Tertiärstufe: Hochschulen - AnalysenInteraktive Karten: Gymnasiale Maturitätsquote
Die gymnasiale Maturitätsquote* entspricht dem Anteil Personen, die ein gymnasiales Maturitätszeugnis erworben haben, gemessen an der 19-jährigen, ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz (Durchschnittsalter der Maturand/innen). Die gymnasiale Maturität erlaubt den Zugang zu den universitären wie auch den pädagogischen Hochschulen. Nach vorgängigem Abschluss eines Berufspraktikums ist auch der Zugang zu den Fachhochschulen möglich.
Mit der gymnasialen Maturitätsquote wird das Potenzial an Hochqualifizierten innerhalb der Erwerbsbevölkerung gemessen.
Annähernd 20% der Jugendlichen in der Schweiz absolvierten 2010 eine gymnasiale Maturität. In den Kantonen Tessin, Genf und Basel-Stadt, werden die höchsten gymnasialen Maturitätsquoten gemessen, nämlich um 30%. Die Kantone der Deutschschweiz im Allgemeinen und mit knapp12% der Kanton Glarus im Speziellen, weisen relativ tiefe gymnasiale Maturitätsquoten auf.
Bereits 1985 wies der Kanton Genf gesamtschweizerisch den höchsten Anteil an gymnasialen Maturitäten unter den 19-jährigen Jugendlichen auf. Ausser den Kantonen beider Basel, Schaffhausen und Zürich, überstieg 1985 kein Kanton der Deutschschweiz das gesamtschweizerische Mittel von 12.2%.
Zwischen den Jahren 1985 und 2010 hat die gymnasiale Maturitätsquote von 12% auf 20% zugenommen. Die Veränderungsquote zwischen 1985 und 2010 zeigt, dass jene Kantone, welche in den 80erJahren tiefe gymnasiale Maturitätsquoten aufwiesen, in der Zwischenzeit die grössten Zunahmen verzeichnen konnten. So hat sich die Quote im Kanton Obwalden seit 1985 verdreifacht, während sie im Kanton Genf „lediglich“ um 20% zugenommen hat.
Die Differenzen zwischen den Kantonen beruhen einerseits auf traditionellen Bildungsmodellen, wonach in den Kantonen der Westschweiz eher der akademische Bildungsweg favorisiert wurde, während in der Deutschschweiz die Berufsbildung einen sehr hohen Stellenwert innehatte. Andererseits sind die weniger dicht besiedelten Kantone, z.B. der Innerschweiz, eher von populations- bzw. migrationsbedingten Schwankungen betroffen, was die gymnasiale Maturitätsquote in diesen Kantonen von Jahr zu Jahr stark schwanken lässt. Die Quoten sind in diesen Kantonen deshalb über ein grösseres Zeitfenster hinweg zu verfolgen.
*siehe Informationen zu Definitionen und Methodologie unter Indikatoren

Zuletzt aktualisiert am: 27.10.2011
