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Statistik Schweiz

Definitionen

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Arithmetisches Mittel

Das arithmetische Mittel, auch Durchschnitt oder arithmetischer Mittelwert genannt, wird errechnet, indem man die einzelnen Beobachtungswerte addiert und die Summe durch die Anzahl der Beobachtungswerte teilt.

In mathematischer Schreibweise ist der Mittelwert einer Anzahl n Beobachtungswerte x1, x2 bis xn definiert als x = (x1 + x2 + … + xn) / n.

Im Gegensatz zu einem anderen häufig verwendeten Lagemass, dem Median (siehe dort), wird das arithmetische Mittel durch die Grösse der Extremwerte stark beeinflusst. Bei einer streng symmetrischen Häufigkeitsverteilung fällt das arithmetische Mittel mit dem Median zusammen. Im Falle einer asymmetrischen Verteilung, z.B. des Einkommens, mit hohen Extremwerten liegt das arithmetischen Mittel über dem Median, bei tiefen Extremwerten darunter. Je deutlicher die Asymmetrie ist, desto grösser ist der Unterschied zwischen arithmetischem Mittel und Median. Um die Lokation einer Verteilung zu beschreiben ist das arithmetische Mittel darum nur bei ungefähr symmetrischen Verteilungen geeignet. Eine Variante des arithmetischen Mittels, das gewichtete Mittel, ordnet jeder Beobachtung ein Gewicht zu. (748)

Bevölkerung
Schema der verschiedenen Bevölkerungsbegriffe Externe Seite. Inhalt wird in neuem Fenster geöffnet. (135)
Bruttoinlandprodukt (BIP)
Das BIP ist ein Mass für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft im Laufe eines Jahres. Es misst den Wert der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen, soweit diese nicht als Vorleistungen für die Produktion anderer Waren und Dienstleistungen verwendet werden - also die sog. Wertschöpfung. Das BIP wird in jeweiligen Preisen und in konstanten Preisen eines bestimmten Jahres errechnet. In konstanten Preisen wird die reale Wirtschaftsentwicklung im Zeitablauf frei von Preiseinflüssen dargestellt. (208)
Deflation
Allgemeiner und anhaltender Preisrückgang bzw. Erhöhung des Geldwerts, die in der Regel mit einem Produktionsrückgang einhergeht. (214)
Desinflation
Kontinuierlicher Rückgang der Inflationsrate, wobei die Werte aber positiv bleiben. (210)
Grossregionen
Genferseeregion: Waadt, Wallis, Genf
Espace Mittelland: Bern, Freiburg, Solothurn, Neuenburg, Jura
Nordwestschweiz: Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau
Zürich: Zürich
Ostschweiz: Glarus, Schaffhausen, Appenzell A.Rh., Appenzell I.Rh., St.Gallen, Graubünden, Thurgau
Zentralschweiz: Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Zug
Tessin: Tessin (657)
Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HVPI)
Der HVPI dient wie der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) der Inflationsmessung. Sein wichtigstes Ziel ist jedoch der Vergleich der Preisentwicklung zwischen verschiedenen Ländern im Zeitverlauf. Es handelt sich um ein international vergleichbares Teuerungsmass für die EU-Länder sowie für Norwegen und Island, berechnet entsprechend einer gemeinsamen Methodik. Dank dem HVPI verfügt die Schweiz seit 2008 über einen Indikator, der die Preisentwicklung der Konsumgüter und Dienstleistungen auf europäisch vergleichbarer Basis misst. Diese Information ist wichtig für die Schweizerische Nationalbank, die wirtschaftswissenschaftliche Forschung und die Beurteilung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz. (980)
Inflation
Allgemeiner und kontinuierlicher Preisanstieg, oder anders ausgedrückt anhaltender Geldwertverlust. Es gibt zahlreiche Berechnungsmethoden für die Inflation. Meist wird die Inflation an der Erhöhung (ausgedrückt in Prozenten) des Jahresdurchschnittswerts des Landesindexes der Konsumentenpreise (LIK) gemessen. (215)
Kaufkraftparität
Kaufkraftparitäten (KKP) zeigen die Anzahl Währungseinheiten eines Landes, die zum Erwerb einer bestimmten Menge von Waren und Dienstleistungen benötigt werden. Für die Berechnung werden die Preise eines gemeinsamen repräsentativen Waren- und Dienstleis-tungskorbes in den verschiedenen Ländern erhoben. Die KKP ermögli-chen aussagekräftigere Vergleiche der Kaufkraft (in Preisen oder Volumen) zwischen Ländern als Wechselkurse. (981)
Kettenindex
Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) ist ein so genannter Laspeyres-Index und muss deshalb regelmässig revidiert werden, um die Entwicklung der Konsumstruktur der Haushalte so genau wie möglich zu erfassen. Im Rahmen der LIK-Revision 2000 hat das BFS entschieden, den Warenkorb jährlich zu aktualisieren. Der LIK ist somit neu ein Kettenindex. Künftig werden die Gewichtungen der einzelnen Ausgabenposten jedes Jahr in einem ausgewählten Monat aktualisiert. Die Monatsindizes werden jährlich nach dem Laspeyres-Prinzip berechnet, wobei der Monat der letzten Neugewichtung als Indexbasis dient. Die Indizes werden dann miteinander verkettet, was die Berechnung langer Indexreihen ermöglicht. Als Beispiel: Im Dezember 2001 erfolgt die jährliche Aktualisierung der Gewichtungsstruktur, von Dezember 2001 bis Dezember 2002 wird der Index monatlich im Vergleich zur Basis vom Dezember 2001 berechnet. Im Dezember 2002 wird die Gewichtungsstruktur wiederum aktualisiert. 2003 wird der Index monatlich auf der Basis von Dezember 2002 gemessen usw. Um nun beispielsweise den Index von September 2003 und Dezember 2001 zu vergleichen, werden die Indexziffern verkettet: (Bild) (209)

