Lebensstandard, soziale Situation und Armut Daten, IndikatorenEinkommensverteilung
Die hier vorgestellten Analysen basieren auf dem verfügbaren Äquivalenzeinkommen. Das verfügbare Äquivalenzeinkommen wird berechnet, indem vom Bruttoeinkommen die obligatorischen Transferausgaben (Sozialversicherungsbeiträge, Steuern, Prämien für die Krankenkassengrundversicherung und regelmässige Transferzahlungen an andere Haushalte wie z.B. Alimente) abgezogen werden und der Restbetrag durch die Äquivalenzgrösse des Haushalts dividiert wird. Dadurch lassen sich die Einkommen von Personen in unterschiedlich grossen Haushalten besser vergleichen. Die Analysen erfolgen somit auf der Personenebene und nicht auf der Haushaltsebene.
Die finanziellen Vorteile von selbst genutztem Wohneigentum oder von Mietobjekten, deren Mietzinsen unter der marktüblichen Miete liegen, werden im verfügbaren Äquivalenzeinkommen durch eine «fiktive Miete» berücksichtigt. Dabei handelt es sich um den Nutzungswert des Objekts nach Abzug der effektiv bezahlten Wohnkosten.
Verteilung des verfügbaren Äquivalenzeinkommens
Es gibt verschiedene Arten, die Einkommensverteilung in einer Bevölkerung darzustellen. Ein gebräuchliches Mittel besteht darin, die Personen nach der Höhe ihrer Einkommen zu sortieren und anschliessend die Werte zu ermitteln, die die gesamte Bevölkerung in gleich grosse Tranchen teilen, z.B. in zehn Gruppen, welche je ein Zehntel der Bevölkerung umfassen. Die oberen Randwerte der zehn gleich grossen Einkommensgruppen werden Dezile genannt. In der unten stehenden Tabelle sind die Extremwerte (1. und 9. Dezil) sowie der Median des verfügbaren Äquivalenzeinkommens nach verschiedenen soziodemografischen Merkmalen dargestellt.
Im Jahr 2010 haben 10% der Personen in der Schweiz ein verfügbares Äquivalenzeinkommen unter 25’553 Franken pro Jahr. Am anderen Ende der Verteilung stehen jene 10% der Personen in der Schweiz, die ein verfügbares Äquivalenzeinkommen von über 86'784 Franken pro Jahr aufweisen. Der Median zeigt, dass die Hälfte der in der Schweiz wohnhaften Personen über ein Einkommen von weniger als 47'567 Franken pro Jahr verfügt.
| Dokument / Objekt | Titel | Periode | |
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Verteilung des verfügbaren Äquivalenzeinkommens, nach verschiedenen soziodemografischen Merkmalen (je-d-20.03.01.20) Bundesamt für Statistik BFS |
2008-2010 | |
Europäischer Vergleich
Der europäische Vergleich basiert auf den Daten von 2009, wobei die «fiktive Miete» im verfügbaren Äquivalenzeinkommen nicht berücksichtigt ist.
2009 beläuft sich das Medianeinkommen in der Schweiz, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, auf 22'683. Damit liegt der Median des verfügbaren Äquivalenzeinkommens der Schweiz (in Kaufkraftstandards) im europäischen Vergleich auf dem dritten Platz hinter Luxemburg (27’403) und Norwegen (24’143). Die Schweiz weist ein 2,4 Mal höheres verfügbares Äquivalenzeinkommen auf als Portugal (9410), ein 1,5 Mal höheres als Italien (15’203) und ein 1,3 Mal höheres als Frankreich (17’656) und Deutschland (17’959).
Ungleichheit in der Verteilung des verfügbaren Äquivalenzeinkommens: Verhältnis S80/S20 und Gini-Index
Die Ungleichheit in der Einkommensverteilung kann anhand verschiedener Indikatoren gemessen werden. Das Verhältnis S80/S20 misst die relative Ungleichheit in der Verteilung einer Grösse (Lohn, Einkommen, Lebensstandard etc.). Bei der Verteilung der Einkommen setzt der Indikator S80/S20 das gesamte Einkommen der reichsten 20% der Bevölkerung ins Verhältnis zum gesamten Einkommen der ärmsten 20% der Bevölkerung. Je höher diese Zahl ist, desto ungleicher ist die Einkommensverteilung. 2010 beträgt dieses Verhältnis in der Schweiz 4,3. Das bedeutet, dass die Einkommen der Bestverdienenden 4,3 Mal höher sind als jene der Personen mit den geringsten Einkommen.
Europäischer Vergleich
Der europäische Vergleich basiert auf den Daten von 2009, wobei die fiktive Miete im verfügbaren Äquivalenzeinkommen nicht berücksichtigt wird.
Der Gini-Index (auch Gini-Koeffizient) ist ein weiterer synthetischer Indikator für Ungleichheit (Lohn, Einkommen, Lebensstandard etc.). Sein Wert variiert zwischen 0 und 100 (oder 0 und 1). Bei absoluter Gleichverteilung beträgt der Index 0. Bei völliger Ungleichheit, wenn also alle Einkommen ausser einem Null sind, beträgt der Index 100. Je höher der Gini-Index, desto grösser die Ungleichheit.
Gemäss den Resultaten von 2009, liegt die Schweiz im europäischen Vergleich mit 30,2 in Bezug auf die Ungleichheit in der Einkommensverteilung im Durchschnitt. Bei unseren Nachbarn variiert der Gini-Index (ohne fiktive Miete) zwischen 26 (Österreich), 29 (Deutschland), 30 (Frankreich) und 31,5 (Italien). In der Europäischen Union beträgt der Gini-Index im Durchschnitt 30,4.


