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Statistik Schweiz

Definitionen

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Arbeitskosten
Die Arbeitskosten umfassen die Gesamtheit aller von den Arbeitgebern im Zusammenhang mit der Beschäftigung von Arbeitskräften getragenen Aufwendungen. Sie setzten sich aus Löhnen und Gehältern, aus Sozialbeiträgen der Arbeitgeber und aus sonstigen Aufwendungen (berufliche Bildung, Personalrekrutierung, usw.) zusammen. (903)
Arbeitsstätte
Örtlich abgegrenzte Einheit einer institutionellen Einheit, in der eine wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt wird. (807)
Arithmetisches Mittel

Das arithmetische Mittel, auch Durchschnitt oder arithmetischer Mittelwert genannt, wird errechnet, indem man die einzelnen Beobachtungswerte addiert und die Summe durch die Anzahl der Beobachtungswerte teilt.

In mathematischer Schreibweise ist der Mittelwert einer Anzahl n Beobachtungswerte x1, x2 bis xn definiert als x = (x1 + x2 + … + xn) / n.

Im Gegensatz zu einem anderen häufig verwendeten Lagemass, dem Median (siehe dort), wird das arithmetische Mittel durch die Grösse der Extremwerte stark beeinflusst. Bei einer streng symmetrischen Häufigkeitsverteilung fällt das arithmetische Mittel mit dem Median zusammen. Im Falle einer asymmetrischen Verteilung, z.B. des Einkommens, mit hohen Extremwerten liegt das arithmetischen Mittel über dem Median, bei tiefen Extremwerten darunter. Je deutlicher die Asymmetrie ist, desto grösser ist der Unterschied zwischen arithmetischem Mittel und Median. Um die Lokation einer Verteilung zu beschreiben ist das arithmetische Mittel darum nur bei ungefähr symmetrischen Verteilungen geeignet. Eine Variante des arithmetischen Mittels, das gewichtete Mittel, ordnet jeder Beobachtung ein Gewicht zu. (748)

