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Statistik Schweiz

Rückfall - IndikatorenKommentar

Von strafrechtlich sanktionierten Personen wird im Allgemeinen erwartet, dass sie keine neuen Straftaten begehen. Aus Erfahrung weiss man, dass dem jedoch nicht so ist. Seit der Einführung des Strafrechts in seiner modernen Form ist deshalb die Rückfallthematik Gegenstand von Gesetzgebung, Statistik und politischer Debatte.

Die statistische Analyse der Rückfälle zielt darauf ab, Rückfälligkeit nach verschiedenen Merkmalen zu untersuchen, ihre Entwicklung zu beschreiben und die Ergebnisse statistisch zu erklären. Die hier vorgelegten Analysen beziehen sich noch auf das alte Sanktionenrecht, das bis zum 31.12.2006 in Kraft war.

Die Terminologie und die Definitionen sowie die Analysen zur Festlegung der Auswertungsstandards sind unter der Rubrik "Analysen" zu finden.

Einige Ergebnisse:

  • Die Rückfallrate über drei Jahre der 2006 verurteilten Erwachsenen sowie der Personen, die aus dem Strafvollzug entlassen wurden, beträgt 25%, wobei alle wegen eines Verbrechens oder Vergehens sanktionierten Schweizer und Schweizerinnen einbezogen wurden (N=44 250).
  • Die Rückfallrate ist höher für Männer (27%) als für Frauen (19%) und sinkt regelmässig nach Alterskategorien ab, von den 18- bis 24-Jährigen mit 32% bis zu den über 40-Jährigen mit 20%.
  • Je mehr Vorstrafen eine Person aufweist, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, rückfällig zu werden. 75% der verurteilten Schweizer hatten keine Vorstrafe; ihre Rückfallrate beträgt 18%. Beim Vorliegen einer Vorverurteilung steigt die Rückfallrate auf 39% und diejenigen mit mindestens zwei Vorverurteilungen haben Rückfallraten von 65%.
  • In der Schweiz ist ein namhafter Teil der verurteilten Ausländern im Ausland wohnhaft und ein nicht zu vernachlässigender Teil von Ausländern wird nach einem Vollzug ausgewiesen bzw. verlässt von sich aus die Schweiz, wobei das Detail dieser Bewegungen nicht bekannt ist. Deshalb kann die für Rückfallanalysen unabdingbare Referenzpopulation nicht näher bestimmt und für Ausländer keine verlässlichen Rückfallraten berechnet werden. Deshalb wurden die Analysen der Erwachsenen bzw. der Entlassenen nur mit Daten der verurteilten bzw. entlassenen Schweizer durchgeführt. Die Ergebnisse des Vergleichs der Rückfallraten von Schweizern und Ausländern werden separt unter der Rubrik "Analysen" vorgestellt.

Neuchâtel, im November 2011

 

Zuletzt aktualisiert am: 29.11.2011
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