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Statistik Schweiz

Bevölkerungsstand und -struktur – AnalysenDie demografische Entwicklung der Schweiz

Überblick 2008

2008 wird in der Schweiz mehr geheiratet, sterben mehr Personen und es kommen etwas mehr Kinder zur Welt als im Vorjahr. Ausserdem sinkt die Zahl der Scheidungen leicht. Die Lebenserwartung steigt sowohl für die Männer als auch für die Frauen weiterhin an. Für das Wachstum der Bevölkerung sind in erster Linie die ausländischen Staatsangehörigen verantwortlich. Die schweizerischen Staatsangehörigen verzeichnen erneut einen Auswanderungsüberschuss; ihre Zahl nimmt dank den Einbürgerungen und auch erstmals seit 1997 dank dem leichten Anstieg des Geburtenüberschusses zu.


Starke Zunahme der Bevölkerung
Die Einwohnerzahl der Schweiz liegt lag gemäss der Statistik des jährlichen Bevölkerungsstandes (ESPOP) am 31.12.2008 bei 7'701’900 Personen. Damit steigt stieg die Bevölkerungszahl auch 2008 weiter an. Der Zuwachs beträgt betrug 108'400 Personen (+1,4%) und ist war damit höher als im Vorjahr (+84'800). Ein solch markantes Bevölkerungswachstum wurde in der Schweiz letztmals vor mehr als vierzig Jahren verzeichnet. Das aktuelle Wachstum fällt jedoch geringer aus als jenes zwischen 1961 und 1963.
Demografisch gesehen beruht das Wachstum des Jahres 2008 auf dem positiven internationalen Wanderungssaldo von 98'200 Personen. Der Geburtenüberschuss beträgt 15’500 Personen. Damit sind die Einwanderungen aus dem Ausland nach wie vor die wichtigste Komponente des Bevölkerungswachstums der Schweiz.


Erneuter Wanderungsgewinn
Die Auswanderungen nehmen ab; ihre Zahl fällt gegenüber 2007 um 4,5% von 90'200 zu 86'100. Die Zahl der Einwanderungen liegt 2008 mit 184’300 um 11,3% höher als im Vorjahr (165'600).
Für den daraus resultierenden Wanderungsgewinn sind – bei einem Auswanderungsüberschuss der Schweizer von 5’200 – einzig die ausländischen Staatsangehörigen verantwortlich. Der Einwanderungsüberschuss der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung von 103’400 Personen ist 2008 um 24,3% höher als im Vorjahr (83'200). Im Vergleich zu 2007 kamen mehr ausländische Staatsangehörige in die Schweiz (+12,4%) und weniger ausländische Staatsangehörige verliessen die Schweiz (-4,0%).
Knapp die Hälfte der ausländischen Einwanderer stammt aus Deutschland, Portugal, Frankreich, Italien sowie Serbien und Montenegro. Die ständige ausländische Wohnbevölkerung erreicht Ende 2008 einen Stand von 1'669'700 Personen, was einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 67’600 bzw. 4,2% entspricht (2007: +47'600 oder +3,1%).


Mehr Schweizer dank Einbürgerungen
Die Zahl der Schweizer Bürger nimmt 2008 um 0,7% zu und übersteigt somit zum ersten Mal die 6-Millionen-Grenze. Diese Zunahme ist im Wesentlichen auf den Erwerb des Schweizer Bürgerrechts durch 44'400 ausländische Staatsangehörige zurückzuführen. Erstmals seit 1997 steigt die Zahl der Wohnbevölkerung schweizerischer Nationalität auch dank einem leichten Anstieg des Geburtenüberschusses (+600 Personen).


Fortschreitende Alterung
Die demografische Alterung der Wohnbevölkerung setzt sich weiter fort. Der Anteil der Personen ab 65 Jahren steigt von 15,4% im Jahr 2000 auf 16,6% im Jahr 2008, während der Prozentsatz der Kinder und Jugendlichen unter 20 im gleichen Zeitraum von 23,1% auf 21,2% zurückgeht. Der Anteil der Personen im erwerbsfähigen Alter (20 bis 64 Jahre) hat damit seit 2000 leicht zugenommen (2008: 62,2%), da in dieser Alterskategorie mehr Personen neu hinzukommen als wegfallen. In naher Zukunft wird sich dieser Trend allerdings umkehren. Der Altersquotient steigt kontinuierlich (26,6%), der Jugendquotient (34,1%) sinkt dagegen seit 2000, nachdem er in den 1970er- und 1980er-Jahren mit einer Abnahme von 16 Prozentpunkten markant zurückgegangen und in den 1990er-Jahren relativ stabil geblieben ist. Damit kommen Ende 2008 auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter etwa 61 Personen zwischen 0 und 19 Jahren und ab 65 Jahren.


