Informationsgesellschaft - IndikatorenIKT-Sektor - IKT-Aussenhandel
Es geht ebenfalls darum, die Schweiz hinsichtlich der Entwicklung des Handels mit IKT-Gütern international zu vergleichen. Die Analyse des Außenhandels ermöglicht den Grad der Abhängigkeit der Schweiz vom Ausland im IKT-Bereich abzuschätzen.
Die IKT-Dienstleistungen bleiben sehr schwierig zu erfassen. Die gegenwärtig verfügbaren Daten betreffen nur den internationalen Handel mit IKT-Gütern.
Dieser Indikator wird nach folgenden Dimensionen vorgestellt:
Der Handel mit IKT-Gütern hat in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre ein bemerkenswertes Wachstum erfahren. Die Importe sind von 7 Mrd. Anfang der neunziger Jahre auf über 15 Mrd. CHF im Jahre 2000 gestiegen. Die Exporte, die wertmässig circa 50% der Importe ausmachen, folgen in etwa derselben Entwicklung. Im selben Zeitraum, wuchs das Handelsbilanzdefizit von 2,5 Mrd. auf 7,5 Mrd CHF im Jahre 2000.
Das Platzen der Internetblase und der starke Rückgang der IKT-Aktivitäten liessen in der Folge die IKT-Importe bis zum Jahre 2003 auf rund 11 Mrd. CHF schrumpfen (Exporte: 5,5 Mrd. CHF).
Von 2004 an setzte erneut eine Wachstumsphase des IKT-Handels ein, die bis etwa 2007 anhielt, wobei mit einem Volumen von 14 Mrd. Franken bei den IKT-Importen und 7,9 Mrd. CHF bei den Exporten fast das Niveau von 2000 wieder erreicht wurde.
Nach einer Phase der Stagnation im Jahre 2008 liegen die IKT-Importe und Exporte auf nahezu dem Vorjahresniveau, was wahrscheinlich mit dem Beginn der weltweiten wirtschaftlichen Krise in Zusammenhang steht. Der Rückgang des Jahres 2009 bei IKT-Importen (12,8 Mrd. CHF) und Exporten (6,6 Mrd. CHF) liefert ein weiteres Indiz für einen kriesenbedingten Rückgang. In 2010 kann man eine steigende Tendenz feststellen. . 2011 gehen die Importe wieder zurück.
Insgesamt entspricht über den Zeitverlauf das Wachstum der Exporte von IKT-Gütern in etwa jenem der Importe. Die IKT-Handelsbilanz bleibt ungefähr 6 Mia seit 2004.und ist über den gesamten Beobachtungszeitraum zu Gunsten der IKT-Importe negativ.
Der internationale Vergleich der IKT-Handelsbilanz gibt eine erste Übersicht der relativen Positionen der einzelnen Länder. Wie für die Mehrheit der OECD-Länder, war im Jahre 2009 die Handelsbilanz bei IKT-Gütern auch für die Schweiz negativ. Korea, Irland, Japan, Finnland und Ungarn weisen einen Handelsbilanzüberschuss auf. In Finnland und Ungarn ist dieser Überschuss hauptsächlich auf den Export von Telekommunikationsausstattungen zurückzuführen, in Korea und Japan auf elektronische Teile und Rechner.
Die Bedeutung des IKT-Handels im internationalen Warenhandel wächst kontinuierlich. Der Anteil der IKT-Exporte am Total der Warenexporte variiert von Land zu Land. In der Schweiz ist dieser Anteil verhältnismässig sehr tief. Im Jahre 2009 betrug er 1,6%.
In Korea und Ungarn haben die IKT-Ausfuhren das größte relative Gewicht ( rund 22% bzw. 24% respektive). Außer dem Vereinigten Königreich und der Tschechischen Republik, verzeichneten die meisten anderen Länder zwischen 1990 und 2009 eine vergleichbare Entwicklung: Einem sehr starken Anstieg des Anteils der IKT-Exporte zwischen 1990 und 2000 folgte häufig ein markanter Rückgang zwischen 2000 und 2009.
Bei genauerer Betrachtung der IKT-Exporte zeigen sich hinsichtlich der Arten von exportierten IKT-Waren von Land zu Land deutliche Unterschiede. Charakteristisch für den schweizer Aussenhandel ist die grosse Bedeutung der Kategorie "Elektronische Komponenten" die 43,1% der schweizer IKT-Exporte ausmachen. Die skandinavischen Länder, insbesondere Finnland und Schweden, sind hingegen auf Exporte von "Investitionsgütern im Bereich Kommunikation" spezialisiert, während für die IKT-Exporte Irlands insbesondere die Kategorie "Informatikmaterial" von Bedeutung ist. Für Portugal und Spanien sind hohe IKT-Exportanteile von "Audio- und Videogeräten" bezeichnend.
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Letzte Änderung: 13.02.2012
