Umwelt - Indikatoren8 Umweltzustand - Schadstoffbelastung des Bodens
Während sich Luft und Gewässer innerhalb von Wochen oder einigen Jahren zu erholen vermögen, brauchen Böden dazu Jahrtausende. Im ökologischen Kreislauf zirkulierende Schadstoffe wie Schwermetalle und schwer abbaubare organische Verbindungen werden daher vorwiegend in Böden angereichert. Dort können sie bodenbiologische Stoffwechselvorgänge hemmen, über Pflanzen in die Nahrungskette gelangen und damit bei Tieren und Menschen schädlich wirken. Die langfristige Bodenfruchtbarkeit ist wegen der stofflichen Belastung an vielen Standorten nicht mehr gesichert.
Um diesem Trend entgegen zu wirken, hat der Bund eine Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo) erlassen. Sie enthält unter anderem Richtwerte für Bodenschadstoffe. Richtwerte sollten nicht überschritten werden, um das Ökosystem Boden langfristig zu schützen.
Die Richtwerte für die Totalgehalte der Schwermetalle Blei, Kupfer, Cadmium und/oder Zink wurden in der vierten Messperiode (2000-2004) an 19% der Messtellen des Nationalen Bodenbeobachtungsnetzes NABO überschritten. An diesen Standorten ist die langfristige Bodenfruchtbarkeit gefährdet. Zwischen den vier Erhebungsperioden zeigen sich Schwankungen. Eine Interpretation dieser Schwankungen ist schwierig, da der Schadstoffgehalt im Boden auch von komplexen Prozessen und vom Bodenzustand zur Zeit der Probenentnahme abhängt.
Die Schadstoffbelastung des Bodens zeigt deutliche Unterschiede nach Landnutzung. Böden, auf welchen Intensivkulturen betrieben werden, zeichnen sich durch hohe Kupferkonzentrationen aus. Der Richtwert für Cadmium wird in Wäldern am häufigsten überschritten.
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