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Statistik Schweiz

Szenarien für das Bildungssystem – AnalysenSzenarien 2011-2020 für das Bildungssystem

Vorwort

Bei den «Szenarien 2011-2020 für das Bildungssystem» handelt es sich um die 10. Ausgabe einer Reihe, die 2002 mit spezifischen Prognosen für die Schweizer Hochschulen begann. Die vorliegenden Arbeiten liefern Prognosen bis 2020 zur Zahl der Lernenden, der Studierenden, der Abschlüsse und der Lehrkräfte für den grössten Teil des Schweizer Bildungssystems. Die meisten Ergebnisse liegen in einem hohen Detaillierungsgrad vor.

In diesem Jahr werden erstmals Indikatoren auf kantonaler Ebene in Bezug auf die Austritte verursacht durch die Pensionierung und der Altersstruktur der Lehrkräfte der obligatorischen Schule vorgestellt. Am Prognosemodell wurden ebenfalls leichte Anpassungen vorgenommen.

Ziel dieser Arbeiten des Bundesamtes für Statistik (BFS) ist es, zu den wichtigsten bevorstehenden Entwicklungen zuverlässige Prognosen bereitzustellen, die auf einer transparenten Methodik beruhen und dadurch eine solide Entscheidungs- und Planungsgrundlage zu bieten.

Die wichtigsten Entwicklungsfaktoren sind in der Regel die Demografie, Trends bei der Wahl der Ausbildungen und bei den Übergängen zwischen den verschiedenen Stufen sowie die Wirtschaftslage. Abgesehen von den Auswirkungen des HarmoS-Konkordats auf die Bestände der Vorschule und der Volksschule wurden keine Hypothesen über allfällige bildungspolitische Änderungen einbezogen.

Bei den meisten Arbeiten werden zwei Szenarien vorgestellt. Das erste Szenario stützt sich auf den «Status quo». Es geht insgesamt davon aus, dass die aktuelle Situation bestehen bleibt oder die wichtigsten Faktoren nur unwesentlich ändern. Beim Szenario «Tendenz» hingegen werden die aktuellen Trends bei den wichtigsten Faktoren in die Zukunft verlängert.

Schliesslich sind die allgemeinen Hypothesen für die Szenarien 2011-2020 häufig sehr ähnlich wie jene, die den Szenarien 2010-2019 zugrunde liegen.

Wichtigste Ergebnisse

Die Hauptergebnisse der Szenarien 2011-2020 lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Obligatorische Schule

Sekundarstufe II

Hochschulen

Bildungsniveau der Bevölkerung

In allen Fällen bestehen erhebliche regionale oder kantonale Unterschiede in der Entwicklung. Auskunft darüber geben die detaillierten Ergebnisse.

Revisionen

Die wichtigsten Anpassungen gegenüber den Szenarien 2010-2019 betreffen folgende Punkte:

Lernende der Vorschule und der obligatorischen Schule 
Der schrittweise geänderte Geltungsbereich der Szenarien für die obligatorische Schule hat erneut eine geringfügige Korrektur nach oben zur Folge (siehe «Hypothesen und Unsicherheiten»). Weitere Anpassungen sind dadurch bedingt, dass die Szenarien 2011-2020 auf den neuen «Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung der Kantone der Schweiz 2010-2035» basieren.

Gesamtschweizerisch sind die kurzfristigen Anpassungen gering. Sie betragen bis 2015 für die Primarstufe und die Sekundarstufe I höchstens 0,7%. Für die Vorschule beläuft sich die Anpassung beim Szenario «Konvergenz» ebenfalls auf weniger als 1%. Beim Szenario «neutral» ist sie natürlich höher (+1,8% im Jahr 2015), da dieses Szenario die aktuellen Entwicklungen auf der Vorschulstufe nicht berücksichtigt. 

Lehrkräfte der obligatorischen Schule 
Die Szenarien 2011-2020 sagen sehr ähnliche Entwicklungen vorher wie die vorangehenden Szenarien. Bei den absoluten Zahlen bestehen dagegen Unterschiede zu den letztjährigen Werten, dies vor allem aus folgenden Gründen: Lehrkräfte mit Hauptleistungen auf nicht zuteilbaren Studienstufen wurden im Modell anders behandelt und das durchschnittliche Pensum neu eintretender Lehrkräfte wurde niedriger geschätzt. Diese beiden Änderungen haben einen Einfluss auf das Grundniveau, auf die präsentierten Entwicklungen dagegen kaum.

Lernende und Abschlüsse der Sekundarstufe II
Die Ergebnisse der Szenarien 2010-2019 werden weitgehend bestätigt. Durch den längeren Prognosehorizont bis 2020 rückt das Ende eines Jahrzehnts mit rückläufigen Lernendenbeständen in Sicht. Insgesamt wurden die Prognosen für die Lernenden um etwas mehr als 1% und für die Abschlüsse um etwas mehr als 3% nach oben revidiert.

