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Statistik Schweiz

Medienindikatoren - IndikatorenKontext: Strukturen - Strukturwandel der Medienbranche

Die Verbreitung des Radios und des Fernsehens in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts hat zu einer massiven Umstrukturierung der vormals von den Printmedien beherrschten Medienbranche geführt. Die Digitalisierung und das Internet sind Faktoren in der Gegenwart, welche die Medienbranche weiter verändern.

Der Indikator beleuchtet anhand der Entwicklung der Beschäftigungssituation diesen Strukturwandel aus drei Perspektiven. Der Rahmen der Aktivitäten, welche hier zur Medienbranche gezählt werden, wird zunächst sehr breit gefasst.
- In einer ersten Perspektive werden die Beschäftigten danach betrachtet, ob sie eher in Betrieben arbeiten, deren Aktivität spezifisch zur Produktion von Medien beiträgt (Kernbereich), oder aber eher am Rande der Medienproduktion stehen (Umfeld).
- Die zweite Perspektive ordnet die Aktivitäten nach den Mediengattungen.
- Die dritte Perspektive analysiert die Veränderungen der Aktivitäten im Medienbereich entlang den unterschiedlichen Stufen in der Produktion und des Vertriebs von Medienprodukten (Verwertungskette).

In einem breit gefassten Sinne, der Aktivitäten umfasst, welche der Schaffung von Öffentlichkeit dienen, beschäftigt die Medienbranche in den letzten zehn Jahren zwischen 145'000 und 160'000 Menschen in der Schweiz.
Rund die Hälfte dieser Beschäftigten finden sich dabei im Kernbereich der Medienbranche. Dieser Kernbereich umfasst die Produktion, das Verlegen und das Drucken von Zeitungen und Zeitschriften und die Produktion von Radio- und TV-Programmen. Während den 90er Jahren dehnt sich das Beschäftigungsvolumen in diesem Kernbereich der Medienbranche etwas aus. Zwischen 2001 und 2005 schrumpft es aber wieder unter das Niveau von 1995.
Das nähere Medienumfeld umfasst vor allem Betriebe des Handels mit Medienprodukten (bspw. Buchhandlungen und Kioske) oder mit Gütern der Medieninfrastruktur (bspw. Detailhandel mit Unterhaltungselektronik). Die Beschäftigung in diesem Bereich sinkt in den letzten zehn Jahren auf rund 38'000 Personen im Jahre 2005.
Das Beschäftigungsvolumen im weiteren Medienumfeld schwankt in den letzten 10 Jahren. Konnten in diesem Teilbereich der Medienbranche im Jahre 1995 etwa 22'000 Beschäftigte gezählt werden, sind es im Jahre 2001 rund 28'000 Personen und im Jahre 2005 rund 25'000 Personen. Das weitere Medienumfeld ist hier durch Betriebe mit den Aktivitätsbereichen Grafik und Design, Fotografie, Messe- und Ausstellungsorganisation bestimmt.
Im Vergleich der drei Gruppen von Medienaktivitäten zeigt sich, dass die Kernbereiche der Medien bezüglich der Beschäftigungssituation eher stagnieren, während sich das Beschäftigungsvolumen in den Randbereichen der Medienbranche eher ausdehnt.
Aus methodischen Gründen dabei nicht berücksichtigt sind die neueren, sich ausdehnenden Aktivitätsbereiche im Bereich Public Relations und Internet.

Die Zusammensetzung der einzelnen Medienbereiche ist in der beiliegenden Excel-Tabelle beschrieben.

Quelle: Daten zur Grafik


In den Betrieben der Printmedien sind mit 73'000 Personen im Jahre 2005 rund die Hälfte aller im Medienbereich Beschäftigten zu finden. Dies sind rund 20% weniger als zehn Jahre zuvor.
Die Anzahl der Beschäftigten, welche in Betrieben der audiovisuellen Medien arbeiten, steigt im Zehnjahresvergleich geringfügig auf rund 22'000 Beschäftigte.
Betriebe, welche dem Medienbereich zugerechnet werden können, aber nicht spezifisch im Rahmen der klassischen Mediengattungen anzusiedeln sind, beschäftigen im Jahre 2005 rund 43'000 Personen und damit rund 5'000 Personen mehr aus als 10 Jahre zuvor. Dies trifft insbesondere auf die Werbebranche zu, sowie den Detailhandel mit Computern und Unterhaltungselektronik, welcher insofern nur entfernt dem Medienbereich zuzurechnen ist.
Die Beschäftigung dehnt sich demnach nicht spezifisch in einzelnen Mediengattungen aus sondern eher in gattungsunspezifischen Medienaktivitäten. Dies weist gleichermassen auf eine Diversifizierung der Aktivitäten im Medienbereich, wie auch auf eine Entspezifizierung der Aktivitäten in den letzten 10 Jahren hin. Beispielsweise nehmen Zeitungs-drucktechnische Aktivitäten deutlich ab, während allgemein (digital-)drucktechnische Aktivitäten zunehmen: Die Digitialisierung der Drucktechnologie wirkt sich in Effizienzgewinnen aus, welche im Zeitungsbereich mit einem Rückgang der Beschäftigung zusammenhängen, während sie im Offsetbereich zu neuen günstigen Möglichkeiten für Druckerzeugnisse führt, welche diesem Bereich zu einer Ausdehnung verhelfen.
Im Vergleich zum gesamten 2. und 3. Wirtschaftssektor (Industrie und Dienstleistungen) entwickelt sich die Beschäftigung im Medienbereich und speziell in den klassischen Mediengattungen in den 10 Jahren bis 1995 eher unterdurchschnittlich.

