Sanktionen 1984 - 2006
Die Daten der Strafurteilsstatistik umfassen alle nach dem eidgenössischen Erwachsenenstrafrecht gefällten und im Strafregister eingetragenen Verurteilungen. Folgende Informationen zu den Verurteilungen sind verfügbar: die demografischen Merkmale der Verurteilten (wie Geschlecht, Alter, Staatsangehörigkeit und Wohnkanton), der Urteilskanton, die angewandten Gesetzesartikel (maximal 20) und die Sanktionsart. Bekannt ist die Dauer einer Freiheitsstrafe oder der Bussenbetrag. Die aktuelle Datenbank existiert in dieser Form seit 1984. Von 1984 bis 2006 ist die Zahl der jährlich ins Strafregister eingetragenen Verurteilungen von rund 57'000 auf rund 98'000 Fälle angestiegen. Die Analyse dieser Entwicklung nach der Hauptsanktion zeigt eine Verdoppelung der Bussen (plus 123%) und eine starke Zunahme der bedingten Freiheitsstrafen (plus 67%). Die unbedingten Freiheitsstrafen blieben bis 2003 stabil und stiegen dann an (plus 22% von 1984 bis 2005).
Die bedingten und unbedingten Freiheitsstrafen machen drei Fünftel der Hauptstrafen aus, die Bussen zwei Fünftel. Die Verteilung der Sanktionen in der Strafurteilsstatistik widerspiegelt nur einen Teil der Realität, da die ausschliesslich mit Busse bestraften Übertretungen nicht ins Strafregister eingetragen werden und damit nicht in der darauf basierenden Strafurteilsstatistik erscheinen. Die Zahl der von den Gerichten verhängten Bussen ist somit deutlich höher, lässt sich jedoch nicht beziffern. 2006 wurden Bussen von insgesamt über 54.4 Millionen Franken ins Strafregister eingetragen. Der Medianbetrag belief sich auf 700 Franken.
In 91% der ausgesprochenen unbedingten Freiheitsstrafen betrug deren Dauer nicht über sechs Monate, in 57% nicht über einen Monat.