Aufträge (Index)
Die Indizes der Auftragseingänge und -bestände sind Vorlaufindikatoren für die konjunkturelle Entwicklung. Sie sind definiert als Bestellungen, welche eine Produktion auslösen. Deshalb fliesst die Energie- und Wasserversorgung definitionsgemäss nicht in die Berechnung der Auftragsindizes ein. Für die Tabakindustrie, die Mineralölverarbeitung sowie für die Chemische Industrie liegen keine Angaben zu den Aufträgen vor. Der Index der Auftragseingänge wird hier auf Grund der Umsatzentwicklung berechnet, wobei dieser Ersatzwert auf Branchenstufe nicht ausgewiesen wird (einzig die Auftragseingänge aus dem Inland sind mangels Ersatzvariable ohne die Chemische Industrie berechnet). Für die Indizes der Auftragsbestände gibt es keine solche Ersatzvariable, weshalb in den aggregierten Indizes die drei obengenannten Branchen nicht enthalten sind. (218)
Aussenhandel
Der Aussenhandel umfasst die Ein- und die Ausfuhren von Waren. Diese werden nach verschiedenen Gruppen und nach Erzeugungs- (Einfuhr) oder Bestimmungsländern (Ausfuhr) gegliedert. Die Ergebnisse des Aussenhandels werden nach Total 1 (ohne Edelmetalle, Edel- und Schmucksteine sowie Kunstgegenstände und Antiquitäten) oder nach Total 2 (einschliesslich der oben erwähnten Waren) berechnet. Es stehen zwei bedeutende Nomenklaturen zur Verfügung. Einerseits die Gliederung nach dem Verwendungszweck, welche aus sechs Hauptgruppen besteht, und andererseits jene nach der Warenart, welche vierzehn Hauptgruppen umfasst. Die Zuteilung der Waren zu diesen zwei Nomenklaturen erfolgt aufgrund der so genannten Zolltarifnummern. Es handelt sich hierbei um eine achtstellige Kodierung, die beim Ausfüllen der Zolldeklarationen zur Bezeichnung der Waren anzugeben ist. Die sechs ersten Ziffern entsprechen der Nummerierung des Harmonisierten Systems zur Bezeichnung und Kodierung von Waren (vgl. SR 0.632.11). Unter Erzeugungsland ist das Ursprungsland der Ware zu verstehen. Wurde die Ware vor ihrem Übertritt in die Schweiz durch definitive Verzollung oder zollfreie Zulassung in einem Drittland nationalisiert, so gilt dieses Land als Erzeugungsland. Für Waren, die sich in einer Zollunion im freien Verkehr befinden, wird das Versenderland als das Ursprungsland angesehen. Als Bestimmungsland gilt jenes Land, in welchem die Ware ihrem Verwendungszweck zugeführt oder in welchem sie verarbeitet, veredelt oder anderweitig verarbeitet werden soll. Der Wert der Ein- und der Ausfuhren entsprechen dem statistischen Wert. Es handelt sich dabei um den Warenwert in Schweizer Franken franco Schweizer Grenze. D.h. die Transport-, Versicherungs- und sonstigen Kosten bis zur Schweizer Grenze sind in diesem Wert mit eingeschlossen, wogegen Rabatte und Skonti darin ausgeschlossen sind (c.i.f beim Import bzw. F.o.b. beim Export). Auf ausländischen Währungen lautende Wertangaben werden in Schweizer Franken umgerechnet, und zwar zum Devisenverkaufskurs des Vortages, an welchem die Verzollung stattfand. Fehlt eine Rechnung oder erscheinen die Wertangaben zweifelhaft, so gilt als Wert jener Preis, der normalerweise einem unabhängigen Dritten in Rechnung gestellt würde. Der Saldo der Handelsbilanz errechnet sich aus dem Wertunterschied zwischen den Ein- und den Ausfuhren. Übersteigt der Wert der Einfuhren jenen der Ausfuhren, spricht man von einer defizitären oder passiven Handelsbilanz. Im gegenteiligen Fall ist die Handelsbilanz überschüssig oder aktiv. Transaktionen, die nicht in der Aussenhandelsstatistik erfasst sind (= Waren, die vom Spezialhandel ausgeschlossen sind), werden unter der Rubrik "Anderer Warenverkehr" zusammengefasst. Diese Kategorie ist nicht in der Handelsbilanz enthalten, wohl aber in der Ertragsbilanz (siehe Zahlungsbilanz). (219)
Bestand aktiver Unternehmen
Der Bestand aktiver Unternehmen umfasst sämtliche Unternehmen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt des Referenzjahrs eine wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt haben, einschliesslich der in diesem Jahr neu gegründeten und verschwundenen Unternehmen. (884)
Bevölkerung
Schema der verschiedenen Bevölkerungsbegriffe Externe Seite. Inhalt wird in neuem Fenster geöffnet. (135)
Branche
Eine Branche (oder ein Wirtschaftszweig) ist eine Zusammenfassung homogener Produktionseinheiten, die Produkte herstellen (oder Dienstleistungen erbringen), welche derselben Gesamtheit einer Wirtschaftszweignomenklatur angehören (z.B. NOGA). (204)
Bruttoinlandprodukt (BIP)
Das BIP ist ein Mass für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft im Laufe eines Jahres. Es misst den Wert der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen, soweit diese nicht als Vorleistungen für die Produktion anderer Waren und Dienstleistungen verwendet werden - also die sog. Wertschöpfung. Das BIP wird in jeweiligen Preisen und in konstanten Preisen eines bestimmten Jahres errechnet. In konstanten Preisen wird die reale Wirtschaftsentwicklung im Zeitablauf frei von Preiseinflüssen dargestellt. (208)
Detailhandelsumsatz
Wert aller Warenverkäufe an Endverbraucher (private Haushalte) sowie der Reparaturen für Endverbraucher (private Haushalte), zu Verkaufspreisen, inklusive Mehrwertsteuer, abzüglich Rabatte, Skonti und anderer Preisreduktionen. (220)
E-Commerce
Unter E-Commerce werden hier über das Internet oder andere rechnergestützte Netze (z.B. EDI) abgewickelte Transaktionen verstanden. Waren/Dienstleistungen werden über solche Netze bestellt; Zahlungen und Lieferung können online oder auf herkömmlichen Wegen erfolgen. (Aufträge durch handgeschriebene E-Mails fallen nicht unter E-Commerce.) (55)
Fertigwarenlager (Index)
Die Indizes der Fertigwarenlager zeigen die Entwicklung der Lagerbestände, bewertet zu Verkaufspreisen, am Ende des Berichtsquartals auf. Sie runden die Grundlagen zur Analyse der konjunkturellen Entwicklung ab, indem sie die Produktions- und Umsatzindizes in folgende Beziehung setzen: Umsatz = Produktion + Lagerabbau, bzw. Umsatz = Produktion - Lageraufstockung (225)
Grössenklassen der Unternehmen
Folgende Grössenklassen wurden für die Klassifikation der Unternehmen verwendet (Abgrenzungskriterium ist die Zahl der Vollzeitäquivalente): 0-9 Vollzeitäquivalente = Mikrounternehmen; 10-49 Vollzeitäquivalente = Kleinunternehmen; 50-249 Vollzeitäquivalente = Mittelunternehmen; 250 und mehr Vollzeitäquivalente = Grossunternehmen (670). (670)
Grossregionen
Genferseeregion: Waadt, Wallis, Genf
Espace Mittelland: Bern, Freiburg, Solothurn, Neuenburg, Jura
Nordwestschweiz: Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau
Zürich: Zürich
Ostschweiz: Glarus, Schaffhausen, Appenzell A.Rh., Appenzell I.Rh., St.Gallen, Graubünden, Thurgau
Zentralschweiz: Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Zug
Tessin: Tessin (657)
Güter nach Verwendungsart (Index)
Die Indizes im sekundären Sektor (ohne Baugewerbe) werden auf der 3. Stufe der Systematik der Wirtschaftszweige (NOGA) den vier Verwendungstypen Vorleistungs-, Investitions-, Gebrauchs- und Verbrauchsgüter zugeordnet und zu Globalindizes aggregiert. (224)
IKT-Handelsbilanz
Zur Berechnung der IKT-Handelsbilanz werden die IKT-Importe von den IKT-Exporten abgezogen. (59)
Institutionelle Einheit (Industrie und Dienstleistungen)
Kleinste juristisch selbständige Einheit. Eine institutionelle Einheit kann aus einer oder mehreren Arbeitsstätten bestehen. Die wichtigste Form der institutionellen Einheit ist das marktwirtschaftliche Unternehmen. Ein marktwirtschaftliches Unternehmen kann sowohl privatrechtlicher wie auch öffentlichrechtlicher Natur sein. Zu den institutionellen Einheiten gehören ferner: die privaten Organisationen ohne Erwerbszweck und im Bereich der öffentlichen Verwaltung die Verwaltungseinheiten. (804)
Kleine und mittlere Unternehmen