Studierende und Abschlüsse an den Hochschulen
Die Ergebnisse der Szenarien 2010-2019 haben sich weitgehend bestätigt, die neuen Szenarien weichen nur geringfügig von den vorangehenden Szenarien ab. Für die Fachhochschulen (FH) bewirkten bessere Informationen namentlich zum Studienverlauf im Bolognasystem sowie die Anpassung der Zahl der Berufsmaturitäten nach oben und der anhaltende Trend eines häufigeren Übertritts an FH eine Anhebung der langfristigen Prognosen für die Bachelor- und die Masterstufe um plus 2000 Studierende beim Szenario «Tendenz» (+3%) und um plus 4000 Studierende beim Szenario «neutral» (+7%).

Bei den universitären Hochschulen bewirkt die Anpassung der prognostizierten Zahl der gymnasialen Maturitäten und der Bachelor-Eintritte ausländischer Studierender nach oben ebenfalls eine Korrektur der langfristigen Prognosen für die Bachelor- und die Masterstufe um plus 760 Studierende beim Szenario «Tendenz» (+0,6%) und um plus 2400 Studierende beim Szenario «neutral» (+2%).

Lehrkörper der Hochschulen
Für die UH weichen die Ergebnisse bezüglich des Frauen- oder Ausländeranteils nur wenig von den Szenarien 2010-2019 ab. Ebenfalls bis 2019 wurde der Frauenanteil in der Professorenschaft um 1 PP nach unten revidiert (Szenario «neutral»), da die Hypothese zum Frauenanteil bei den Neuberufungen leicht nach unten angepasst wurde. Deutlicher wurde mit -2,5 PP für 2019 die Zahl der ausländischen Professuren angepasst. Dabei spielte insbesondere die Berücksichtigung der Einbürgerungen seit diesem Jahr eine Rolle.

Die Ergebnisse der Szenarien für die FH und PH decken sich weitgehend mit den Zahlen aus den Szenarien 2010-2019. Bis ins Jahr 2019 beträgt der Revisionsbedarf bei den FH beispielsweise -0,7 bis -0,6 PP für den Frauenanteil und -0,3 bis -1,4 PP für den Anteil ausländischer Lehrkräfte.

Bildungsniveau der Bevölkerung (Szenarien 2010-2060)
Wenn man die neuen Szenarien (2010-2060) mit den Ergebnissen der Szenarien 2009–2018 vergleicht, so zeigen sich beim mittleren Szenario nur geringfügige Abweichungen (der prognostizierte Anteil der Personen mit Tertiärausbildung in der gesamten 25- bis 64-jährigen Bevölkerung im Jahr 2018 unterscheidet sich um weniger als 0,7 Prozentpunkte). In Bezug auf die ausländische Bevölkerung ist die Abweichung leicht grösser, da die Übergangsquote zur Tertiärstufe nach unten korrigiert wurde (der Anteil der ausländischen Personen mit Tertiärausbildung ist demnach bis 2018 um 2 Prozentpunkte tiefer als in den Szenarien 2009–2018).

Änderungen an der Methodik und beim Detaillierungsgrad der Berechnungen

Lernende der obligatorischen Schule
Keine Änderungen

Lehrkräfte der obligatorischen Schule
In diesem Jahr wurden mehrere Verbesserungen vorgenommen:

  • Alle Berechnungen werden nun auf kantonaler Ebene durchgeführt. Kantonale Ergebnisse werden auch für die Pensionierungen und die Altersstruktur berechnet (aufgrund der Unsicherheiten im Zusammenhang mit Reformen und der künftigen Betreuungsquote werden für die Rekrutierung hingegen regionale Zahlen präsentiert).
  • Die Lehrkräfte mit einer nicht zuteilbaren Haupttätigkeit werden besser berücksichtigt.
  • Die Pensen werden genauer bestimmt.

Lernende und Abschlüsse der Sekundarstufe II
Keine Änderungen

Studierende und Abschlüsse an den Hochschulen 
In diesem Jahr wurden am Prognosemodell folgende Optimierungen vorgenommen:

  • Die Studierenden der Lehrkräfteausbildung (Vorschul-, Primar- und Sekundarstufe I) an den Universitäten Genf und Fribourg wurden zu den PH gerechnet, um eine bessere Gesamtsicht zur Lehrkräfteausbildung zu erhalten (diese Studierenden wurden aber von ihren jeweiligen UH nicht in Abzug gebracht).
  • Die Studierenden wurden im Modell nach Herkunft ihres Zulassungsausweises (Schweiz/Ausland) bei der ersten Immatrikulation an einer Schweizer Hochschule getrennt betrachtet. Diese Unterscheidung wird seit diesem Jahr für alle Studienstufen und alle Hochschultypen (UH, FH oder PH) vorgenommen.
  • Die beobachteten Trends auf Doktoratsstufe bezüglich des Anteils der Studierenden aus dem Ausland oder der Frauen bei der Aufnahme eines Doktorats wurden besser berücksichtigt. 

Lehrkörper der Hochschulen
Keine Änderungen

Inhaltsverzeichnis zu den Szenarien 2011-2020 für das Bildungssystem

Weiterführende Informationen

Auskunft

Jacques Babel, BFS, Sektion Bildungssystem, Tel.: +41 32 71 36381
Zuletzt aktualisiert am: 31.10.2011
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