Die höchste abgeschlossene Ausbildung (Bildungsstand) gibt Auskunft über die Chancen der Menschen mit Behinderungen, nach der obligatorischen Schulbildung weiter zu lernen. Für einen Grossteil dieser Menschen hatte die Behinderung jedoch keinen Einfluss auf das erreichte Ausbildungsniveau, da sie erst nach ihrem Ausbildungsabschluss auftrat. Deshalb ist dieser Indikator mit Vorsicht zu interpretieren, insbesondere da sich die Beziehung zwischen der Ausbildung und der Behinderung auch umkehren kann. Das Risiko, dass eine Person durch eine Behinderung eingeschränkt werden kann, ist teilweise durch die Ausbildung beeinflusst (die Berufswahl ist abhängig von der Ausbildung und unterschiedliche Berufe weisen auch unterschiedliche Gesundheitsrisiken auf).
Der Bildungsstand von Menschen mit (starken) Behinderungen liegt unter demjenigen der restlichen Bevölkerung: Sie haben in grösserem Ausmass nach der obligatorischen Schule keine weitere Ausbildung gemacht und haben seltener eine tertiäre Ausbildung abgeschlossen. Die Behinderung ist jedoch nicht der einzige Grund für diese Unterschiede. Auch das Alter spielt beispielsweise eine Rolle: Menschen mit Behinderungen gehören häufig älteren Generationen an, die allgemein eine weniger hohe Bildung haben.

