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Statistik Schweiz

Bevölkerungsstand und -struktur – AnalysenDie demografische Entwicklung der Schweiz

Überblick 2010

Im Jahr 2010 steigt die Zahl der Lebendgeburten, Heiraten und Scheidungen gegenüber dem Vorjahr leicht an. Die Todesfälle bleiben relativ stabil. Die Lebenserwartung nimmt für beide Geschlechter zu, aber etwas stärker für die Männer. Für das Wachstum der Bevölkerung ist in erster Linie der Einwanderungsüberschuss der ausländischen Wohnbevölkerung verantwortlich. Die schweizerischen Staatsangehörigen verzeichnen dagegen erneut einen Auswanderungsüberschuss; ihre Zahl nimmt dank den Einbürgerungen und auch infolge des Geburtenüberschusses zu.


Starke Zunahme der Bevölkerung

Die Einwohnerzahl der Schweiz liegt gemäss der Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) am 31.12.2010 bei 7'870’100 Personen. Damit steigt die Bevölkerungszahl auch 2010 weiter an. Der Zuwachs beträgt 78'200 Personen (1,0%) und liegt damit tiefer als im Vorjahr (+84'000).

Demografisch gesehen beruht das Wachstum des Jahres 2010 auf dem positiven internationalen Wanderungssaldo von 64’900 Personen. Der Geburtenüberschuss beträgt 17’700 Personen. Damit sind die Einwanderungen aus dem Ausland nach wie vor die wichtigste Komponente des Bevölkerungswachstums der Schweiz. 
 

Erneuter Wanderungsgewinn

Die Auswanderungen nehmen zu; ihre Zahl steigt gegenüber 2009 um 12,6% von 86'000 auf 96’800. Die Zahl der Einwanderungen liegt 2010 mit 161’800 um 0,7% höher als im Vorjahr (160'600).

Für den daraus resultierenden Wanderungsgewinn sind – bei einem Auswanderungsüberschuss der Schweizer von 4000 – einzig die ausländischen Staatsangehörigen verantwortlich. Der Einwanderungsüberschuss der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung von 69’000 Personen ist 2010 um 12,7% tiefer als im Vorjahr (79'000). Im Vergleich zu 2009 kamen etwas mehr ausländische Staatsangehörige in die Schweiz (+0,9%), mehr ausländische Staatsangehörige verliessen die Schweiz (+19,1%).

Knapp die Hälfte der ausländischen Einwanderer stammt aus Italien, Deutschland, Portugal sowie Serbien. Die ständige ausländische Wohnbevölkerung erreicht Ende 2010 einen Stand von 1'766'300 Personen, was einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 40’400 bzw. 2,4% entspricht.

Mehr Schweizer dank Einbürgerungen

Die Zahl der Schweizer Bürger nimmt 2010 um 0,6% zu und erreicht 6'103'900 Personen. Diese Zunahme ist im Wesentlichen auf den Erwerb des Schweizer Bürgerrechts durch 39’300 ausländische Staatsangehörige zurückzuführen. Zum dritten Mal seit 1997 steigt die Zahl der Wohnbevölkerung schweizerischer Nationalität auch dank einem Geburtenüberschuss (+1800 Personen).  

 

Fortschreitende Alterung

Die demografische Alterung der Wohnbevölkerung setzt sich weiter fort. Der Anteil der Personen ab 65 Jahren steigt von 15,4% im Jahr 2000 auf 16,9% im Jahr 2010, während der Prozentsatz der Kinder und Jugendlichen unter 20 im gleichen Zeitraum von 23,1% auf 20,9% zurückgeht. Der Anteil der Personen im erwerbsfähigen Alter (20 bis 64 Jahre) hat damit seit 2000 leicht zugenommen (2010: 62,2%), da in dieser Alterskategorie mehr Personen neu hinzukommen als wegfallen. In naher Zukunft wird sich dieser Trend allerdings umkehren. Der Altersquotient steigt kontinuierlich (27,1%), der Jugendquotient (33,5%) sinkt dagegen seit 2000, nachdem er in den 1970er- und 1980er-Jahren mit einer Abnahme von 16 Prozentpunkten markant zurückgegangen und in den 1990er-Jahren relativ stabil geblieben ist. Damit kommen Ende 2010 61 Personen zwischen 0 und 19 Jahren und ab 65 Jahren auf etwa 100 Personen im erwerbsfähigen Alter.  

 

Mehr Babys in der Schweiz

2010 nimmt die Zahl der Geburten zu: 80’300 Kinder werden in der Schweiz geboren – 41'100 Knaben und 39'200 Mädchen. Damit steigt die Geburtenzahl im Vergleich zum Vorjahr um 2,6%. Ein Viertel (26,1%) der Neugeborenen des Jahres 2010 besitzt eine ausländische Staatsangehörigkeit. 20'900 ausländische Kinder (+4,2% mehr als 2009) stehen 59'400 Kindern mit Schweizer Pass (+2%) gegenüber.

Die meisten Kinder werden in der Schweiz von verheirateten Frauen zur Welt gebracht. Geburten von ledigen, geschiedenen oder verwitweten Frauen sind relativ selten, es ist allerdings eine steigende Tendenz auszumachen. Der Anteil der nicht ehelichen Geburten an allen Lebendgeburten beläuft sich 2010 auf 18,6%, was gegenüber 2009 eine Zunahme um 0,7 Prozentpunkte bedeutet.