Konsumentenpreisindex und Lebenskostenindex
Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) ist kein Lebenskostenindex, auch wenn diese beiden Ausdrücke in der Umgangssprache oft gleichgesetzt werden. Wie in den meisten Ländern ist der LIK vielmehr ein "reiner" Preisindex, der auf einer festgelegten Auswahl von Gütern und Dienstleistungen beruht, welche den Konsum eines durchschnittlichen Haushaltswiderspiegeln (Laspeyres-Index). Ein "echter" Lebenskostenindex sollte jedoch die Veränderung der minimalen Ausgaben messen, die zum Erhalt des bisherigen Nutzenniveaus notwendig sind (Zufriedenheitsniveau), wobei sich die Zusammensetzung des Warenkorbs ändert. Ein "echter" Lebenskostenindex sollte schliesslich neben den Konsumgütern weitere budgetrelevante Posten umfassen, wie beispielsweise direkte Steuern und Versicherungsprämien. (212)
Lagemass(e)
Ein Lagemass ist eine mathematisch definierte statistische Kenngrösse, welche die Lage (Lokation) einer Reihe von Beobachtungswerten beschreibt. Die gebräuchlichsten Lagemasse sind das arithmetische Mittel (siehe dort) und der Median (siehe dort). Arithmetisches Mittel und Median gibt es auch in einer gewichteten Form, d.h. bei Beobachtungswerten, die nicht alle dasselbe Gewicht haben. (749)
Laspeyres-Index
Der Landesindex der Konsumentenpreise sowie der Produzenten- und Importpreisindex sind beide Laspeyres-Indizes, bei denen man davon ausgeht, dass das Produkt- und Gewichtungsschema des Referenzzeitraums (und nicht der laufenden Periode, wie beim Paasche-Index) während einer bestimmten Zeitspanne konstant bleibt. Die allgemeine Formel für einen Preisindex nach Laspeyres lautet: (Bild) (211)

Median, unteres und oberes Quartil

Der Median oder Zentralwert teilt die nach Grösse geordneten Beobachtungswerte in zwei gleich grosse Hälften. Die eine Hälfte der Werte liegt über, die andere unter dem Median.

In mathematischer Schreibweise ist der Median einer Anzahl n Beobachtungswerte x1, x2 bis xn so definiert: Die Beobachtungen seien x(1) < x(2) < < x(n).

Wenn n eine ungerade Zahl ist, dann ist der Median der Beobachtungswert in der Mitte: x((n+1) / 2).

Bei gerader Anzahl n liegt der Median in der Mitte zwischen den zwei mittleren Beobachtungen:

(1/2)x(n/2) + (1/2)x((n/2) + 1).

Im Gegensatz zu einem anderen häufig verwendeten Lagemass, dem arithmetischen Mittel (siehe dort), wird der Median durch Extremwerte nicht beeinflusst. Bei einer streng symmetrischen Häufigkeitsverteilung fällt der Median mit dem arithmetischen Mittel zusammen. Im Falle einer asymmetrischen Verteilung, z.B. des Einkommens, mit hohen Extremwerten liegt er unter dem arithmetischen Mittel und bei tiefen Extremwerten darüber. Je deutlicher die Asymmetrie ist, desto grösser ist der Unterschied zwischen arithmetischem Mittel und Median. Der Median ist auch bei asymmetrischen Verteilungen geeignet, die Lokation der Verteilung zu beschreiben. Eine Variante des Medians, der gewichtete Median, ordnet jeder Beobachtung ein Gewicht zu.

