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Statistik Schweiz

Tertiärstufe: Hochschulen – AnalysenHochschulreformen – Bologna-Reform: Bologna-Barometer 2011

Bologna-Barometer 2011

Auszüge der Publikation "Bologna-Barometer 2011: Auswirkungen der Bologna-Reform auf die Studierendenströme und auf die Mobilität im Schweizer Hochschulsystem

Bettreffend die erwarteten Auswirkungen der Bologna-Reform auf die Anzahl der Studierenden an den Schweizer Hochschulen, siehe "Szenarien 2011-2020 für die Hochschulen und die Personen mit Hochschulabschluss in der Bevölkerung"

Aktualisierung: November 2011

Einleitung

Die Bologna-Reform hat die Studiengänge an allen Schweizer Hochschulen von Grund auf verändert. An den universitären Hochschulen (UH) bestand die grösste Veränderung darin, dass die traditionellen Lizenziats- und Diplomstudiengänge schrittweise durch eine zweistufige Ausbildung mit den Studienzyklen «Bachelor» und «Master» ersetzt wurden. An den Fachhochschulen (FH) und den Pädagogischen Hochschulen (PH) stellte die Einführung der Masterstudiengänge eine grundlegende Veränderung dar. Die strukturellen Veränderungen innerhalb des Hochschulwesens haben auch das Auftreten neuer Studienlaufbahnen, bei denen verschiedene Hochschultypen kombiniert werden, ermöglicht. Nachdem die Reform seit 2001 an den UH und seit 2005 auch an den FH und PH umgesetzt wird, ist nun genügend Zeit vergangen, um den Studienverlauf der Studierenden im Bologna-System für die drei Hochschultypen analysieren, die Entwicklungen beobachten und den Einfluss der Bologna-Reform auf die Erfolgsquote beurteilen zu können. Diese Untersuchungen stützen sich auf die Erhebung der Studierenden und der Abschlüsse an den Schweizer Hochschulen 1 .

1Schweizerisches Hochschulinformationssystem (SHIS)

Bologna-Reform und Erfolg an den Hochschulen

Die Erfolgsquoten auf Bachelorstufe sind für alle drei Hochschultypen ähnlich hoch, sie liegen bei rund 80%2 (UH: die Erfolgsquote beträgt 7 Jahre nach dem Eintritt auf Bachelorstufe 78%, FH: 77% nach 5 Jahren, PH: 85% nach 5 Jahren).

Die Erfolgsquote auf Masterstufe ist, wie auf Bachelorstufe, hoch. Sie übersteigt 91% für die UH-Studierenden, die ihren vorherigen Abschluss an einer schweizerischen Hochschule erworben haben. Der Anteil der auf UH-Bachelorstufe eingetretenen Studierenden, die mit einem UH-Master abschliessen, ist ähnlich hoch wie die Erfolgsquote bei den ehemaligen Lizenziats- und Diplomstudiengängen. Bei den FH dürfte die Erfolgsquote auf Masterstufe ähnlich hoch sein wie bei den UH, und 60% der im Jahr 2008 eingetretenen Kohorte hatte im Jahr 2010 bereits einen FH-Masterabschluss erlangt.

2Für Studierende mit einem schweizerischen Zulassungsausweis

Erfolgsquote

Übertrittsquote zum Master

Die Übertrittsquote vom UH-Bachelorstudium zum UH-Masterstudium liegt weiterhin auf einem hohen Niveau (durchschnittlich 88% seit 2004), wobei ein grosser Anteil sofortiger Übertritte und keine Anzeichen einer Entwicklung verzeichnet werden. Nur eine kleine Minderheit der Studierenden steigt demzufolge direkt nach dem Bachelorstudium in den Arbeitsmarkt ein. Diese hohe Übertrittsquote ist nicht nur bei den Studierenden mit einem schweizerischen UH-Zulassungsausweis (88%) zu beobachten, sondern auch bei denjenigen mit einem ausländischen Zulassungsausweis (83%). Die Übertrittsquote Letzterer scheint aber 2010 einen deutlichen Rückgang zu verzeichnen (-8% gegenüber 2009). Zwischen Frauen und Männern bestehen bei der Quote der Übertritte keine Unterschiede.

