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Statistik Schweiz

Lebensstandard, soziale Situation und Armut – Daten, IndikatorenArmut und materielle Entbehrungen

Die Armutsstatistik wird derzeit überarbeitet. Dies geschieht insbesondere mit dem Ziel, die Analysen auf Kinder und Jugendliche sowie Personen im Rentenalter auszuweiten und somit Quoten für die ganze Bevölkerung auf der Basis einer optimierten Berechnungsgrundlage auszuweisen.

Armut bedeutet Unterversorgung in wichtigen Lebensbereichen (materiell, kulturell und sozial), so dass die betroffenen Personen nicht den minimalen Lebensstandard erreichen, der im Land, in dem sie leben, als annehmbar empfunden wird.

Mangels einer einheitlichen Definition existiert eine Vielzahl statistischer Ansätze zur Messung der Armut. Dabei wird unterschieden zwischen finanzieller Armut, Armut in Bezug auf die Lebensbedingungen, subjektiver Armut usw. Bei der finanziellen Armut werden üblicherweise zwei Ansätze angewendet: der absolute und der relative Ansatz.

 

Armut (absoluter Ansatz)

In «absoluten» Armutskonzepten wird Armut als Unterschreitung eines festgelegten Existenzminimums definiert. Für die Messung der absoluten Armut in der Schweiz orientiert sich das BFS am sozialen Existenzminimum, wie dies auch von der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) empfohlen wird. Als arm gelten demnach Personen, die nicht über die Mittel verfügen, um die für ein gesellschaftlich integriertes Leben notwendigen Güter und Dienstleistungen zu erwerben. Eine so definierte Armutsquote eignet sich als sozialpolitische Zielgrösse, da sich die finanzielle Unterstützung armer Personen oder Haushalte direkt in einer messbaren Reduktion der Armut niederschlägt. In der Schweiz leitet sich die Definition des sozialen Existenzminimums von den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) ab, die als Referenz für die Definition des Sozialhilfeanspruchs dienen.
Armut

 

Armutsgefährdung (relativer Ansatz)

Auf internationaler Ebene ist die Berechnung von Armutsgefährdungsquoten üblich, welche sich an «relativen» Schwellenwerten bemessen. Als armutsgefährdet gelten Personen in Haushalten mit einem Einkommen (ohne Vermögen), das deutlich unter dem üblichen Einkommensniveau in dem betreffenden Land liegt. Armut wird somit als eine Form der Ungleichheit betrachtet: Ob eine Person als armutsgefährdet gilt, hängt also nicht allein von ihrer eigenen wirtschaftlichen Situation ab (resp. derjenigen ihres Haushalts), sondern auch vom landesspezifischen Wohlstandsniveau. Da dieser Indikator unabhängig von länderspezifischen Faktoren wie z.B. der Sozialgesetzgebung überall gleich berechnet werden kann, eignet er sich für internationale Vergleiche.
Armutsgefährdung

 

Materielle Entbehrungen

Um ein umfassenderes Bild über die Lebensbedingungen in der Schweiz zu erhalten, können die Informationen zur finanziellen Armut resp. Armutsgefährdung durch Informationen zur materiellen Entbehrung ergänzt werden. Von materieller Entbehrung wird dann gesprochen, wenn Personen aus finanziellen Gründen auf den Besitz von wesentlichen Gebrauchsgütern verzichten müssen bzw. einen Mangel in elementaren Lebensbereichen aufweisen.
Materielle Entbehrungen

 

Working Poor

Eine besondere Beachtung kommt den Working Poor zu, da die Ausübung einer Erwerbstätigkeit als Mittel zur Reduktion des Armutsrisikos gilt. Als Working Poor werden erwerbstätige Personen bezeichnet, welche in einem armen Haushalt leben, der mindestens über ein volles Erwerbspensum verfügt (d.h. alle Haushaltsmitglieder arbeiten zusammen mindestens 36 Stunden pro Woche). 
Working Poor

 

Hinweise zu den Indikatoren

  • Zu den wichtigsten Begriffen und Konzepten sind unter Definitionen in der linken Menuleiste ausführlichere Erläuterungen zu finden (z.B. «Äquivalenzeinkommen» oder «Median»).
  • Eine Beschreibung der verwendeten Datenquellen ist in der Rubrik Erhebungen, Quellen zu finden.

 

Zuletzt aktualisiert am: 26.03.2012
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