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Statistik Schweiz

Unbezahlte Arbeit – Daten, IndikatorenEinleitung zum Satellitenkonto Haushaltsproduktion

Einleitung

Mit dem Satellitenkonto Haushaltsproduktion (SHHP) wird der Wert der unbezahlten Arbeit in Bezug gesetzt zur gesamten Bruttowertschöpfung der Schweiz. Die Basis für das SHHP bilden die produktiven Leistungen der privaten Haushalte, welche nicht über den Markt abgewickelt werden, d.h. der Zeitaufwand für unbezahlte Arbeiten von Privatpersonen (z.B. für Hausarbeit). Diese werden mittels eines Marktkostenansatzes monetär geschätzt, damit sie als «fiktiver» Geldfluss mit der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechung (VGR) verglichen werden können.

Schematisch dargestellt sieht diese Konstruktion folgendermassen aus:
Gesamtwirtschaft (VGR) – Anpassungen = Modifizierte Gesamtwirtschaft + Haushaltsproduktion (nicht VGR) + Haushaltsproduktion (VGR) = Erweiterte Gesamtwirtschaft
Die methodischen Grundlagen zum Satellitenkonto Haushaltsproduktion wurden bereits 2004 publiziert:
    • Zur Detailansicht [Satellitenkonto Haushaltsproduktion]
      Satellitenkonto Haushaltsproduktion
      Pilotversuch für die Schweiz
      • BFS
      • Neuchâtel 2004, 76 Seiten, Fr. (exkl. MWST) 10.00
      • Bestellnummer: 643-0400 / ISBN: 3-303-20008-4
      • Erschienen am 01.11.2004

Revision 2010

Neu wurde die monetäre Evaluation der unbezahlten Arbeit mittels der durchschnittlichen Arbeitskosten Externe Seite. Inhalt wird in neuem Fenster geöffnet. pro geleistete Arbeitsstunde durchgeführt, an Stelle des bisher verwendeten Brutto-brutto-Stundenlohns. Der Arbeitskostenansatz entspricht der für das Satellitenkonto Haushaltsproduktion angewendeten Marktkostenmethode besser, da für die monetäre Evaluation der unbezahlten Arbeit angenommen wird, dass der Privathaushalt respektive die Privatperson die unbezahlte Arbeit durch eine über den Markt vermittelte Arbeitskraft ausführen lässt und so theoretisch in die Position eines Arbeitgebers versetzt wird. D

Die wichtigsten Unterschiede zu den früheren Berechnungen: Der Brutto-brutto-Lohn bezieht sich auf die bezahlten Stunden; die Arbeitskosten auf die effektiv gearbeiteten Stunden, weshalb der Äquivalenz-Stundenlohn höher ausfällt (Ferien, Feiertage, Krankheit, Unfall oder Abwesenheit aus anderen Gründen werden dabei berücksichtigt). Als Berechnungsbasis für die Arbeitskosten wurde die Lohnstrukturerhebung 2006 gewählt, die neben Lohndaten für die Privatwirtschaft und den Bund auch Daten der kantonalen und kommunalen öffentlichen Sektoren enthält. Dies hat einen unterschiedlichen Einfluss auf die Arbeitskosten für bestimmte Tätigkeitsgruppen.

Die Verwendung der durchschnittlichen Arbeitskosten pro geleistete Arbeitsstunde zur monetären Bewertung der unbezahlten Arbeit führte zu einer höheren Bewertung der unbezahlten Arbeit, insbesondere im Bereich der freiwilligen, ehrenamtlichen und informellen Tätigkeiten. Dadurch ist der Anteil der unbezahlten Arbeit an der Gesamtwirtschaft leicht höher als bei der Berechnung mit einem Brutto-brutto-Stundenlohn.

 

Zuletzt aktualisiert am: 23.03.2012
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