17% der FH-Bachelorabsolventinnen und -absolventen von 2008 und 2009 haben direkt oder ein Jahr später ein FH-Masterstudium angeschlossen. Trotz der erst kürzlich erfolgten Einführung der FH-Masterstudiengänge scheint sich bei den Übertrittsquoten bereits eine gewisse Konstanz im Laufe der Zeit festzustellen. Im Fachbereich Wirtschaft und Dienstleistungen ist jedoch ein markanter Rückgang zu verzeichnen, der darauf hindeutet, dass scheinbar das Masterstudium in diesem Fachbereich deutlich weniger wächst als die Zahl der Bachelorabschlüsse. Ein Eintritt in den Arbeitsmarkt zwischen dem Abschluss des FH-Bachelorstudiums und dem Beginn des Masterstudiums scheint häufig vorzukommen; ein Viertel der Studierenden, die mit einem Masterstudium weiterfahren, nehmen dieses erst ein Jahr oder mehrere Jahre nach dem Bachelorabschluss in Angriff. Was Geschlechterunterschiede anbelangt, scheint bei den Frauen die Wahrscheinlichkeit, dass sie im Anschluss an ein FH-Bachelorstudium ein FH-Masterstudium anfangen deutlich geringer zu sein als bei den Männern.

Bologna-Reform und Mobilität zwischen Bachelor- und Masterstufe

Die räumliche Mobilität auf internationaler Ebene beim Eintritt auf Masterstufe liegt bei allen drei Hochschultypen auf einem ähnlichen Niveau wie 2009. 2010 kamen 19% der auf UH-Masterstufe eintretenden Studierenden aus dem Ausland (19% im Jahr 2009), wobei bei den Exakten und Naturwissenschaften eine deutliche Veränderung festzustellen ist (25% im Jahr 2010 gegenüber 20% im Jahr 2009). An den FH kamen 30% der Studierenden im Jahr 2010 aus dem Ausland (26% im Jahr 2009), die grössten Bestände ausländischer Studierender (37%) wurden im Fachbereich Musik, Theater und andere Künste verzeichnet. An den PH betrug der Anteil der Studierenden, die zuvor im Ausland einen Abschluss erworben hatten, 6% (2009: 5%).

Mastereintritte

Durchlässigkeit zwischen Hochschultypen

Der Anteil der auf Masterstufe eingetretenen Studierenden, die ihren vorherigen Abschluss in der Schweiz an einem anderen Hochschultyp erlangt hatten, betrug 5%. Damit hat sich die Durchlässigkeit zwischen unterschiedlichen Hochschultypen auf Masterstufe im Jahr 2010 nicht verändert. Der häufigste Wechsel von einem Hochschultyp zu einem anderen bleibt weiterhin jener von einer FH an eine UH, im Jahr 2010 war dies bei rund 400 Studierenden der Fall, die gleiche Zahl wie schon 2009.

Durchlässigkeit zwischen Schweizer Hochschultypen auf Masterstufe zu Semesterbeginn 2010

Hochschultyp CH für Mastereintritte 2010Total Mastereintritte 2010Mastereintritte 2010 nach Hochschultyp CH der BachelorabschlüsseMastereintritte 2010 nach Hochschultyp CH der Lizenziat-/DiplomabschlüsseAndere*Mastereintritte 2010 mit einem vorangegangenen Abschluss im Ausland
UHFHPHUHFHPH
UH1298596692883819510191812504
FH26046711976303555160784
PH1186531753173178234172

* Inklusive Studierende, die vor Erlangen des UH-Abschlusses vom Lizenziats-/Diplomstudium zum Masterstudium gewechselt haben.

