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Statistik Schweiz

Gleichstellung von Menschen mit BehinderungenEinführung

Ziel

Die Indikatoren zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen geben Auskunft über den gegenwärtigen Stand sowie die Entwicklung der Gleichstellung in der Gesellschaft. Dabei wird die Situation von Menschen mit Behinderungen mit jener von Menschen ohne Behinderungen verglichen.

Seit 1999 ist die Gleichstellung von Menschen mit und ohne Behinderungen in der Bundesverfassung verankert. Im Januar 2004 trat das Bundesgesetz über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen (Behindertengleichstellungsgesetz, BehiG) in Kraft. Es «setzt Rahmenbedingungen, die es Menschen mit Behinderungen erleichtern, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und insbesondere selbstständig soziale Kontakte zu pflegen, sich aus- und fortzubilden und eine Erwerbstätigkeit auszuüben».

Verwendete Definition

Im Rahmen dieser Statistik werden Menschen mit Behinderungen als Personen definiert, die angeben, ein dauerhaftes Gesundheitsproblem zu haben und bei Tätigkeiten des normalen Alltagslebens (stark oder etwas) eingeschränkt zu sein. Hierbei handelt es sich um eine «subjektive» bzw. «selbstbestimmte» Definition, da sie auf der eigenen Einschätzung der betroffenen Personen beruht. Eine «objektive» Definition würde die Fähigkeiten der Person, gewisse Aktivitäten auszuführen oder eben nicht auszuführen, betreffen; beispielsweise über genügend Sehvermögen verfügen, um die Zeitung zu lesen oder um jemanden auf der Strasse zu erkennen.

Es gibt viele Möglichkeiten, den Begriff Behinderung und damit auch Menschen mit Behinderungen zu definieren. Gegenwärtig gilt auf internationaler Ebene ein Konsens hinsichtlich der Definition von Behinderung. Danach handelt es sich bei einer Behinderung nicht um ein Gesundheitsproblem an sich, sondern um die Einschränkungen, welche dieses Gesundheitsproblem für die Betroffenen gegenüber ihrer Umwelt und ihrem sozialen Umfeld mit sich bringt (vgl. ICF, International classification of functioning, disability and health, WHO).

Themen

Die Indikatoren decken sechs grosse Themenfelder ab: Merkmale der Menschen mit Behinderungen (Anzahl, Alter usw.) sowie Gleichstellung in den Bereichen Bildung, Erwerbstätigkeit, Lebensstandard, individuelles Wohlbefinden und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. In der Menüleiste oben rechts können Sie die verschiedenen Indikatoren anklicken.