Während die Geburtenzahl auch durch die Grösse und die Altersstruktur der Bevölkerung beeinflusst wird, widerspiegelt die zusammengefasste Geburtenziffer die Verhaltensänderungen einer Bevölkerungsgruppe. Die durchschnittliche Anzahl Kinder pro Frau liegt 2010 bei 1,54 und damit auf einem niedrigen Niveau. Ausländerinnen haben im Durchschnitt weiterhin mehr Kinder als Schweizerinnen: 1,91 Kinder je Frau verglichen mit 1,42 für die Schweizerinnen.

Die Mütter sind bei der Geburt ihrer Kinder immer älter. Während 1970 68,9% aller gebärenden Frauen unter 30 Jahre alt waren, sind 2010 fast eben so viele (66%) 30-jährig oder älter. Dementsprechend nimmt auch das durchschnittliche Alter der Frauen bei der Geburt ihrer Kinder zu. Im Jahr 2010 beträgt das Durchschnittsalter wie im Vorjahr 31,2 Jahre oder 3,4 Jahre mehr als 1970. 
 

Lebenserwartung nimmt weiterhin zu

2010 sterben 62'600 Personen, 32'300 Frauen und 30'300 Männer. Die Zahl der Todesfälle steigt 2010 bei den Männern (+0,8%) und sinkt leicht bei den Frauen (-0,3%). Die seit einigen Jahren höhere Zahl weiblicher Todesfälle ist darauf zurückzuführen, dass mehr als vier Fünftel aller Todesfälle Personen im Alter von 65 und mehr Jahren betreffen. In dieser Altersgruppe befinden sich deutlich mehr Frauen als Männer. Von den 2010 verstorbenen Personen waren 59,4% (37'200 Personen) mehr als 79 Jahre alt.

Die Lebenserwartung bei der Geburt nimmt für beide Geschlechter zu, aber etwas stärker für die Männer. 2010 beträgt sie 84,6 Jahre für Frauen und 80,2 Jahre für Männer. Der Unterschied bezüglich der Lebenserwartung der beiden Geschlechter beträgt 4,4 Jahre und hat sich weiter verringert. Auch die Lebenserwartung im höheren Erwachsenenalter steigt kontinuierlich an. So kann eine 65-jährige Frau noch mit 22,2 weiteren Lebensjahren rechnen, ein gleichaltriger Mann immerhin noch mit 18,9.

Die Kindersterblichkeit sinkt 2010 leicht: 307 Säuglinge starben vor ihrem ersten Geburtstag, gegenüber 317 Säuglingen im Jahr 2009. Auf 10'000 Säuglinge entfielen damit 38 Todesfälle (2009: 40). 
 

Mehr Eheschliessungen…

2010 heiraten 43'300 Paare – 1300 mehr als im Vorjahr. Bei 29’300 Eheschliessungen sind beide Partner ledig. Mit 67,7% hat der Anteil der Paare, bei denen beide Partner zum ersten Mal heiraten, gegenüber 2009 leicht zugenommen. 14’000 Eheschliessungen gelten als Wiederverheiratungen, das heisst mindestens einer der beiden Partner war schon einmal verheiratet. Der Anteil der Wiederverheiratungen hat sich damit seit 1970 beinahe verdoppelt (1970: 15% und 2010: 32,3%), hauptsächlich infolge der Zunahme von Scheidungen. Während 1970 noch bei jeder fünften Heirat ein Partner bereits einmal verheiratet war, ist dies heute bei jeder dritten Eheschliessung der Fall. Jede fünfte Frau (20,6%) und fast jeder vierte Mann (23,3%), die sich 2010 das Jawort geben, waren bereits einmal verheiratet.

Wenn die Heiratsziffer der Ledigen auf dem Stand von 2010 bleibt, werden 65,5% der Frauen und 60,8% der Männer mindestens einmal im Leben heiraten. Das Durchschnittsalter bei der ersten Heirat nimmt im Vergleich zum Vorjahr leicht zu. 2010 sind die Männer bei der ersten Heirat durchschnittlich 31,6 Jahre alt, die Frauen 29,4 Jahre. 
 

… und mehr Scheidungen

2010 enden 22’100 Ehen mit einer Scheidung, d.h. 14,3% mehr als 2009. Besonders hoch ist das Risiko für eine Scheidung in den ersten Ehejahren. 2010 entfällt der grösste Teil der Scheidungen (6,4%) auf das siebte Ehejahr. Aber auch Paare, die seit 20 Jahren oder mehr verheiratet sind, bleiben nicht verschont. Über ein Viertel der Scheidungen (28,1%) betrifft diese Gruppe. Die 2010 aufgelösten Ehen haben durchschnittlich 14,5 Jahre gedauert. Falls die 2010 beobachtete Scheidungsrate gleich bleibt, liegt das Risiko, dass eine Ehe vor dem Richter endet, bei 54,4%. 

 

 

Eine Auswahl von Tabellen aus der Publikation Demografisches Porträt der Schweiz steht auf dieser Seite bereit. Alle detaillierten Tabellen sind im Statistischen Lexikon verfügbar.

    Zuletzt aktualisiert am: 09.12.2011
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