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Statistik Schweiz

Informationsgesellschaft - IndikatorenHaushalte  und Bevölkerung - IKT-Ausstattung

Dieser Indikator informiert über die Ausstattung privater Haushalte in der Schweiz mit Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Der Verbreitungsgrad verschiedener IKT-Güter wird im zeitlichen Verlauf und im internationalen Vergleich dargestellt. Darüber hinaus wird die Ausstattung der Schweizer Haushalte auch vor dem Hintergrund verschiedener sozioökonomischer Faktoren betrachtet.

Dieser Indikator wird nach folgenden Dimensionen präsentiert:

Im Jahr 2009 stand in mehr als 92% aller Schweizer Haushalte ein Fernsehgerät, nahezu einer von fünf Haushalten (18,2%) verfügte sogar über zwei oder mehr Fernsehgeräte.
Auch die Ausstattung der Haushalte mit Stereoanlagen kann als verhältnismässig hoch bezeichnet werden (74% aller Haushalte).
In der gleichen Referenzperiode waren 82.5% der Haushalte in der Schweiz mit einem, 35% sogar mit mehr als einem Personalcomputer (PC) ausgestattet. In Hinblick auf periphere Gerätschaften gaben 74% der Haushalte an, über einen Drucker, 21% über einen Scanner und 72% über einen DVD Brenner zu verfügen. Der leichte Rückgang der Anzahl Scanner, sowie der deutliche Rückgang bei DVD-Brennern lässt sich vermutlich auf die Zunahme von Multifunktionsdruckern, sowie der zunehmenden Nutzung neuer Technologien (z.B. blue-ray, Festplattenspieler) erklären. Das Mobiltelefon ist nach dem Fernsehgerät das am weitesten verbreitete IKT-Gerät in den Schweizer Haushalten. Mehr als 91% der Haushalte verfügen über mindestens ein Mobiltelefon und mehr als die Hälfte (54%) besitzen sogar mehr als ein Gerät.

IKT-Ausstattung nach Güterart, 2009
Quelle:


In den 90er-Jahren nahm die Informatikausstattung der Haushalte in der Schweiz rapide zu. Der Anteil der mit mindestens einem PC ausgestatteten Haushalte hat sich zwischen 1990 und 2009 mehr als verfünffacht (von 15% auf über 82%). Während 1990 lediglich einer von hundert Haushalten zwei oder mehr PCs besass, lag dieser Anteil 2009 bereits bei 35%. Die stark sinkenden Computerpreise sowie die zunehmende Popularität des Internets innerhalb der Schweizer Bevölkerung trugen entscheidend dazu bei, dass die Anzahl der mit einem PC ausgestatteten Haushalte deutlich zugenommen hat.
Ähnliches gilt für die Verbreitung der Mobiltelefonie, die seit dem Ende der 90er-Jahre eine markante Zunahme erfuhr: Besassen 1998 etwa 25% der Haushalte ein Mobiltelefon, waren es im Jahr 2009 bereits über 91%.

IKT-Ausstattung der Schweizer Haushalte, Entwicklung 1990-2009
Quelle:


Im internationalen Vergleich schneidet die Schweiz hinsichtlich der Ausstattung der Haushalte mit Computern gut ab. Sie gehörte 2010 zu den Ländern, die einen Ausstattungsgrad von fast 87% aufwiesen. Der hohe Verbreitungsgrad von Informations- und Kommunikationstechnologien in Schweizer Haushalten ist eine Voraussetzung für die weitere Entwicklung des privaten elektronischen Geschäftsverkehrs. Die Schweiz rangiert unter den best platzierten Länder.

Personalcomputern im internationalen Vergleich, 2010
Quelle:


