Informationsgesellschaft - IndikatorenHaushalte und Bevölkerung - E-commerce der privaten Haushalte
Der internationale Vergleich hebt die Unterschiede im Kaufverhalten über das Internet hervor. Der E-Commerce verändert Leistungsangebote und führt zur Entwicklung von neuen Handelsmodellen. Der über Auktionsseiten im Internet abgewickelte private Einzelhandel ist diesbezüglich nur ein Beispiel unter vielen.
Dieser Indikator wird in folgende Dimensionen gegliedert:
Nach einer bis 2005 andauernden zögerlichen Entwicklung, verzeichnete der E-Commerce in der Schweiz in den letzten Jahren ein zunehmendes Wachstum. Mit einem Volumen von knapp 4 Milliarden Franken im Jahr 2009 stellten die Ausgaben im Bereich E-Commerce rund 1,8 % der Konsumausgaben der privaten Haushalte dar. Die sich seit 2006 fortgesetzte Zunahme der online getätigten Konsumausgaben unterstreicht die zunehmende wirtschaftliche Bedeutung des Internets.
In den Jahren 2006 und 2007 stiegen die e-Commerce-Ausgaben der privaten Haushalte bereits mit einem jährlichen Volumen von 2,5 Mrd. Franken respektive 3,2 Mrd. Franken auf deutlich über 1 Prozent der gesamten Konsumausgaben an.
Der grösste Teil spezifischer E-Commerce Ausgaben entfällt dabei auf die Ausgabenkategorie „Reisen“ (Ferine und Übernachtungen), gefolgt von Flugtickets, „Lebensmitteln„ sowie „Informations- und Kommunikationsgeräten“. Aufgrund der geringen E-Commerce-Anteile wurden unter der Rubrik «Andere» alle restlichen (unspezifischen) Konsumausgaben zusammengefasst, deren detaillierte Darstellung hier den Rahmen sprengen würde. (Siehe hierzu Dimension „Anteil von e-Commerce“ für weitere Details)
Die Ergebnisse der Erhebung Omnibus IKT 2010 zeigen, dass sich die Entwicklung fortsetzt : Im ersten Quartal 2010 benutzten 55% der Internetnutzerinnen und –nutzer das Internet für die Bestellung /den Kauf von Waren oder Dienstleistungen, während der letzten drei Monate, das heisst 2,8 Millionen Personen.
Bei den über das Internet getätigten Ausgaben der privaten Haushalte in der Schweiz in 2009 zeigt sich, dass der E-Commerce im Vergleich zum Total der Ausgaben nach Güterart/Dienstleistung von verhältnismässig geringem Volumen ist. Dabei ist natürlich auch zu bedenken, dass nicht alle Güterarten/Dienstleistungen gleichermassen für den Online-Handel geeignet sind.
Die Bedeutung des e-Commerce variiert beträchtlich mit der jeweiligen Güterart bzw. der Dienstleistung. An erster Stelle stehen bei den über das Internet getätigten Einkäufen Flugtickets: Ein Drittel des insgesamt von Haushalten für Flugtickets ausgegebenen Geldes wird über das Internet ausgegeben. Etwa 12% der Ausgaben im Bereich Informatikmaterialien erfolgt gleichermassen über das Internet und etwa 11% für Bücher und Broschüren. Bei allen anderen Gütern und Dienstleistungen liegt der mittels eCommerce aufgewendete Anteil jeweils unter 10%. Offensichtlich gibt es hier noch reichlich Spielraum für eine Zunahme des eCommerce.
Wie sich den Zahlen zum internationalen Vergleich über den Kauf/die Bestellung von Waren und Dienstleistungen im Jahr 2010 entnehmen lässt, liegt die Schweiz mit einem Anteil von 47% der erwachsenen Personen (16-74 Jahre), die mindestens einmal in den drei letzten Monaten einen Kauf über das Internet getätigt haben, über dem Durchschnitt der EU-Länder (31%), aber weit hinter den diesbezüglich führenden Ländern.
Gemessen an der Zahl der Internetnutzer, erscheint der E-Commerce als eine Aktivität, die je nach Land sehr unterschiedlich praktiziert wird. So wird E-Commerce von weniger als 20% der Internetnutzer in Italien betrieben, während der europäische Durchschnitt bei 45% liegt, wobei der europäische Spitzenwert mit 73% in Grossbritannien erreicht wird. Mit einem diesbezüglichen Anteil von 57% positioniert sich die Schweiz hinter den führenden europäischen Ländern. Entsprechend den Online-Einkäufen, ist auch der Verkauf von Gütern und Dienstleistungen weniger häufig. Beträgt der Anteil der Internetnutzer, die online Verkäufe tätigen in den südlichen Ländern Europas weniger als 10%, so liegt er in Dänemark und Frankreich bei über 30%. Mit einem Anteil von 15% liegt die Schweiz bei den online Verkäufen von Internetnutzern unter dem europäischen Durchschnitt.
Weiterführende Informationen:
| Objekt | File | Periode | |
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| 172 KB |
e-Commerce der privaten Haushalte (ind30108d) Bundesamt für Statistik BFS |
2002 - 2010 | |
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Letzte Änderung: 08.03.2012
