zeitraum besassen 40% der Bevölkerung mit Migrationshintergrund einen Pass eines EU27/EFTA-Landes. Die übrigen Ausländerinnen und Ausländer stammten entweder aus einem anderen europäischen oder aus einem aussereuropäischen Land. 

Ab der zweiten Generation werden häufig zwei Landessprachen verwendet

Die Analyse zeigt, dass die Bevölkerung mit Migrationshintergrund insgesamt oft schlechter gestellt ist als jene ohne Migrationshintergrund. So ist ihre Erwerbslosenquote gemäss Definition des Internationalen Arbeitsamts (ILO) mehr als doppelt so hoch wie bei Personen ohne Migrationshintergrund (8% gegenüber 3%). Es gibt jedoch einige Ausnahmen. Personen mit Migrationshintergrund verwenden häufiger mindestens zwei Landessprachen (15% gegenüber 12%). Der regelmässige Gebrauch zweier Landessprachen ist in der zweiten oder höheren Generation besonders ausgeprägt (25%). Auch leiden Personen mit Migrationshintergrund seltener an gesundheitlichen Problemen oder chronischen Krankheiten (26% gegenüber 30%). Zudem sind sie unter den Personen mit einem Abschluss auf Tertiärstufe mit 38% gegenüber 36% übervertreten. In den meisten Lebensbereichen nähert sich die Situation der zweiten oder höheren Generation jener der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund an. So verzeichnen beispielsweise beide Bevölkerungsgruppen eine ähnliche Überqualifikationsquote. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass der Integrationsprozess von einer Migrationsgeneration zur nächsten voranschreitet.

Weniger Jugendliche mit Migrationshintergrund ausserhalb des Bildungssystems 

Bei den meisten Indikatoren bleiben die Unterschiede zwischen der Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund bestehen. Es gibt aber auch einige Ausnahmen. Seit 2012 ist der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund ohne nachobligatorische Ausbildung zurückgegangen (von 12% auf 9%). In der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund ist der Anteil Jugendlicher ausserhalb des Bildungssystems konstant geblieben (3%). Folglich verringerte sich der Unterschied zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen im Laufe der Zeit. Im Jahr 2012 befand sich die Bevölkerung mit Migrationshintergrund viermal häufiger ausserhalb des Bildungssystems als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Zehn Jahre später betrug dieses Verhältnis 2,6. 

Ein- und Auswanderungen nahmen 2021 zu

Die Zahl der Einwanderungen ausländischer und Schweizer Staatsangehöriger schwankt: Nachdem sie 2013 und 2016 gestiegen war, ging sie bis 2020 zurück. Seit 2021 nimmt sie wieder zu. Bei den Auswanderungen von ausländischen und Schweizer Staatsangehörigen stiegen die Zahlen zwischen 2012 und 2018 ebenfalls an und gingen dann bis 2020 zurück. Ab 2021 ist wieder ein Anstieg zu beobachten. Ein- und Auswanderungen betreffen hauptsächlich Männer (im Schnitt 54% bei den Einwanderungen und 55% bei den Auswanderungen) und ausländische Personen im Erwerbsalter (im Schnitt 86% bei den Einwanderungen und 84% bei den Auswanderungen). Seit 2012 waren die ein- und ausgewanderten Personen mehrheitlich deutsche (15%), italienische (10%), französische (10%) oder portugiesische (10%) Staatsangehörige. Frankreich und Deutschland sind die beiden wichtigsten Herkunfts- und Zielländer von Migrantinnen und Migranten.

Schweizer Staatsangehörigkeit bei im Ausland Geborenen beliebter

2021 waren zwei Drittel der eingebürgerten Personen im Ausland und ein Drittel in der Schweiz geboren (63% gegenüber 37%). Fast zwei Drittel der im Ausland geborenen Personen, die das Schweizer Bürgerrecht erworben haben, lebten seit weniger als 20 Jahren in der Schweiz. Bei den Eingebürgerten handelte es sich hauptsächlich um deutsche (21%), italienische (11%) und französische (9%) Staatsangehörige. Vier von fünf Personen erwarben das Schweizer Bürgerrecht durch ordentliche Einbürgerung, das restliche Fünftel durch eine erleichterte Einbürgerung. 19% der ständigen schweizerischen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren waren Doppelbürgerinnen und Doppelbürger. Davon haben 65% die Schweizer Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erhalten.

Im Ausland geborene Schweizerinnen und Schweizer doppelt so häufig in gemischt-nationalen Ehen

Im Zeitraum von 2017 bis 2019 lebten im Ausland geborene Schweizerinnen und Schweizer doppelt so häufig in einer gemischt-nationalen Ehe wie in der Schweiz geborene (13% gegenüber 6%). Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau war bei den im Ausland geborenen Frauen höher als bei den in der Schweiz geborenen.

Zusätzliche Informationen finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.


 

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Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund hat in der Schweiz seit 2012 um 4 Prozentpunkte zugenommen
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Migration and integration in Switzerland: 2022 edition


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