Seite drucken | Fenster schliessen
Statistik Schweiz

Szenarien für das Bildungssystem – AnalysenSzenarien 2011-2020 für die Hochschulen - Studierende und Abschlüsse: Hypothesen und Unsicherheiten

Methode

Die Entwicklung der Studierendenprognosen der Schweizer Hochschulen hängt von zahlreichen Faktoren ab, unter anderem:  Anzahl Personen, die einen Hochschulzulassungsausweis erhalten, Übertrittsquoten an die Hochschulen, Anzahl Eintritte mit einem ausländischen Zulassungsausweis und mittlere Verweildauer in den Hochschulen. Diese Faktoren können sich insbesondere infolge struktureller, wie beispielsweise die Bologna-Reform, oder wirtschaftlicher Veränderungen wandeln. Gestützt auf die Szenarien des BFS für die obligatorische Schule und die Sekundarstufe II werden mit der angewandten Methode die zukünftigen Populationen von Studierenden und Abschlüssen der Hochschulen auf der Grundlage eines Systems von Quoten, das die Ströme im Bildungssystem beschreibt, vorausgeschätzt. Die verwendeten Quoten sind sehr detailliert und schliessen unter anderem die Auswirkungen der Mobilität, der Wartezeiten und der Transfers zwischen Studiengängen und/oder Hochschulen mit ein.

In die Prognosen fliessen nicht nur die verfügbaren Informationen zum Studienverlauf der neuen Bachelor- oder Masterkurse, sondern auch jene zur Übergangsphase vom alten System zur neuen Studieneinteilung nach Bologna mit ein. Beim Studienverlauf und dessen Auswirkungen auf die künftigen Bestände betreffen die grössten Unsicherheiten an den UH derzeit das Masterstudium in der Medizin. An den FH bestehen die grössten Unsicherheiten im Bereich Gesundheit, in dem es seit 2010 Master-Studiengänge gibt.

Die Methode für die Prognose der Personen mit Hochschulabschluss in der Bevölkerung wird in der Publikation "Szenarien 2011-2020 für die Hochschulen und die Personen mit Hochschulabschluss in der Bevölkerung" und auf den Seiten zum Bildungsniveau der Bevölkerung beschrieben.

Hypothesen

Sowohl auf der Sekundarstufe II als auch auf der Hochschulstufe sind viele Tendenzen zu beobachten. Genannt seien: die Zunahme der Übergangsquote in die gymnasialen Maturitätsschulen nach der obligatorischen Schule, oder auch die steigende Tendenz der Lernenden in der Berufsbildung, eine Berufsmaturität zu absolvieren. Den Prognosen liegen zwei Szenarien zugrunde, wobei das eine von einer Verlängerung der beobachteten Tendenzen ausgeht, das andere nicht. Den beiden Szenarien liegen Hypothesen zur Einführung der Bologna-Reform und zu den Auswirkungen der Bologna-Reform auf den Studienverlauf zugrunde.
  • Das Szenario «neutral» verlängert die beobachteten Trends nur teilweise und nur für die nächsten drei Jahre. Die prognostizierte Entwicklung verläuft somit insgesamt wenig dynamisch und dürfte die tatsächliche Entwicklung unterschätzen.
  • Das Szenario „Tendenz" schreibt die beobachteten Trends über den gesamten Prognosehorizont fort. Es beinhaltet zudem höhere Hypothesen zum Anteil Studierender aus dem Ausland, die ein Studium auf irgendeiner Stufe beginnen, als das «neutrale» Szenario. Dieses Szenario geht auch von einem höheren Anteil von FH- und PH-Bachelors aus, die ein Masterstudium aufnehmen. Bei diesem Szenario dürften die Prognosen über den tatsächlichen Werten liegen.

Die Unterschiede der Anzahl Studierenden auf Stufen Diplom, Bachelor und Master zwischen dem Szenario "Tendenz" und dem Szenario "neutral" beträgt 8% für die UH-Studierenden, +11% für die FH-Studierenden und 17% für die PH-Studierenden im Jahr 2020.

