Wahlen AnalysenNationalratswahlen 2011: Listen und Kandidaturen
Sie finden auf dieser Seite:
- Eine kurze Analyse der eingereichten Wahllisten und Kandidaturen
- Detaillierte Tabellen mit den eingereichten Listen und Kandidaturen, den Teillisten der Parteien (z.B. Jugend- und Regionallisten) und den von den Parteien eingegangenen Listen- und Unterlistenverbindungen (zum Herunterladen am Ende der Seite)
- Die Zuordnung der eingereichten Wahllisten zu nationalen Parteien (Proporzkantone)
Rekordzahl von Jugend- und Seniorenlisten
Noch nie wurden seit den ersten Proporzwahlen von 1919 so viele Listen eingereicht und noch nie stellten sich derart viele Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl wie 2011. Es wurden insgesamt 365 Listen und damit 54 Listen mehr als vier Jahre zuvor eingereicht, dies entspricht einer Zunahme von 17%. Im Vergleich zu 1983 hat sich die Zahl der eingereichten Wahllisten fast verdoppelt. Entsprechend der vergrösserten Listenzahl ist auch die Zahl der Kandidatinnen und Kandidaten angestiegen (von 3089 auf 3458).
Die starke Zunahme der Listen und Kandidaturen seit 2007 kann mit den neuen Parteien BDP und GLP erklärt werden. Die BDP reichte 16 Listen mit 151 Kandidierenden ein, die GLP 21 Listen (mit 241 Kandidierenden). Die traditionellen Bundesratsparteien (FDP, CVP, SP, SVP) steuern 191 Listen bei, und stellen damit wie schon 2007 über die Hälfte der Wahllisten (je knapp 50 Listen). Auf den Wahllisten dieser vier Parteien kandidieren 1664 Personen.
Höchststand mit 100 Jugend- und Seniorenlisten
Ein weiterer Grund für die „Listenflut“ sind die zahlreichen Teillisten der bestehenden Parteien. Mittels Regionallisten, alterspezifischen oder anderen Teillisten versuchen die Parteien, ihr Wählerpotenzial möglichst gut auszuschöpfen. 2011 sind die 100 altersspezifischen Listen – also gut ein Viertel aller Listen – mit Abstand die häufigsten Teillisten. 95 davon sind Jugendlisten. Daneben wurden 38 Regionallisten eingereicht. Nicht mehr in Mode sind hingegen die geschlechtergetrennten Listen, die von einem Maximum von 22 Listen bei den Wahlen 1999 auf noch 5 geschmolzen sind. Am beliebtesten sind die Jugend- und Seniorenlisten bei der FDP, bei der mehr als zwei Fünftel aller Listen zu diesem Typus Teillisten gehören. Die FDP reichte mit 21 am meisten altersspezifische Listen ein, gefolgt von der SP mit 18 und der CVP und SVP mit je 16 Jugend- und Seniorenlisten.
Kandidierende etwas jünger als 2007 – auch dank der Jugendlisten
Die zahlreichen Jugendlisten sind mit ein Grund dafür, dass die unter 30-jährigen fast einen Drittel aller Kandidierenden und damit die mit Abstand grösste Altersgruppe stellen. Im Zuge davon ist 2011 auch das Durchschnittsalter um ½ Jahr leicht gesunken und liegt nun bei 40,5 Jahren. Dieses ist damit so niedrig wie nie seit 1971, als die Kandidierenden durchschnittlich 46-jährig waren.
Der Frauenanteil reduzierte sich gegenüber 2007 um gut 2 Punkte (von 35,2% auf 32,8%). Unter den grösseren Parteien ist er bei SP und GPS wie bereits seit den 1990er Jahren mit über 40% am höchsten. Eine Mitteposition mit rund einem Drittel nehmen CVP und GLP ein, während die FDP mit 24%, die BDP mit 21% sowie die SVP mit 18% unterdurchschnittliche Frauenanteile aufweisen. Insgesamt sind die Kandidatinnen etwas jünger als die Kandidaten (im Schnitt 39 bzw. 41 Jahre). Unter den grossen Parteien springt vor allem der Altersunterschied bei den SVP-Kandidatinnen und –Kandidaten ins Auge. Die Frauen auf den SVP-Listen sind durchschnittlich 35 Jahre alt, die Männer 44 Jahre.
Listenverbindungen im links-grünen Spektrum konsequent umgesetzt
Im Zuge der Erhöhung der Listenzahl hat sich auch die Zahl der Listen- und Unterlistenverbindungen gegenüber 2007 deutlich vergrössert. 2011 sind 79 Listenverbindungen und 71 Unterlistenverbindungen zu verzeichnen (gegenüber 70 und 67 im Jahr 2007). Die grosse Mehrheit, nämlich 87%, der eingereichten Listen sind in einer Listenverbindung eingebunden, beinahe die Hälfte aller Listen zusätzlich in einer innerparteilichen Unterlistenverbindung.
Listenverbindungen wurden in sämtlichen Proporzkantonen und mit Ausnahme der SD von sämtlichen nationalen Parteien abgeschlossen. FDP, CVP und SVP sind (nebst den SD) die einzigen Parteien, die in mehr als drei Kantonen allein zu den Wahlen antreten. Die FDP geht nur in 7 von 20 Proporzkantonen zwischenparteiliche Listenverbindungen ein (in SZ, ZG, SO, SH, VD, NE, GE). Die CVP ist in 13 Kantonen Teil einer zwischenparteilichen Listenverbindung, wobei ihre bevorzugten Partner EVP, BDP, GLP und etwas weniger oft die FDP sind. Die SVP ist in 11 Kantonen Teil einer zwischenparteilichen Listenverbindung (in 8 Fällen zusammen mit der EDU).
Im linken Spektrum wurden wie schon bei früheren Wahlen zahlreiche rotgrüne Listenverbindungen abgeschlossen. Mit Ausnahme der Kantone Tessin und Aargau verbinden SP und GPS ihre Listen in sämtlichen Kantonen. Diese links-grünen Listenverbindungen werden je nach kantonalen Gegebenheiten noch mit weiteren Parteien ergänzt.
Tabellen: Listen
Tabellen: Kandidaturen
Tabellen: Listenverbindungen
Zuteilung der Wahllisten zu nationalen Parteien
| Dokument / Objekt | Titel | Periode | |
|---|---|---|---|
| 592 KB |
Nationalratswahlen: Eingereichte Wahllisten (su-d-17.02.03.01.07) Bundesamt für Statistik BFS |
1971-2011 | |