Die Zusammensetzung der Mediengattungsgruppen und zusätzliche Angaben finden sich in der beiliegenden Excel-Tabelle.

Quelle: Daten zur Grafik


Die Verwertungskette der Medien umfasst von der Produktion bis zum Konsum von Medienprodukten eine Vielzahl von unterschiedlichen Stufen. Mit dieser Perspektive kann geprüft werden, ob sich beispielsweise eher die Bereiche der Produktion, also das Sammeln und Zusammenstellen von Informationen und Nachrichten, oder aber eher die Bereiche des Handels mit diesen Produkten bezüglich der Beschäftigungsintensität entwickeln.
Seit 1995 hat der Bereich der Produktion von Information, also Betriebe, welche vorwiegend Content (Inhalte) produzieren (bspw. Journalismus, Radio-, TV-, Video- und Filmproduktion sowie Fotografie und Grafik), um 25% an Beschäftigten zugelegt. Die rund 18'000 Beschäftigten in diesem Bereich entsprechen 13% der Beschäftigten der gesamten Medienbranche im Jahre 2005.
Demgegenüber ist die Beschäftigung im Bereich der technischen Verbreitung der Medien um über 20% gesunken. Dieser Bereich umfasst den Druck von Zeitungen, Büchern, Broschüren oder die Vervielfältigung von Ton-, Film- und Videobändern sowie die Übertragung von Radio- und Fernsehsignalen. Mit rund 34'000 Beschäftigten (rund 24% der Medienbranche) sind für die technische Verbreitung der Medien jedoch nach wie etwa doppelt so viele Personen tätig als für die Produktion der (zu verbreitenden) Informationen.
Der Bereich der Verbreitung von Medienprodukten mit eher organisationellen Tätigkeiten ist 2005 mit rund 41'000 Beschäftigten (30% der Medienbranche) seit dem Jahre 1995 geringfügig gewachsen. Es finden sich in diesem Bereich Betriebe mit verlegerischen Tätigkeiten, die Werbeberatung und –vermittlung, der Filmverleih, die Kinos, die Bibliotheken und die Archive.
Mit ‚anderen Dienstleistungen’ wird hier vor allem der Detailhandel mit Medienprodukten (Kioske, Buchhandlungen, Film- ,Video- und CD-Detailhandel) und Medieninfrastrukturgütern (Unterhaltungselektronik) verstanden. Diese ‚anderen Dienstleistungen’ der Medienbranche, welche 2005 mit rund 33'000 Personen 24% der Beschäftigten der Medienbranche umfassen, weist über die Jahre stärkere Schwankungen auf.
Das Beschäftigungsvolumen in der Produktion von Gütern der Medieninfrastruktur (dies betrifft die Herstellung von Geräten der Unterhaltungselektronik, Papierverarbeitung und anderen drucktechnischen Maschinen sowie die Herstellung von Datenträgern) umfasst 2005 rund 8% der Beschäftigten der Medienbranche. Die Tendenz der letzten 10 Jahre ist deutlich sinkend.
Im Überblick zur Verwertungskette ergibt sich damit das Fazit, dass 2005 noch rund die Hälfte der Beschäftigten der gesamten Medienbranche sich mit der materiellen Herstellung von Medienprodukten und dem Handel mit ihnen befassen. Dieser Teil der Medienbranche hat aber in den letzten 10 Jahren tendenziell an Beschäftigungsvolumen verloren.
Umgekehrt steigt das Beschäftigungsvolumen in den letzten 10 Jahren in dem Teilbereich der Medien, welcher sich eher der Produktion von Medieninhalten und deren Organisation widmet. Im Jahre 2005 erreicht dieser Bereich rund 40% der Beschäftigten.

Die Zusammensetzung der Gruppen und zusätzliche Daten finden sich in der beiliegenden Excel-Tabelle.

Quelle: Daten zur Grafik



Weiterführende Informationen:

Objekt File Periode
Medienbranche: Beschäftigung nach Aktivitäten im Medienbereich.ind16_04_24 Download (XLS, 76 KB). Inhalt wird in neuem Fenster geöffnet. 76 KB Medienbranche: Beschäftigung nach Aktivitäten im Medienbereich
(ind16_04_24)
Bundesamt für Statistik BFS
1995-2005

 

 

 

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Zuletzt aktualisiert am: 03.02.2010
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