Teilt man die der Grösse nach geordneten Beobachtungswerte in vier Gruppen mit einer gleichwertigen Anzahl Fälle auf, so stellt der Wert des unteren Quartils denjenigen Wert dar, der zwischen dem Wert des letzten beobachteten Falles des ersten Viertels und dem Wert des ersten beobachteten Falles des zweiten Viertels liegt. Der Wert des oberen Quartils stellt denjenigen Wert dar, der zwischen dem Wert des letzten beobachteten Falles des dritten Viertels und dem Wert des ersten beobachteten Falles des vierten Viertels liegt. (8)

Mittelwert(e)
siehe „Lagemasse“ (oder „Arithmetisches Mittel“, „Median“) (750)
Preisniveauindizes
Preisniveauindizes vergleichen das Preisniveau einzelner Länder mit dem mittleren Preisniveau der beteiligten Länder (zum Beispiel EU-27 = 100). Sie werden mit dem Quotienten von Kaufkraftparität und Wech-selkurs (Jahresdurchschnitt) berechnet. Seit 2006 werden die Preisni-veauindizes des Konsumbereichs für den tatsächlichen individuellen Verbrauch statt für die Konsumausgaben der privaten Haushalte be-rechnet. Damit wurde die Vergleichbarkeit verbessert durch die Be-rücksichtigung der individuell zurechenbaren Staatsausgaben, die in den Vergleichsländern zum Beispiel für Bildung und Gesundheit unter-schiedlich ausfallen. Gewichtungsgrundlage sind die Aggregate des Bruttoinlandproduktes des jeweiligen Landes, die Methode und Klassifi-kation richtet sich nach dem ESVG95 (Europäisches System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen). (979)
Quartil, unteres und oberes
siehe «Median». (751)
Städte
Gemeinden mit mindestens 10'000 Einwohnern. (390)
Sterbeziffer, neonatale
Zahl der in einem bestimmten Kalenderjahr im Alter von weniger als 28 Tagen gestorbenen Kinder je 1000 Lebendgeburten im gleichen Kalenderjahr. (601)
Vertrauensintervall

Da Stichprobenerhebungen nur einen Teil der interessierenden Population (Grundgesamtheit) einschliessen, sind ihre Ergebnisse immer mit einer Unsicherheit behaftet. Diese Unsicherheit hängt vom Stichprobenumfang, der Stichprobenrate, den Antwortausfällen und von der Streuung des betrachteten Merkmals in der Grundgesamtheit ab. Sie kann quantifiziert werden, indem ein Vertrauensintervall berechnet wird, dessen Grenzen umso weiter auseinander liegen, je ungenauer die Resultate sind. Eine solche Quantifizierung setzt voraus, dass die Stichprobe mittels eines Zufallsverfahrens aus der Grundgesamtheit gezogen worden ist, was bei Stichprobenerhebungen des Bundesamtes für Statistik immer der Fall ist.

Ein Vertrauensintervall hängt von seinem "Konfidenz-Niveau" (oder Vertrauensniveau) ab, welches meistens bei 95% festgelegt wird. Wenn wir annehmen, dass sich der Parameter, der zu schätzen ist, innerhalb des Vertrauensintervalls befindet, dann ist auf längere Sicht unser Fehlerrisiko auf 5% beschränkt. Genauer gesagt bedeutet dies, dass im Durchschnitt 95% der berechneten Intervalle den Parameter enthielten, wenn die Stichprobenerhebung viele Male unabhängig und unter gleichen Bedingungen durchgeführt würde. In der Praxis werden natürlich die Erhebungen nicht wiederholt. Die Definition des Vertrauensintervalls bedeutet also, dass es zwar unwahrscheinlich, aber nicht völlig ausgeschlossen ist, dass der Parameter nicht im berechneten Vertrauensintervall liegt.

Wenn der geschätzte Wert jeweils in der Mitte des Vertrauensintervalls liegt, spricht man von einem symmetrischen Vertrauensintervall. Im gegenteiligen Fall ist der Vertrauensintervall asymmetrisch. Zum Beispiel für Quantile treten asymmetrische Vertrauensintervalle im allgemeinen auf. (783)

Warenkorb und Gewichtungen
Der Warenkorb und die Gewichtungen, die den verschiedenen Preisindizes zu Grunde liegen, werden anhand unterschiedlicher Quellen ermittelt. Für den Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) stellen die Einkommens- und Verbrauchserhebungen (EVE) die Hauptquelle dar. Die Gewichtungen des Produzentenpreisindexes basieren auf dem Bruttoproduktionswert der verschiedenen Güter oder - wenn man die Vorratsveränderungen und Ausrüstungsgüter für den Eigenbedarf vernachlässigt - auf den Umsatzzahlen (in der Regel leichter verfügbar). Für den Importpreisindex liefert die Aussenhandelsstatistik die gewünschten Gewichtungen. (213)
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Zuletzt aktualisiert am: 29.01.2010
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