Die Empfehlung der Kommission vom 6. Mai 2003 betreffend die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) (2003/361/EC) hat die folgenden Definitionen von KMU vorgeschlagen:

Die Grössenklasse der Kleinstunternehmen sowie der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) setzt sich aus Unternehmen zusammen, die weniger als 250 Personen beschäftigen und die entweder einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EUR erzielen oder deren Jahresbilanzsumme sich auf höchstens 43 Mio. EUR beläuft.

Innerhalb der Kategorie der KMU wird ein kleines Unternehmen als ein Unternehmen definiert, das weniger als 50 Personen beschäftigt und dessen Jahresumsatz bzw. Jahresbilanz 10 Mio. EUR nicht übersteigt.

Innerhalb der Kategorie der KMU wird ein Kleinstunternehmen als ein Unternehmen definiert, das weniger als 10 Personen beschäftigt und dessen Jahresumsatz bzw. Jahresbilanz 2 Mio. EUR nicht überschreitet. (720)

KMU
siehe unter "Kleine und mittlere Unternehmen" (721)
Lagemass(e)
Ein Lagemass ist eine mathematisch definierte statistische Kenngrösse, welche die Lage (Lokation) einer Reihe von Beobachtungswerten beschreibt. Die gebräuchlichsten Lagemasse sind das arithmetische Mittel (siehe dort) und der Median (siehe dort). Arithmetisches Mittel und Median gibt es auch in einer gewichteten Form, d.h. bei Beobachtungswerten, die nicht alle dasselbe Gewicht haben. (749)
Median, unteres und oberes Quartil

Der Median oder Zentralwert teilt die nach Grösse geordneten Beobachtungswerte in zwei gleich grosse Hälften. Die eine Hälfte der Werte liegt über, die andere unter dem Median.

