AnalysenDer ökologische Fussabdruck der Schweiz

Während das Indikatorensystem MONET die Entwicklung in verschiedenen nachhaltigkeitsrelevanten Bereichen verdeutlicht, gestattet der ökologische Fussabdruck (oder Ecological Footprint) eine Aussage, inwieweit Nachhaltigkeit als Zustand bezüglich des Umweltkapitals gegeben ist.
Der Fussabdruck der Schweiz ist mehr als viermal so gross wie ihre Biokapazität
Er misst derzeit 5 globale Hektaren (gha) pro Person. Die Biokapazität unseres Landes beträgt indes bloss 1,2 gha pro Kopf.

Die Hauptursache für den grossen Fussabdruck ist der Energieverbrauch
Der Fossilenergieverbrauch macht 64% des ökologischen Fussabdrucks aus und ist damit weit bedeutender als alle anderen Bereiche. Der Fussabdruck als Folge des Fossilenergiekonsums ist in den letzten Jahrzehnten auch weitaus am stärksten gewachsen. Wichtig ist indes auch unser Bedarf an Acker-, Wald- und Weideflächen mit einem Anteil von insgesamt 32% am gesamten Fussabdruck.

Wir leben auf Kosten anderer Erdteile oder künftiger Generationen
Das Missverhältnis zwischen ökologischem Fussabdruck und Biokapazität besteht in der Schweiz schon seit Jahrzehnten. Dieser nicht nachhaltige Konsum ist – ohne das eigene Naturkapital deutlich zu übernutzen – nur dank des Imports von natürlichen Ressourcen und ökologischen Dienstleistungen möglich.
Die Menschen verbrauchen die natürlichen Ressourcen der Erde schneller als diese sich zu regenerieren vermögen
Die durchschnittliche Pro-Kopf-Biokapazität der Erde ist um 0,9 gha kleiner als der weltweite Pro-Kopf-Fussabdruck. Der schweizerische Fussabdruck liegt im Durchschnitt der westeuropäischen Länder. Die nordamerikanischen und einige europäische Länder verbrauchen pro Person bis zu 4,5 Mal mehr Ressourcen als die 1,8 gha Biokapazität, die es pro Kopf gibt. Viele Länder in Südostasien und Afrika verbrauchen deutlich unter dem Weltdurchschnitt (siehe Weltkarte weiter unten).

Weltkarte, globale Verteilung des ökologischen Fussabdrucks
Die Methode
Der ökologische Fussabdruck ist eine Art „Ressourcenbuchhaltung“
Sie zeigt auf, inwieweit der Mensch die Regenerationsfähigkeit der natürlichen Umwelt ausschöpft. Die Methode rechnet unseren Verbrauch an natürlichen Ressourcen (für die Nahrungsmittel- und Fasernproduktion, die CO2 Absorption und als Siedlungsfläche) in produktive Flächeneinheiten um, die notwendig sind, um diese Ressourcen auf erneuerbare Weise bereitzustellen. Der ökologische Fussabdruck drückt also unterschiedliche Konsumformen in ihrem Flächenbedarf aus, gemessen in so genannten "globalen Hektaren" - Hektaren mit weltweiter Durchschnittsproduktivität. Er zeigt auf, ob und um wie viel die Nutzung der Natur die regenerative Fähigkeit der Biosphäre (Biokapazität) übersteigt. Wenn der Fussabdruck der Menschheit die Biokapazität der Welt übersteigt, führt das zur globalen Übernutzung der Natur und ist nicht nachhaltig.
Eine Studie aus dem Jahr 2006 der Bundesämter für Raumentwicklung (ARE), für Statistik (BFS), für Umwelt (BAFU) und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) hat die Methode des Global Footprint Networks für den Fussabdruck der Schweiz evaluiert. Die Studie überprüfte speziell, inwieweit die aus internationalen Quellen stammenden Daten (hauptsächlich der Vereinten Nationen) des Global Footprint Networks der amtlichen Statistik der Schweiz entsprechen. Wie sich herausgestellt hat, stimmen die beiden Datensätze sehr gut miteinander überein.
Auf Basis dieser Studie und Empfehlungen anderer Länder, wurde die Methode vom Global Footprint Network weiterentwickelt. Jährlich werden überarbeitete und aktualisierte Resultate publiziert. Diese Resultate beinhalten die Berechnungen für den Fussabdruck und die Biokapazität der Schweiz sowie für 150 andere Länder.
Der ökologische Fussabdruck der Schweiz - Ein Beitrag zur Nachhaltigkeitsdiskussion
: eine Publikation für die breite Öffentlichkeit basierend auf der Studie "Der ökologische Fussabdruck in der Schweiz"