Anmerkung: Die hohe Zahl der PH-Mastereintritte der Kategorie "Andere" ist zu einem grossen Teil den Studierenden, die ihre Tertiärausbildung in der Heilpädagogik direkt auf Masterstufe beginnen, zuzuschreiben

Übergänge zum Doktorat

38% der Studierenden3, die 2010 ein Doktoratsstudium begonnen haben, hatten ihren vorherigen Abschluss an der gleichen Hochschule erworben, 49% kamen aus dem Ausland und 12% von einer anderen universitären Hochschule der Schweiz4.

Da Fachbereichsgruppen mit hohen Übertrittsquoten einen grösseren Männeranteil aufweisen, überrascht es nicht, dass die Übertrittsquote zur Doktoratsstufe bei den Masters bis 2008 für die Männer (21%) etwas höher ist als für die Frauen (14%). Lässt man die Heterogenitätseffekte ausser Acht5, ist tatsächlich ein Unterschied zwischen Männern und Frauen auszumachen: Bei den Frauen scheint die Wahrscheinlichkeit kleiner zu sein, dass sie ein Studium auf Doktoratsstufe anschliessen (Odds Ratio: 0,70 ± 0,07).

3In diesem Kapitel wird die Fachbereichsgruppe der Medizin und Pharmazie
nicht berücksichtigt
4Der restliche Anteil der Doktoratseintritte besteht aus schweizerischen
Studierenden mit einem anderen Studienverlauf
5«Logit»-Analysen

Definitionen - Auskünfte

Bachelor: Neben den Absolventen, die einen Bachelor erlangt haben, gehen wir in diesem Bericht davon aus, dass alle, die ein UH-Bachelorstudium absolviert und auf die UH-Masterstufe gewechselt haben, einen Bachelorabschluss haben. Dies ist nicht immer der Fall, denn einige Studierende beginnen ihr Masterstudium, ohne vorher den Bachelorabschluss gemacht zu haben.

Master: Für den Übertritt vom Master zum Doktorat kommt der gleiche Ansatz zur Anwendung wie beim Bachelor. Wir gehen also davon aus, dass alle, die ein Masterstudium absolviert und auf die Doktoratsstufe gewechselt haben, über einen Masterabschluss verfügen.

Übertritt zwischen Hochschultypen: Als Übertritt zwischen Hochschultypen werden die Studierenden bezeichnet, die nach ihrem ersten Bachelorabschluss an einem bestimmten Hochschultyp zum ersten Mal auf Masterstufe an einen anderen Hochschultyp eintreten.

FH: Ohne den Fachbereich « Lehrkräfteausbildung», auch wenn die Pädagogische Hochschule in eine FH integriert ist.

PH: Fachbereich «Lehrkräfteausbildung», unabhängig davon, ob die Pädagogische Hochschule in eine FH integriert ist oder nicht.

Auskünfte:
Jacques Babel, BFS, Sektion Bildungssystem, Tel.: +41 32 71 36381

Dokument / Objekt Titel Periode
Gesamtheit der Übertritte zwischen den UH zum Masterstudium . Download (XLS). Inhalt wird in neuem Fenster geöffnet. 69 KB   Gesamtheit der Übertritte zwischen den UH zum Masterstudium
(su-d-15.02.01-Bologne-01)
Bundesamt für Statistik BFS
2007-2010
Gesamtheit der Übertritte zwischen den FH zum Masterstudium . Download (XLS). Inhalt wird in neuem Fenster geöffnet. 52 KB   Gesamtheit der Übertritte zwischen den FH zum Masterstudium
(su-d-15.02.01-Bologne-02)
Bundesamt für Statistik BFS
2008-2010
Bologna Barometer 2011: Logit-Analysen. Download (XLS). Inhalt wird in neuem Fenster geöffnet. 64 KB   Bologna Barometer 2011: Logit-Analysen
(su-d-15.02.01-Bologne-05)
Bundesamt für Statistik BFS
2002-2010
Zuletzt aktualisiert am: 30.11.2011
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