In mathematischer Schreibweise ist der Median einer Anzahl n Beobachtungswerte x1, x2 bis xn so definiert: Die Beobachtungen seien x(1) < x(2) < < x(n).

Wenn n eine ungerade Zahl ist, dann ist der Median der Beobachtungswert in der Mitte: x((n+1) / 2).

Bei gerader Anzahl n liegt der Median in der Mitte zwischen den zwei mittleren Beobachtungen:

(1/2)x(n/2) + (1/2)x((n/2) + 1).

Im Gegensatz zu einem anderen häufig verwendeten Lagemass, dem arithmetischen Mittel (siehe dort), wird der Median durch Extremwerte nicht beeinflusst. Bei einer streng symmetrischen Häufigkeitsverteilung fällt der Median mit dem arithmetischen Mittel zusammen. Im Falle einer asymmetrischen Verteilung, z.B. des Einkommens, mit hohen Extremwerten liegt er unter dem arithmetischen Mittel und bei tiefen Extremwerten darüber. Je deutlicher die Asymmetrie ist, desto grösser ist der Unterschied zwischen arithmetischem Mittel und Median. Der Median ist auch bei asymmetrischen Verteilungen geeignet, die Lokation der Verteilung zu beschreiben. Eine Variante des Medians, der gewichtete Median, ordnet jeder Beobachtung ein Gewicht zu.

Teilt man die der Grösse nach geordneten Beobachtungswerte in vier Gruppen mit einer gleichwertigen Anzahl Fälle auf, so stellt der Wert des unteren Quartils denjenigen Wert dar, der zwischen dem Wert des letzten beobachteten Falles des ersten Viertels und dem Wert des ersten beobachteten Falles des zweiten Viertels liegt. Der Wert des oberen Quartils stellt denjenigen Wert dar, der zwischen dem Wert des letzten beobachteten Falles des dritten Viertels und dem Wert des ersten beobachteten Falles des vierten Viertels liegt. (8)

Mittelwert(e)
siehe „Lagemasse“ (oder „Arithmetisches Mittel“, „Median“) (750)
Neugründungen (Unternehmen)
Als Neugründungen werden effektiv - «ex nihilo» - neu entstandene, wirtschaftlich aktive Unternehmen bezeichnet. Sie müssen im Berichtsjahr eine marktwirtschaftliche Tätigkeit aufgenommen haben und diese während mindestens 20 Stunden pro Woche ausüben. Unternehmen, die aufgrund einer Fusion, Auflösung oder Spaltung bestehender Unternehmen entstanden sind, werden nicht berücksichtigt. Blosse Änderungen innerhalb eines Unternehmens (z.B. Reaktivierung, Wechsel des Besitzers oder Geschäftsführers, Änderung der Tätigkeit, Änderung der Rechtsform oder Umzug) gelten ebenfalls nicht als Neugründungen im Sinne dieser Statistik. Filialen bereits bestehender Unternehmen werden nicht erfasst, ausser wenn es sich um die erste Filiale eines ausländischen Unternehmens auf schweizerischem Staatsgebiet handelt. Als grundlegende Bedingung gilt also, dass das Unternehmen tatsächlich eine produktive wirtschaftliche Tätigkeit in der Schweiz aufgenommen hat, und zwar unabhängig davon, ob es im Handelsregister eingetragen ist oder nicht. (885)
Private Organisationen ohne Erwerbszweck
siehe "Institutionelle Einheit". (805)
Produktion (Index)
Die Produktionsindizes sind ab dem 1. Quartal 1996 für die meisten Branchen anhand der Umsätze berechnet, nach den Änderungen der Lagerbestände korrigiert und um Preisschwankungen bereinigt. Nur für wenige Branchen werden physische Einheiten zur Berechnung der Produktionsindizes erhoben. Die Produktionsmenge ist mitunter von der Anzahl Arbeitstage abhängig. Um diesen Einflussfaktor auszuschliessen, werden diejenigen Indizes nach der Anzahl Arbeitstage bereinigt, für welche die Produktion in physischer Masseinheit erhoben wurde. (222)
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Zuletzt aktualisiert am: 29.01.2010
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