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Statistik Schweiz

Szenarien für das Bildungssystem – AnalysenSzenarien 2011-2020 für die Hochschulen - Lehrkörper: Wichtigste Ergebnisse

Mehr Professoren und Professorinnen an den UH, aber deutlicher Rückgang der Rekrutierung in einigen Jahren?

Gemäss den neusten Szenarien des Bundesamtes für Statistik (BFS) dürfte sich die Anzahl Vollzeitäquivalente (VZÄ) der Professorinnen und Professoren der universitären Hochschulen (UH) bis 2020 um 500 bis 800 erhöhen (d.h. +16 bis +24%). 

Die Neueinstellungen von Professorinnen und Professoren könnten auch 2012 auf einem «historisch» hohen Niveau bleiben. In der Folge könnte diese Zahl kontinuierlich zurückgehen und der Rückgang könnte bis 2020 gemäss Szenario «neutral» sogar 35% erreichen (Rückgang von 20% gemäss Szenario «Tendenz»).

In den Fachhochschulen (FH) müsste die Zahl der Lehrkräfte zwischen 2010 und 2020 um 14 bis 25% wachsen (+700 bis +1200 Vollzeitäquivalente), an den Pädagogischen Hochschulen (PH) zwischen 6 und 23% (+100 bis +400). 


Aktualisierung: 31.10.2011

+16 bis +24% Professoren und Professorinnen an den UH bis 2020

In den nächsten Jahren dürfte die Gesamtzahl der UH-Studierenden deutlich zunehmen (siehe "Wichtigste Ergebnisse für die Studierende und Abschlüsse"). Falls die Entwicklung der Anzahl Professorinnen und Professoren und die Entwicklung der Anzahl Studierenden in einem ähnlichen Verhältnis wie in den vergangenen 25 Jahren bleiben, wird sich die Anzahl Vollzeitäquivalente (VZÄ) der Professorinnen und Professoren der UH bis 2020 um 600 bis 800 erhöhen (d.h. +18 bis +24%). Bei den Szenarien «neutral» und «Tendenz», die gegenüber 2009 von unveränderten Betreuungsquoten pro Fachbereichsgruppe ausgehen, resultieren sehr ähnliche Werte: Zunahmen zwischen 500 und 800 VZÄ (d.h. +16 bis 24%).

Professorinnen und Professoren der universitären Hochschulen. Szenarien

Weniger Rekrutierungen von Professorinnen und Professoren in den kommenden Jahren?

Es ist schwierig abzuschätzen, wie sich die erwarteten Entwicklungen bei den Pensionierungen und den Studierendenzahlen auf die Rekrutierung neuer Professorinnen und Professoren auswirken werden, weil dabei vielfältige Faktoren eine Rolle spielen. Trotzdem dürften sich gewisse Trends mit einem nennenswerten Einfluss auf die Neurekrutierung bestimmen lassen. In den beiden berücksichtigten Szenarien wird von einer konstanten «Betreuungsquote» und damit implizit von einer Hochschulfinanzierung ausgegangen, die sich parallel zur Zahl der Studierenden entwickelt. Dies würde bedeuten, dass aufgrund der rückläufigen Zahl von Pensionierungen und der in einigen Jahren erwarteten langsameren Zunahme der Studierendenzahl (siehe "Wichtigste Ergebnisse für die Studierende und Abschlüsse") der Bedarf an neuen Professorinnen und Professoren zurückgeht . Natürlich hätte eine weniger intensive (bzw. intensivere) Betreuung zur Folge, dass in diesem Zeitraum der Rekrutierungsbedarf stärker (bzw. weniger stark) zurückgehen würde.

Insgesamt könnten die Neueinstellungen von Professorinnen und Professoren auch 2012 auf einem «historisch» hohen Niveau bleiben (im Bereich von 2010 mit 300 neuen Professuren, aber höher als der geschätzte Wert von 275 für 2011). In der Folge könnte diese Zahl kontinuierlich zurückgehen und 2016 einen Wert erreichen, der um 10 bis 20% unter dem Stand von 2011 liegt. Bis 2020 könnte sich der Rückgang gemäss Szenario «neutral» sogar auf 35% belaufen (2020: 180 neue Professuren), gemäss Szenario «Tendenz» auf 20%. Diese Abnahme wäre voraussichtlich in allen Fachbereichsgruppen zu spüren.

Mehrheit von ausländischen Professorinnen und Professoren an den UH ab 2012

In den letzten Jahren nahm der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer unter den neuen Professorinnen und Professoren regelmässig zu. Seit 2005 beträgt er systematisch über 50%, seit 2007 über 55%. In den Technischen Wissenschaften belief sich der Anteil der neuen Professorinnen und Professoren ausländischer Nationalität im Zeitraum 2008 bis 2010 durchschnittlich auf 80%. In den Exakten und Naturwissenschaften betrug der Anteil 62%, in den Wirtschaftswissenschaften 70%. Da diese Anteile deutlich über dem entsprechenden Anteil in der gesamten Professorenschaft liegen und die Fluktuationsrate bei den ausländischen Professorinnen und Professoren gleich hoch ist wie bei den schweizerischen, dürfte sich der Lehrkörper der UH noch weiter internationalisieren. Der Anteil der ausländischen Professorinnen und Professoren belief sich 2010 auf 48,6% und überschreitet sowohl beim Szenario «neutral» als auch beim Szenario «Tendenz» ab 2012 die Schwelle von 50%, gegen 2020 dürfte der Anteil 52 bis 54% erreichen. Werte von gegen oder über 60% dürften 2020 in folgenden Bereichen zu beobachten sein: in den Technischen Wissenschaften mit 70 bis 72% ausländischen Professuren im Jahr 2020 (2010: 59%); in den Wirtschaftswissenschaften (65 bis 67% im Jahr 2020, gegenüber 63% im Jahr 2010) und in den Exakten und Naturwissenschaften (58-60%, gegenüber 55%).

