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Statistik Schweiz

Verzeigungen - AnalysenTötungsdelikte - Häuslicher Bereich

Ob es sich um eine Tat im häuslichen Bereich handelte, wurde durch die zur Tatzeit bestehende Beziehung zwischen Opfer und tatverdächtiger Person bestimmt. Bei den Analysen wurde das Konzept der häuslichen Beziehung weit gefasst.

 

Definition ’häuslicher Bereich’
Folgende Beziehungen werden dem häuslichen Bereich zugerechnet:
Partnerschaften: eheliche und nicht eheliche Beziehungen, die zur Tatzeit bestanden oder bereits aufgelöst waren.
Engere Familie: Blutsverwandtschaft
Erweiterte Familie: angeheiratete Verwandtschaft und die Verwandtschaft des/der nicht angeheirateten Partners/Partnerin, wie der Freund der Tochter der tatverdächtigen Person oder die Schwester des Lebenspartners der tatverdächtigen Person; oder wie der oder die neue Partner/in oder Drittbeziehung des/der (Ex-)Partners/(Ex-)Partnerin
Zufällige Opfer häuslicher Gewalt: Personen, die in einen häuslichen Konflikt geraten, ohne in einer häuslichen Beziehung zur tatverdächtigen Person zu stehen (z.B. Arbeitskollege oder Bekannte(r) eines Opfers häuslicher Gewalt).


 

Opfer von Tötungsdelikten im häuslichen Bereich, 2000–2004
Sondererhebung Tötungsdelikte 2000 - 2004

Weibliche Opfer im häuslichen Bereich werden am häufigsten von ihrem ehemaligen oder aktuellen Partner angegriffen (78% aller weiblichern Opfer im häuslichen Bereich). Berücksichtigt man alle weiblichen Opfer, dann werden 57% Opfer ihres Partners oder Ex-Partners.
Bei den männlichen Opfern im häuslichen Bereich ist hingegen bei 34% die tatverdächtige Person die Partnerin (oder der Partner), respektiv bei 8% aller männlichen Opfer. Im häuslichen Bereich gehört das männliche Opfer oft zur erweiterten Familie der tatverdächtigen Person. Es handelt sich z.B. um den neuen Freund der Ex-Partnerin oder um den Partner der Tochter, Schwester oder Mutter.

 

Opfer von Tötungsdelikte im häuslichen Bereich

  20002001200220032004Total
Total771061179495489
 davon männlich3034373431166
 davon weiblich4772806064323
 davon bis 6 Jahre8874835
 davon 7-14 Jahre4782425
 davon 15-17 Jahre1434012
 davon 18 J. und älter6485988483414

66% aller Opfer im häuslichen Bereich sind Frauen. 12% der Opfer sind Kinder unter 15 Jahren. Diese wurden fast ausschliesslich Opfer der Mutter oder des Vaters. Nur bei zwei minderjährigen Opfern steht die tatverdächtige Person in einem anderen Verwandtschaftsverhältnis zum Opfer.

 

Todesopfer bei Tötungsdelikten im häuslichen Bereich

  20002001200220032004Total
Total2947524441213
 davon männlich121712141267
 davon weiblich1730403029146
 davon bis 6 Jahre4354521
 davon 7-14 Jahre2421312
 davon 15-17 Jahre.213.6
 davon 18 J. und älter2337443633173

Der Anteil der Todesopfer liegt im häuslichen Bereich mit 44% über dem Durchschnitt. Der Anteil der Todesopfer ist bei den unter 7-Jährigen am grössten (59%). 45% aller registrierten weiblichen Opfer starben an den Folgen der Tat. Dieser höhere Anteil lässt sich teilweise dadurch erklären, dass die Anzeigewahrscheinlichkeit bei versuchten Straftaten im häuslichen Bereich eher gering ist. Das Alter (<7 Jahre) und/oder die sehr enge Beziehung zur tatverdächtigen Person (Elternteil, Partner) machen eine Anzeige im häuslichen Bereich vermutlich schwieriger. Jährlich starben durchschnittlich 22 Frauen und vier Männer im Rahmen einer Partnerschaftstötung.

 

Tatverdächtige von Tötungsdelikten im häuslichen Bereich

  20002001200220032004Total
Total72951009389449
 davon männlich5176857572359
 davon weiblich211915181790
 davon unter 18 Jahre4224113
Obwohl weibliche Tatverdächtige mit 20% auch im häuslichen Bereich eine Minderheit bilden, ist es gerade dieser Bereich, in dem Frauen am häufigsten aufgrund eines Tötungsdeliktes verzeigt werden. 82% aller weiblichen Tatverdächtigen waren dem häuslichen Bereich zuzuordnen. Bei den Männern sind es dagegen 43% und bei den Minderjährigen 28%.
Zuletzt aktualisiert am: 29.01.2010
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