Die Einkommensabhängigkeit der Verbreitung von IKT ist eine weithin bekannte Erscheinung; mit zunehmendem Einkommen steigt demnach auch die Anzahl der mit verschiedenen IKT ausgestatteten Haushalte. Dieses Phänomen ist bei nahezu allen hier betrachteten dauerhaften Konsumgütern zu beobachten. Eine diesbezügliche Ausnahme scheint dabei die Ausstattung mit Fernsehgeräten zu sein, bei der sich für den Beobachtungszeitraum kein eindeutiger positiver Zusammenhang in Bezug auf das verfügbare Haushaltseinkommen konstatieren lässt. Ob dieser Umstand sich auf die relativ lang zurückliegende Markteinführung von Fernsehgeräten in der Schweiz – Zeitmarke sind hier die 50er Jahre –, mit eventuellen „Aufholeffekten“ unterer Einkommensklassen zurückführen lässt, kann aufgrund der Datenlage nicht abschliessend beantwortet werden.
Verhälnismässig deutlich zeigt sich der Zusammenhang zwischen Einkommen und IKT-Ausstattung jedoch in Bezug auf PCs: In 2009 sind Haushalte mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen zwischen 3'000 und 5'000 Franken brutto in rund 61% aller Fälle mit einem Rechner ausgestattet; in Haushalten mit einem Monatseinkommen unter 3'000 Franken brutto beträgt dieser Anteil lediglich 33%. Demgegenüber verfügen Haushalte mit einem Einkommen von 9'000 Franken brutto und mehr in rund 96% der Fälle über mindestens einen PC.
Haushalte mit geringerem Einkommen bleiben bezüglich der Ausstattung mit IKT-Gütern deutlich hinter solchen mit einem höheren Einkommen zurück.

Ausstattung mit PC nach Bruttohaushaltseinkommen, 2009
Quelle:


Da Bildungsstand und Einkommen assoziiert sind, ist es nicht erstaunlich, dass sich neben dem Einkommen und der Konsumneigung auch ein positiver Zusammenhang zwischen dem Bildungsstand der Referenzperson eines Haushalts (Person mit dem höchsten Einkommen im Haushalt) und dem allgemeinen Konsumverhalten des Haushalts zeigt (siehe hierzu auch die Ergebnisse der Konsumentenbefragung HABE des BFS). Entsprechend ergibt sich auch ein positiver Zusammenhang hinsichtlich des Bildungsstands der Referenzperson und dem IKT-Ausstattungsgrad des betreffenden Haushalts.
Verglichen mit Haushalten, deren Referenzperson die obligatorische Schule absolviert hat, ist die PC-Ausstattung in Haushalten, deren Referenzperson über einen Hochschulabschluss verfügt, in 2009 deutlich höher (53,6 und 94,1% respektive).
Einzig bei der Ausstattung mit Fernsehgeräten zeigt sich für den gleichen Zeitraum bei Haushalten mit einer Referenzperson niedrigen Bildungsstands ein höherer Ausstattungsgrad (rund 97%) als bei Haushalten, deren Referenzperson einen Hochschulabschluss aufweist (86%).

Ausstattung mit Personalcomputern nach Bildungsstand, 2009
Quelle:


Auch hinsichtlich der Haushaltsgrösse variierte die IKT-Ausstattung im Jahr 2009: Bis zu einer Haushaltsgrösse von vier Personen steigt die Ausstattung mit IKT generell an. Bei einer Haushaltsgrösse ab fünf Personen lässt sich hingegen eine allgemeine Abnahme der Ausstattung mit IKT-Gütern feststellen. Diese Tendenz steht vermutlich in Zusammenhang mit der Kinderzahl eines Haushalts, die in einem negativen Verhältnis zu den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln für die Anschaffung von dauerhaften Konsumgütern steht, bzw. dem Umstand geschuldet ist, das vorhandene Güter eher kollektiv genutzt werden. Als empirischen Beleg für die letztgenannte Annahme sei hier auf die Ausstattung der Schweizer Haushalte mit PCs und Spielkonsolen verwiesen, die häufiger in Grosshaushalten zu finden sind. Im manchen Fällen kann also die Anwesenheit von Kindern in Haushalten als ein Schlüsselfaktor für die Verbreitung neuer Kommunikationstechnologien betrachtet werden.

IKT-Ausstattung nach Haushaltsgrösse, 2009
Quelle:



Weiterführende Informationen:

Objekt File Periode
Haushalt und Bevölkerung  / IKT-Ausstattung.ind30103d Download (XLS, 389 KB). Inhalt wird in neuem Fenster geöffnet. 389 KB Haushalt und Bevölkerung / IKT-Ausstattung
(ind30103d)
Bundesamt für Statistik BFS
1990 - 2010

 

 

 

Letzte Änderung: 30.01.2012
Zuletzt aktualisiert am: 10.02.2010
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