Ausländeranteil bei den Professorinnen und Professoren der UH

Frauenanteil von 22 bis 24% in der Professorenschaft im Jahr 2020

Die Frauen sind in der Professorenschaft stark untervertreten, ihr Anteil hat sich aber innerhalb von 10 Jahren verdoppelt (von 8% im Jahr 2000 auf 17% im Jahr 2010). Ungeachtet des gewählten Szenarios ist für die kommenden Jahre mit einem weiteren Anstieg des Anteils der Hochschulprofessorinnen zu rechnen. Denn bei den neuen Professuren ist der Frauenanteil deutlich höher als beim Lehrkörper insgesamt (23,5% Frauen bei den neuen Professuren zwischen 2008 und 2010). Bedingt vor allem durch die geringe Fluktuationsrate der Professorenschaft der UH und den verhältnismässig tiefen Frauenanteil an den Neuberufungen dürfte der Anteil der Professorinnen in den nächsten Jahren allerdings nur langsam steigen und im Jahr 2020 zwischen 22% und 24% ausmachen.

Der Anteil der Professorinnen wird in den Geistes- und Sozialwissenschaften dann wahrscheinlich 30% überschritten haben (Prognose 2020: 34-35%, gegenüber 28% im Jahr 2010), ebenso im Fachbereich Recht (31-33%, gegenüber 23% im Jahr 2010). In den übrigen Fachbereichsgruppen mit traditionell tiefem Frauenanteil (Technische Wissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Exakte und Naturwissenschaften sowie Medizin und Pharmazie) dürfte der Frauenanteil bis 2020 auf gegen 20% steigen, d.h. je nach Fachbereichsgruppe um 5 bis 8 Prozentpunkte zulegen.

Frauenanteil bei den Professorinnen und Professoren der UH

14 bis 19% mehr Lehrkräfte an den FH im Jahr 2015

In den nächsten Jahren dürfte die Gesamtzahl der FH- und PH-Studierenden deutlich zunehmen (siehe "Wichtigste Ergebnisse für die Studierende und Abschlüsse") . Falls die Betreuungsquote in den einzelnen Fachbereichen gleich bleibt, müsste die Zahl der Lehrkräfte zwischen 2010 und 2020 an den FH entsprechend um 14 bis 25% wachsen (+700 bis +1200 Vollzeitäquivalente), wobei der Grossteil des Anstiegs vor 2015 erfolgen würde (+14 bis +19%). An den PH wäre demnach zwischen 2010 und 2020 mit einer Zunahme um 6 bis 23% (+100 bis +400) zu rechnen.

Aufgrund der erwarteten jährlichen Abgänge und des höheren Bedarfs müssten zwischen 2012 und 2015 deshalb an den FH insgesamt durchschnittlich 360 bis 410 Vollzeitäquivalente pro Jahr neu besetzt werden.

Lehrkörper der Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen. Szenarien

Steigender Anteil ausländischer Staatsangehöriger an den neuen Lehrkräften der FH und der PH

Sowohl an den FH als auch an den PH werden voraussichtlich immer mehr ausländische Lehrkräfte unterrichten.

An den FH erreichte der Anteil der neu eingestellten ausländischen Lehrkräfte 2010 33% (gegenüber 25% im Jahr 2005). 2020 dürfte der Anteil ausländischer Lehrkräfte ein Niveau von rund 30% bis 33% erreichen (2010: 26%). Wie im Jahr 2010 ist in den folgenden Fachbereichen mit den höchsten Anteilen zu rechnen: Design (36% bis 38% im Jahr 2020; 34% im Jahr 2010) sowie Musik, Theater und andere Künste (41% bis 44% im Jahr 2020; 37% im Jahr 2010).

An den PH belief sich der Anteil ausländischer Staatsangehöriger an den neu eingestellten Lehrkräften in den letzten drei Jahren auf durchschnittlich 13%. Der Anteil ausländischer Lehrkräfte wird vermutlich niedrig bleiben, aber in einigen Jahren die Schwelle von 10% überschreiten (2020: 12 bis 13%; 2010: 8%).

Ausländeranteil beim Lehrkörper der FH und PH

2020: ein Drittel Frauen an den FH und mehrheitlich Frauen an den PH

Der Frauenanteil an den Lehrkräften der FH dürfte in den kommenden Jahren in sämtlichen Fachbereichen zunehmen. Insgesamt wird der Anteil voraussichtlich von 29% im Jahr 2010 auf 33-34% im Jahr 2020 steigen. Die derzeit sehr unausgewogene Verteilung dürfte weiter bestehen, mit einem Anteil weiblicher Lehrkräfte von 73% im Jahr 2020 im Bereich Gesundheit (2010: 72%) und von 11-12% im Bereich «Technik und IT» (2010: 8%).

An den PH dürften die weiblichen Lehrkräfte in einigen Jahren mit den männlichen gleichziehen: 2020 wird der Frauenanteil voraussichtlich 52% bis 53% betragen (gegenüber 45% im Jahr 2010).

Frauenanteil beim Lehrkörper der FH und PH

Weiterführende Informationen

Zuletzt aktualisiert am: 31.10.2011
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