Mehr Babys in der Schweiz
2008 nimmt die Zahl der Geburten leicht zu: 76'700 Kinder werden in der Schweiz geboren – 39'600 Knaben und 37'100 Mädchen. Damit steigt die Geburtenzahl im Vergleich zum Vorjahr um 2,9%. Ein Viertel (25,6%) der Neugeborenen des Jahres 2008 besitzt eine ausländische Staatsangehörigkeit. 19'600 ausländische Kinder (+5% mehr als 2007) stehen 57'100 Kindern mit Schweizer Pass (+2,3%) gegenüber.
Die meisten Kinder werden in der Schweiz von verheirateten Frauen zur Welt gebracht. Geburten von ledigen, geschiedenen oder verwitweten Frauen sind relativ selten, es ist allerdings eine steigende Tendenz auszumachen. Der Anteil der nicht ehelichen Geburten an allen Lebendgeburten beläuft sich 2008 auf 17,1%, was gegenüber 2007 eine Zunahme um 8,8 Prozentpunkte bedeutet.
Während die Geburtenzahl auch durch den Grösse und die Altersstruktur der Bevölkerung beeinflusst wird, widerspiegelt die zusammengefasste Geburtenziffer die Verhaltensänderungen einer Bevölkerungsgruppe. Die durchschnittliche Anzahl Kinder pro Frau liegt 2008 bei 1,48 und damit auf einem niedrigen Niveau. Ausländerinnen haben im Durchschnitt weiterhin mehr Kinder als Schweizerinnen: 1,85 Kinder je Frau verglichen mit 1,37 für die Schweizerinnen.
Die Mütter sind bei der Geburt ihrer Kinder immer älter. Während 1970 68,9% aller gebärenden Frauen unter 30 Jahre alt waren, sind 2008 fast eben so viele (64,7%) 30-jährig oder älter. Dementsprechend nimmt auch das durchschnittliche Alter der Frauen bei der Geburt ihrer Kinder zu. Im Jahr 2008 beträgt das Durchschnittsalter 31 Jahre, das heisst 0,2 Jahre mehr als 2007 oder 3,2 Jahre mehr als 1970.


Lebenserwartung nimmt weiterhin zu
2008 sterben 61'200 Personen, 31'800 Frauen und 29'400 Männer. Die Zahl der Todesfälle geht 2008 bei den Männern (-0,2%) zurück aber steigt bei den Frauen (+0,7%). Die seit einigen Jahren höhere Zahl weiblicher Todesfälle ist darauf zurückzuführen, dass etwa vier Fünftel aller Todesfälle Personen im Alter von 65 und mehr Jahren betreffen. In dieser Altersgruppe finden sich deutlich mehr Frauen als Männer. Von den 2008 verstorbenen Personen waren 59% (35'900 Fälle) mehr als 79 Jahre alt.
Die Lebenserwartung bei der Geburt steigt bei beiden Geschlechtern weiter an. 2008 beträgt sie 84,4 Jahre für Frauen und 79,7 Jahre für Männer. Der Unterschied bezüglich der Lebenserwartung der beiden Geschlechter beträgt 4,7 Jahre und hat sich weiter verringert. Auch die Lebenserwartung im höheren Erwachsenenalter steigt kontinuierlich an. So kann eine 65-jährige Frau noch mit 22 weiteren Lebensjahren rechnen, ein gleichaltriger Mann immerhin noch mit 18,7.
Die Kindersterblichkeit nimmt 2008 leicht zu: 308 Säuglinge starben vor ihrem ersten Geburtstag, gegenüber 293 Säuglingen im Jahr 2007. Auf 10'000 Säuglinge kamen damit 40 Todesfälle (2007: 39).


Mehr Eheschliessungen…
2008 heiraten 41'500 Paare – rund 1200 mehr als im Vorjahr. Bei 27'500 Eheschliessungen sind beide Partner ledig. Mit 66,4% ist der Anteil der Paare, bei denen beide Partner zum ersten Mal heiraten, gegenüber 2007 stabil geblieben. 14'000 Eheschliessungen gelten als Wiederverheiratungen, das heisst mindestens einer der beiden Partner war schon einmal verheiratet. Der Anteil der Wiederverheiratungen ist damit seit 1970 um beinahe 20 Prozentpunkte gestiegen, hauptsächlich infolge der Zunahme von Scheidungen. Während 1970 noch bei jeder fünften Heirat ein Partner bereits einmal verheiratet war, ist dies heute bei jeder dritten Eheschliessung der Fall. Jede fünfte Frau (21,4%) und fast jeder vierte Mann (24%), die sich 2008 das Jawort geben, waren bereits einmal verheiratet.
Wenn die Heiratsziffer der Ledigen auf dem Stand von 2008 bleibt, werden 64% der Frauen und 59% der Männer mindestens einmal im Leben heiraten. Das Durchschnittsalter bei der ersten Heirat nimmt leicht im Vergleich zum Vorjahr zu. 2008 sind die Männer bei der ersten Heirat durchschnittlich 31,4 Jahre alt, die Frauen 29,1 Jahre.


… und weniger Scheidungen
2008 enden 19'800 Ehen mit einer Scheidung. Es gibt damit 1,4% weniger Scheidungen als 2007. Besonders hoch ist das Risiko für eine Scheidung in den ersten Ehejahren. 2008 entfällt der grösste Teil der Scheidungen (6,7%) auf das sechste Ehejahr. Aber auch Paare, die seit 20 Jahren oder mehr verheiratet sind, bleiben nicht verschont. Über ein Viertel der Scheidungen (27,3%) betrifft diese Gruppe. Die 2008 aufgelösten Ehen haben durchschnittlich 14,6 Jahre gedauert. Falls die 2008 beobachtete Scheidungsrate gleich bleibt, liegt das Risiko, dass eine Ehe vor dem Richter endet, bei 48%.

Eine Auswahl von Tabellen aus der Publikation Demografisches Porträt der Schweiz steht auf dieser Seite bereit. Alle detaillierten Tabellen sind im Statistischen Lexikon verfügbar.

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