Liste mit Kennzahlen

BereichKennzahlenGenauere BezeichnungenLetzte Änderung
Menschen mit BehinderungenMenschen mit BehinderungenAnzahl Menschen mit Behinderungen, 2007/2009–2010, und Anteil Menschen mit Behinderungen in verschiedenen Bevölkerungsgruppen, 2009–20102012/04
 SoziodemografieMenschen mit Behinderungen nach Alter, Geschlecht, Wohnregion und Nationalität, 2007/2009–20102012/04
 BehinderungsartArt der Behinderung (körperlich, geistig usw.), 20072010/01
 Schädigungen und BeeinträchtigungenPrävalenz von einzelnen Schädigungen und Beeinträchtigungen in der Bevölkerung, 20072011/12
 InvalideBezügerInnen von Invalidenrenten, 2000–20102010/12
BildungAusbildungSchülerinnen und Schüler in Sonderklassen und Sonderschulen, 1980–20082011/12
 BildungsstandBildungsstand (höchste abgeschlossene Ausbildung), 2007/2009-20102012/04
 WeiterbildungIndikator nicht verfügbar. Voraussichtlich ab Dezember 2012 verfügbar.______
ErwerbstätigkeitBeteiligung am ArbeitsmarktArbeitsmarktstatus, 2007/2009–2010, und Beschäftigungsgrad, 2007/2009–20102012/04
 Geschützte ArbeitVerfügbare Plätze, 2006–2010, und Kund/innen der an Institutionen für Menschen mit Behinderungen angegliederten, geschützten Werkstätten, 2007/20092012/04
 ArbeitsbedingungenBerufliche Stellung, 2009–2010 und atypische Arbeitsbedingungen, 2009–20102012/05
 Lebensqualität am ArbeitsplatzLebensqualität am Arbeitsplatz (Zufriedenheit, Sicherheit, usw.), 2007/2009–20102012/04
LebensstandardAllgemeine finanzielle SituationZufriedenheit mit der eigenen finanziellen Situation, 2009–20102012/05
 InvaliditätsleistungenIn Anspruch genommene Invaliditätsleistungen, 2007/2009–20102012/04
 ArmutExterne finanzielle Unterstützung (öffentliche oder private Mittel), 2007/2009–20102012/04
Individuelles WohlbefindenLebenszufriedenheitZufriedenheit in verschiedenen Lebensbereichen und weitere Dimensionen des subjektiven Wohlbefindens, 2009–20102012/04
 GesundheitSelbst wahrgenommener Gesundheitszustand, 2007/2009–20102012/04
 AutonomieHilfebedarf : Spitex-Dienst, 20072010/01
 FamilienlebenHaushaltstyp, 2007/2009–20102012/04
 Soziale KontakteSoziale Kontakte: subjektive Einschätzung, 2007/2009–20102012/05
 WohnenZufriedenheit mit der Wohnung, 2009–20102012/05
 FreizeitZufriedenheit mit den Freizeitaktivitäten, 2009–20102012/05
 Persönliche SicherheitSicherheitsgefühl, 2009–20102012/05
Gesellschaftliche TeilhabeVereinsleben und PolitikTeilnahme an Vereinen, 2007, und politische Teilhabe, 2009–20102012/05
 InformationsgesellschaftInternet zu Hause, 2009–20102012/05
 MobilitätSelbständig die öffentlichen Verkehrsmittel benützen, 20072009/03
 Dienstleistungen für die BevölkerungZugang zu Dienstleistungen für die Bevölkerung (Post, Bank, öffentlicher Verkehr), 20092012/05

Hinweise zu den Indikatoren

Die Grafiken und Kommentare sind auf einige Kernaussagen zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen beschränkt. Die genauen Zahlen und weitere Ergebnisse (Sekundärindikatoren und Verteilung nach Geschlecht) können den herunterladbaren Tabellen entnommen werden.

Wo nötig enthalten die Grafiken und Tabellen kurze Anmerkungen zu den verwendeten Begriffen. Zu den wichtigsten Begriffen und Konzepten sind unter Definitionen in der linken Menuleiste ausführlichere Erläuterungen zu finden (z.B. «Erwerbslose gemäss ILO» oder «Vertrauensintervall»).

Behinderung und Geschlecht

Die Resultate sind für Frauen und Männer separat verfügbar (siehe die herunterladbaren Dateien am Ende der Seiten «Indikatoren»).

Begrenzung auf die 16–64-Jährigen

Der Anteil von Menschen mit Behinderungen steigt mit dem Alter stark an. Um zu vermeiden, dass Behinderung und Alter miteinander verwechselt werden, aber auch, weil mehrere zentrale Bereiche der Gleichstellung der Menschen mit Behinderungen sich vor allem auf das Erwerbsalter beziehen (insbesondere Bildung und Erwerbstätigkeit), sind die dargestellten Indikatoren der Gleichstellung meistens auf die 16 bis 64-jährigen Personen beschränkt.

Daten

Die vorliegenden Indikatoren basieren auf den Daten der Erhebung Einkommen und Lebensbedingungen in der Schweiz (SILC), die jedes Jahr durchgeführt wird. Die SILC befasst sich mit Personen ab 16 Jahren, die in einem Privathaushalt leben. Kinder und Personen in Institutionen werden demnach nicht berücksichtigt. Um gewisse Lücken zu schliessen, werden andere Quellen wie die Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB), die Statistik der sozialmedizinischen Institutionen (SOMED) oder die Statistik der Lernenden, herangezogen.

Eine Beschreibung der verwendeten Datenquellen ist in der Rubrik Erhebungen, Quellen zu finden.

 

Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen: gesetzliche Grundlage

Zuletzt aktualisiert am: 16.05.2012
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