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Statistik Schweiz

AnalysenDer ökologische Fussabdruck der Schweiz

footprint

Der ökologische Fussabdruck misst den Verbrauch natürlicher Ressourcen und drückt in globalen Hektaren (gha) die Fläche aus, die für die Produktion dieser Ressourcen notwendig wäre. Der ökologische Fussabdruck zeigt auf, welche ökologische Produktionsfläche erforderlich ist, damit eine Region, ein Land oder die gesamte Menschheit die eigenen Bedürfnisse decken und die Abfälle neutralisieren kann. Der ökologische Fussabdruck erlaubt eine hoch aggregierte Aussage (in absoluten Werten) darüber, ob die Nutzung des Umweltkapitals nachhaltig ist oder nicht.
 

Mehr als dreimal die Erde wäre erforderlich, wenn alle wie die Schweizer Bevölkerung leben würden
Das Ungleichgewicht zwischen dem ökologischen Fussabdruck der Schweiz und der weltweiten Biokapazität besteht schon seit Jahrzehnten und nimmt stetig zu. Dieser Konsum ist nur dank des Imports von natürlichen Ressourcen und der Übernutzung der globalen Güter (wie Atmosphäre) möglich. Da die Schweiz jedoch 3,3-aml mehr Umweltleistungen und -ressourcen konsumiert als global verfügbar sind (1,7 gha pro Person), ist ihr Konsum nicht nachhaltig. Wir leben somit auf Kosten künftiger Generationen und anderer Erdteile.

 

Ökologischer Fussabdruck der Schweiz im Vergleich zur Biokapazität der Welt

Einige Regionen der Welt leben auf Kosten anderer
Im Jahr 2012 übersteigt der weltweite Pro-Kopf-Fussabdruck die  weltweit verfügbare Pro-Kopf-Biokapazität um 1,1 gha. Allerdings verbergen sich hinter diesem durchschnittlichen Ressourcenverbrauch erhebliche Unterschiede: Die meisten Industrieländer verbrauchen mehr als zwei Planeten Erde, während die Länder des indischen Subkontinents, in Südostasien und Afrika weniger als einen Planeten Erde verbrauchen. Der schweizerische Pro-Kopf-Fussabdruck liegt im Durchschnitt der westeuropäischen Länder. Australien, die Vereinigten Staaten, Kanada, das Sultanat Oman, Belgien und Schweden haben 2012 über viermal mehr Ressourcen verbraucht als weltweit an Biokapazität verfügbar ist.

Ökologischer Fussabdruck Karte (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Weltkarte, globale Verteilung des ökologischen Fussabdrucks

Der Energiekonsum der Schweiz bestimmt massgeblich ihren ökologischen Fussabdruck
Der Verbrauch fossiler Energie macht fast drei Viertel des ökologischen Fussabdrucks der Schweiz aus. Dieser Anteil ist in den vergangenen Jahrzehnten ausserdem am stärksten gewachsen. Mit 20,6% des gesamten Fussabdrucks stellt allerdings auch unser Bedarf an Ackerland, Wald und Naturwiesen einen wichtigen Anteil dar.

Zusammensetzung des ökologischen Fussabdruck der Schweiz


Die Methode

Der ökologische Fussabdruck ist eine Art „Ressourcenbuchhaltung“
Der ökologische Fussabdruck zeigt auf, inwieweit der Mensch die Regenerationsfähigkeit der natürlichen Umwelt ausschöpft. Die Methode rechnet unseren Verbrauch an natürlichen Ressourcen (für die Nahrungsmittel- und Fasernproduktion sowie die CO2-Absorbierung) in die produktive Fläche um, die notwendig ist, um die Ressourcen auf erneuerbare Weise bereitzustellen oder die Emissionen zu absorbieren. Der ökologische Fussabdruck drückt also unterschiedliche Konsumformen in ihrem Flächenbedarf aus, gemessen in globalen Hektaren. Er zeigt auf, ob und in welchem Ausmass die Nutzung der Natur die regenerative Fähigkeit der Biosphäre (Biokapazität) übersteigt. Wenn der Fussabdruck der Menschheit die Biokapazität der Welt übersteigt, führt das zur globalen Übernutzung der Natur und ist nicht nachhaltig.

Der ökologische Fussabdruck misst nicht alles
Der ökologische Fussabdruck berücksichtigt nur einen Teil der Umweltdimensionen der Nachhaltigkeit, die Dimensionen Gesellschaft und Wirtschaft werden ausser Acht gelassen. Ausserdem misst der Fussabdruck den Fluss und nicht den Bestand an natürlichen Ressourcen. Der Verlust von Lebensraum, von erneuerbaren oder nicht erneuerbaren natürlichen Ressourcen sowie von Biodiversität, der Süsswasserverbrauch oder die Umweltbelastung durch Schwermetalle und durch die Emission schwer abbaubarer Schadstoffe werden nicht berücksichtigt. Der ökologische Fussabdruck ist somit kein vollumfänglicher Nachhaltigkeitsindikator.

Eine Studie aus dem Jahr 2006 des Bundesamtes für Statistik (BFS), des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE) und des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) sowie der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) hat die Methode des Global Footprint Networks für den Fussabdruck der Schweiz evaluiert. Die Studie überprüfte insbesondere, inwieweit die aus internationalen Quellen stammenden Daten (hauptsächlich der Vereinten Nationen) des Global Footprint Networks der amtlichen Statistik der Schweiz entsprechen. Wie sich herausgestellt hat, stimmen die beiden Datensätze sehr gut miteinander überein.

Auf Basis dieser Studie und Empfehlungen anderer Länder wurde die Methode des Global Footprint Network weiterentwickelt. Das Global Footprint Network publiziert jedes Jahr überarbeitete und aktualisierte Ergebnisse. Diese beinhalten die Berechnungen des Fussabdrucks und der Biokapazität für die Schweiz sowie für 150 andere Länder.

 

Der ökologische Fussabdruck der Schweiz - Ein Beitrag zur Nachhaltigkeitsdiskussion Externe Seite. Inhalt wird in neuem Fenster geöffnet.: eine Publikation für die breite Öffentlichkeit basierend auf der Studie "Der ökologische Fussabdruck in der Schweiz"

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