Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie
Traditionelles bürgerliches Modell* mit Kindern unter 7 Jahren
| Gemeindetypen | 1990 | 2000 |
|---|---|---|
| Zentren | 54% | 31% |
| Suburbane Gemeinden | 62% | 37% |
| Einkommensstarke Gemeinden | 61% | 39% |
| Periurbane Gemeinden | 64% | 42% |
| Touristische Gemeinden | 62% | 39% |
| Industrielle und tertiäre Gemeinden | 61% | 40% |
| Ländliche Pendlergemeinden | 64% | 42% |
| Agrarisch-gemischte Gemeinden | 60% | 41% |
| Agrarische Gemeinden | 52% | 39% |
| Schweiz | 60% | 37% |
Traditionelles bürgerliches Modell
Massiver Bedeutungsverlust in den 90er Jahren
Zwar nimmt der Anteil der traditionellen bürgerlichen Familien bereits seit 1970 ab, den weitaus stärksten Rückgang dieses Modells mit einer nicht erwerbstätigen Mutter und einem Vollzeit erwerbstätigen Vater verzeichnet die Schweiz jedoch in den 90er Jahren. 1970 gehörten 75% der Frauen in Paarhaushalten zur Kategorie der Nichterwerbspersonen, weil sie ausschliesslich als Hausfrauen und Mütter tätig waren. 1990 waren es noch 60% und im Jahr 2000 nur noch 37%. Diese Abkehr der jüngeren Frauen vom Rollenmodell der reinen Hausfrau und Mutter ist zweifellos eine der bemerkenswertesten kulturellen und sozialen Veränderungen, welche in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten stattgefunden hat. Innerhalb der Schweiz weisen alle untersuchten Raumeinheiten einen Bedeutungsverlust des traditionellen bürgerlichen Familienmodells auf. Dessen Verbreitung weist jedoch charakteristische Unterschiede auf. Extremwerte finden sich dabei innerhalb der grossen Agglomerationen, wo die von Einfamilienhaus-Siedlungen geprägten periurbanen Gemeindetypen heute Maximalwerte im Anteil der traditionellen bürgerlichen Familien aufweisen, während die Minimalwerte in den (Kern-)Städten festzustellen sind. Im gesamten untersuchten Zeitraum finden sich die höchsten Anteile an Familien mit einer nicht erwerbstätigen Mutter in der italienischen Schweiz - insbesondere in den ländlichen Räumen und im städtischen Umland. Dies ist u">Fortschritte und Stagnation in der Gleichstellung der Geschlechter 1970-2000", Seiten 49 und 50.
Zwar nimmt der Anteil der traditionellen bürgerlichen Familien bereits seit 1970 ab, den weitaus stärksten Rückgang dieses Modells mit einer nicht erwerbstätigen Mutter und einem Vollzeit erwerbstätigen Vater verzeichnet die Schweiz jedoch in den 90er Jahren. 1970 gehörten 75% der Frauen in Paarhaushalten zur Kategorie der Nichterwerbspersonen, weil sie ausschliesslich als Hausfrauen und Mütter tätig waren. 1990 waren es noch 60% und im Jahr 2000 nur noch 37%. Diese Abkehr der jüngeren Frauen vom Rollenmodell der reinen Hausfrau und Mutter ist zweifellos eine der bemerkenswertesten kulturellen und sozialen Veränderungen, welche in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten stattgefunden hat. Innerhalb der Schweiz weisen alle untersuchten Raumeinheiten einen Bedeutungsverlust des traditionellen bürgerlichen Familienmodells auf. Dessen Verbreitung weist jedoch charakteristische Unterschiede auf. Extremwerte finden sich dabei innerhalb der grossen Agglomerationen, wo die von Einfamilienhaus-Siedlungen geprägten periurbanen Gemeindetypen heute Maximalwerte im Anteil der traditionellen bürgerlichen Familien aufweisen, während die Minimalwerte in den (Kern-)Städten festzustellen sind. Im gesamten untersuchten Zeitraum finden sich die höchsten Anteile an Familien mit einer nicht erwerbstätigen Mutter in der italienischen Schweiz - insbesondere in den ländlichen Räumen und im städtischen Umland. Dies ist u">Fortschritte und Stagnation in der Gleichstellung der Geschlechter 1970-2000", Seiten 49 und 50.
- (1) Manuela Casari (2002): Die Erwerbstätigkeit von Müttern im Kanton Tessin. Diplomarbeit, Geographisches Institut der Universität Zürich.
Zuletzt aktualisiert am: 29.01.2010

