Informationsgesellschaft - IndikatorenBildung - IKT-Nutzung in der Schule
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Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) spielen auf dem Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle. Merkmale der IKT-Nutzung von Schülerinnen und Schülern vermitteln in diesem Zusammenhang einen Eindruck des Stellenwerts dieser neuen Technologien im alltäglichen Leben der Jugendlichen.
Dieser Indikator wird nach folgenden Dimensionen präsentiert:
60% der Schülerinnen und Schüler, der an der PISA 2000-Erhebung beteiligten Ländern, gaben an, mehrmals pro Woche zu Hause einen Computer zu benutzen. Dieser Wert ist von 68% im Jahre 2003 auf 82% in 2006 angestiegen. Gesamthaft nutzen in allen Vergleichsländern mehr als vier Fünftel der 15-Jährigen mehrmals pro Woche einen Computer zu Hause. Im Jahre 2006 variieren diese Häufigkeiten von 81% in Italien bis 94% in Schweden.
Der Anstieg war in der Schweiz bemerkenswert; von 2003 auf 2006 stieg der Anteil der Schüler, die zu Hause regelmässig einen Computer benutzten von 78% auf 91%.
Bei jeder Erhebung nahm auch der Anteil der Jugendlichen zu, die mehrmals pro Woche einen Computer in der Schule benutzten. Die Anzahl der Länder, die an der optionellen IKT-Befragung teilgenommen haben, ist im Verlauf der letzten drei Erhebungen gestiegen.
Im Jahr 2006 nutzten Schüler in den skandinavischen Ländern, in der Schweiz und in Belgien, deutlicher öfter den Computer zu Hause als Schüler anderer Länder. Allerdings lässt sich kein systematischer Zusammenhang zwischen der Computernutzung zu Hause oder in der Schule ausmachen. Bei der Nutzung in der Schule liegt die Schweiz trotz einem starkem Anstieg in 2006 beispielsweise deutlich unter dem Durchschnitt der OECD Länder (52%): Der Anteil der 15-jährigen Schüler in der Schweiz, die regelmässig in der Schule einen Computer nutzen, stieg zwischen 2003 und 2006 von 28% auf 42%.
Der in diesen Grafiken präsentierte Index erlaubt es, die Nutzungsquote des Computers (unabhängig vom Nutzungsort) und die Geschicklichkeit der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler im Umgang mit dem Computer zu vergleichen. Für den internationalen Vergleich wird der OECD-Durchschnitt (Index = 0) aller teilnehmenden Länder herangezogen. Die positiven Werte dieses Indexes deuten auf eine höhere Nutzungsquote und eine grössere Vertrautheit oder Geschicklichkeit als der Durchschnitt hin.
Hinsichtlich der Nutzung von Computerprogrammen (beispielsweise Büroapplikationen) und des Internets zeigt sich nach wie vor, dass die Häufigkeit der Computer- oder Internetnutzung sowie die Vertrautheit im Computer- und Internetumgang der Schweizer Schülerschaft im internationalen Vergleich eher bescheiden ist. Der Index für die Schweiz ist negativ auch wenn er sehr nahe am OECD-Durchschnitt liegt.
Die Schweizer Schülerschaft gibt an, sich nicht nur bei der Ausübung komplexer Aufgaben (Gestalten einer Präsentation, Erstellen einer Web Seite, Verfassen eines Programms) sondern auch bei Tätigkeiten mit dem Internet (Surfen, Dateien herunterladen etc.) eher wohl zu fühlen.
Kanada und Italien weisen entgegengesetzte Charakteristiken auf. Die kanadischen Schülerinnen und Schüler liegen in allen vier Nutzungsbereichen über dem OECD-Durchschnitt. Vor allem Italien befindet sich gegenüber anderen Ländern in drei der vier Indizes im Hintertreffen. Die kanadische Schülerschaft hingegen fühlt sich bei Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Internet am sichersten.
Bei der Computernutzung sind in beinahe allen Vergleichsländern markante Geschlechterunterschiede festzustellen. Im Durchschnitt benutzen Knaben den Computer häufiger als Mädchen. Es zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Jungen und Mädchen in Hinblick auf die Heimnutzung von Computern; bei allen hier betrachteten Ländern nutzen Jungen öfter Computer daheim, als dies bei Mädchen der Fall ist. Im Gegensatz dazu ist in Belgien und Österreich die Nutzungsquote des Computers in der Schule bei den Mädchen höher als bei den Knaben.
Der Vergleich zwischen Kantonen und zwischen Sprachregionen in der Schweiz basiert auf Daten für die SchülerInnen des 9. Schuljahres. Die Häufigkeit der Nutzung vermittelt einen Eindruck über die Verfügbarkeit und die Intensität der Computernutzung in der Schule.