Unsicherheiten bei der Studierendenzahl

UH: Beim Szenario «neutral» beläuft sich der mittlere absolute Fehler (MAPE) nach einem Jahr auf 0,9% (1% beim Szenario «Tendenz») für alle Studierenden auf Bachelor-, Master- oder Diplomstufe und er bleibt während der drei ersten Prognosejahre sehr konstant (mittlerer Fehler nach drei Jahren von 1,6% beim Szenario «neutral» und von 2,1% beim Szenario «Tendenz»). Diese zeitliche «Konstanz» der durchschnittlichen Unsicherheit weist darauf hin, dass der Fehler eher durch statistische Schwankungen oder durch Probleme mit der Datenqualität als durch Schwierigkeiten bei der Berücksichtigung der Tendenzen verursacht wird.

FH: Bei den FH ist ebenfalls eine gewisse zeitliche Konstanz des Fehlers festzustellen, und es resultiert eine sehr hohe Übereinstimmung bei der Zahl der Studierenden auf Bachelor- oder Diplomstufe, mit einem Fehler von 0,8% nach einem Jahr beim Szenario «neutral» (0,9% beim Szenario «Tendenz»), der nach drei Jahren auf 3,6% steigt (4% beim Szenario «Tendenz»). Bei der Anzahl Eintritte ist die Abweichung grösser.

PH: Bei den PH beträgt der Fehler beim Szenario «neutral» nach einem Jahr 3,5% für die Zahl der Studierenden auf Bachelor- oder Diplomstufe (2,4% beim Szenario «Tendenz») und nach drei Jahren 9,5%.

Genauigkeit der bisherigen Prognosen des BFS auf gesamtschweizerischer Ebene

Universitäre Hochschulen

Mittlerer prozentualer absoluter Fehler (MAPE)
 Anzahl Jahre seit den letzten Daten
 123456789
Szenario "neutral"         
Eintritte auf Bachelor- oder Diplomstufe3.2%3.9%4.6%4.0%2.0%3.5%3.6%5.6%5.9%
Studierende auf Bachelor-, Diplom- oder Masterstufe0.9%1.5%1.6%2.3%4.4%6.3%9.1%12.7%16.1%
Studierende auf Doktoratsstufe1.8%3.3%4.5%5.6%6.9%9.3%13.0%17.3%24.0%
Anzahl Vergleichspunkte987654321
Szenario "Tendenz"         
Eintritte auf Bachelor- oder Diplomstufe2.8%2.5%1.8%1.1%1.5%    
Studierende auf Bachelor-, Diplom- oder Masterstufe1.0%1.7%2.1%2.6%5.6%    
Studierende auf Doktoratsstufe2.2%3.9%5.1%5.5%4.5%    
Anzahl Vergleichspunkte54321    

Quelle: Bundesamt für Statistik, Bildungsperspektiven. Stand: Juni 2011

Vergleich zwischen den Prognosen nach Hochschule und den Beobachtungen

Fachhochschulen

Mittlerer prozentualer absoluter Fehler (MAPE)
 Anzahl Jahre seit den letzten Daten
 12345678
Szenario "neutral"        
Eintritte auf Bachelor- oder Diplomstufe3.9%5.5%6.2%5.4%5.5%7.3%9.2%9.3%
Studierende auf Bachelor- oder Diplomstufe0.8%2.2%3.6%4.2%3.1%2.3%3.9%5.8%
Anzahl Vergleichspunkte87654321
Szenario "Tendenz"        
Eintritte auf Bachelor- oder Diplomstufe3.0%3.8%4.3%4.7%3.4%   
Studierende auf Bachelor- oder Diplomstufe0.9%2.5%4.0%6.3%7.2%   
Anzahl Vergleichspunkte54321   

Quelle: Bundesamt für Statistik, Bildungsperspektiven. Stand: Juni 2011

Vergleich zwischen den Prognosen nach Hochschule und den Beobachtungen

Abkürzungen

UH, FH, PH: Universitäre Hochschulen, Fachhochschulen, Pädagogische Hochschulen
MAPE : Mittlerer prozentualer absoluter Fehler

Weiterführende Informationen

Zuletzt aktualisiert am: 31.10.2011
Seite drucken | Fenster schliessen