Die erste Graphik vergleicht für 2003 und 2006 den Anteil Schüler, die in der Schule mindestens einmal pro Woche den Computer benutzen. Die Unterschiede zwischen Kantonen sind deutlich, denn die Anteile variieren von 20% (für Genf noch weniger) bis etwa 70% (französischsprachiger Teil des Wallis). Unter den Befragten benutzen im Allgemeinen mehr Schüler der deutschsprachigen Kantone regelmäßig den Computer in der Schule. In der deutschsprachigen Schweiz verwenden durchschnittlich 45% der Schüler den Computer in der Schule mindestens einmal pro Woche während es in der französischsprachige Schweiz 26% sind.
In der Schweiz ist von 2003 bis 2006 allgemein eine Zunahme der Computernutzung von Schülern - mit Ausnahmen in der italienischen Schweiz sowie im Kanton Genf, wo die regelmässige Benutzung des Computers in der Schule im 9. Schuljahr stagniert bzw. abnimmt – zu verzeichnen. Die genauere Beurteilung dieser Ergebnisse würde jedoch eine ausführlichere Analyse erfordern.
In Hinblick auf die Anteile der Schüler der 9. Klasse; die den Computer in der Schule nie benutzen, zeigt sich folgende Bild (siehe zweite Graphik).
Der Unterschied zwischen der französischsprachigen Schweiz und den anderen Landesteilen bestätigt sich: Mehr als ein Viertel der Schüler des 9. Schuljahres in der französischsprachigen Schweiz benutzen in der Schule den Computer nie. In den deutschsprachigen Kantonen sind es hingegen nur 5%, der in der Stichprobe erfassten Schüler. Dieser Kontrast dauert an und ist insofern erstaunlich, als die Veränderung von 2003 bis 2006 ziemlich bescheiden ist.
Dieser Gegensatz zwischen den Sprachregionen bezieht sich nur auf die kantonalen Unterschiede im öffentlichen Unterrichtswesen und nicht auf die Verbreitung und die Benutzung des Computers und des Internets im Allgemeinen. In der Tat ist die Computernutzung zu Hause durch die Schüler des 9. Schuljahres in allen Kantonen ähnlich; mehr als 90% der Schüler benutzen den Computer mindestens einmal pro Woche zu Hause.
Die Graphik illustriert die Häufigkeit verschiedener Computeranwendungen nach Geschlecht, ungeachtet des Nutzungsortes. Die Mehrheit der Schülerschaft im neunten Schuljahr verwendeten den Computer in 2006 mehrheitlich für folgende Anwendungen:
- Austauschen elektronischer Post (Email);
- Suche von Informationen
- Beschaffung von Musikdateien
- Textverarbeitung.
Anwendungen wie die Verwendung von Lernprogrammen oder die Programmierung am Computer sind hingegen seltener (12% und 16% für Jungen und 8 bzw. 11% für Mädchen).
Im Allgemeinen besteht zwar ein signifikanter Geschlechterunterschied bezüglich des Nutzungsanteils des Computers, jedoch erscheint die Differenz bei den meisten Nutzungsarten eher klein. Ausnahmen bilden dabei besonders die Computerspiele (65% Jungen, 24% Mädchen), Software-Download (58% Jungen, 31% Mädchen) und Musik-Download (67% Jungen, 55% Mädchen).
Zwischen 2003 und 2006 wird die unterschiedliche Computernutzung der Geschlechter deutlich kleiner, der „Graben“ also entsprechend etwas eingeebnet, was sich insbesondere bei der Benutzung von Textverarbeitungsprogrammen, Beschaffung von Musik, Programmierung und schließlich bei der elektronischen Post oder beim „Chaten“ zeigt. Gerade bei der letztgenannten Anwendung hat sich das Bild insofern geändert, als nun die Mädchen dafür öfter den Computer benutzen als Jungen.
Seit dem Jahr 2000 ist die Benutzung des Internets beträchtlich gestiegen. Benutzten damals 43% der Schüler den Computer zur Informationssuche, so suchten im Jahre 2006 bereits 58% der Mädchen und 65% der Jungen regelmässig Informationen im Internet. Gaben im Jahr 2000 erst 37% der Befragten an regelmässig E-Mails zu schreiben, so stieg dieser Wert bis ins Jahr 2003 auf 57% für Mädchen, resp. 62% für Jungen an. Im Jahr 2006 kommunizierten gar 81% der Mädchen und 78% der Jungen mindestens einmal pro Woche per E-Mail oder Chat.
Die Abbildung illustriert die Nutzungshäufigkeiten von Computern zu Hause und in der Schule nach Migrationshintergrund. Die Untersuchungseinheit ist die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassee. Insgesamt sind die Unterschiede nicht sehr ausgeprägt. Es ist jedoch zu merken, dass die Computernutzung zu Hause immer wichtiger wird.
Weiterführende Informationen:
Letzte Änderung: 10.09.2010
