Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie
Modernisiertes bürgerliches Modell* mit Kindern unter 7 Jahren
| Gemeindetypen | 1990 | 2000 |
|---|---|---|
| Zentren | 24% | 34% |
| Suburbane Gemeinden | 23% | 37% |
| Einkommensstarke Gemeinden | 24% | 38% |
| Periurbane Gemeinden | 23% | 40% |
| Touristische Gemeinden | 21% | 35% |
| Industrielle und tertiäre Gemeinden | 22% | 36% |
| Ländliche Pendlergemeinden | 23% | 39% |
| Agrarisch-gemischte Gemeinden | 25% | 37% |
| Agrarische Gemeinden | 28% | 36% |
| Schweiz | 23% | 37% |
Modernisiertes bürgerliches Modell
Auf dem Weg zum schweizerischen "Normalmodell"
Parallel zum grossen Bedeutungsverlust des traditionellen bürgerlichen Familienmodells hat das modernisierte bürgerliche Modell seit 1970 - insbesondere jedoch im Laufe der 90er Jahre - einen sehr starken Bedeutungszuwachs erfahren. Dieses Modell mit einer Teilzeit erwerbstätigen Mutter und einem Vollzeit erwerbstätigen Vater ist auf dem besten Weg, zum schweizerischen "Normalfamilienmodell" zu werden. In städtischen und ländlichen Räumen der französischen Schweiz und in den Städten der Deutschschweiz ist dieses Familienmodell unter den Paarhaushalten mit vorschulpflichtigen Kindern bereits heute am stärksten verbreitet. Wie bereits aus ihrer Bezeichnung hervorgeht, haben das traditionelle und das modernisierte bürgerliche Familienmodell vieles gemeinsam. Gemeinsam ist ihnen beispielsweise, dass eine umfassende oder zumindest weit gehende Betreuung der Kinder im privaten Heim durch die Mütter angestrebt wird. Zugunsten dieses Ziels verzichten die meisten Mütter unter anderem auf eine finanzielle Unabhängigkeit. Die Rolle des finanziellen "Versorgers" wird von den Vätern übernommen. Diese Zuweisung der Hauptverantwortung für die private Sphäre der Familie an die Frauen verbunden mit ihrem Ausschluss aus der öffentlichen Sphäre der Erwerbsarbeit und der Politik war ein Merkmal der bürgerlichen Gesellschaftsordnung, die in den westeuropäischen Gesellschaften im Zuge der Industrialisierung entstanden ist. Diese Merkmale der bürgerlichen Gesellschaftsordnung sind bis heute wirkungsmächtig, auch wenn heute nicht mehr von einem generellen Ausschluss der Frauen aus der öffentlichen Sphäre gesprochen werden darf, sondern viel eher von einer unvollständigen Integration.
Weiterführende Kommentare zur wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bedeutung des modernisierten bürgerlichen Familienmodells sowie Literaturangaben sind im Original Frauen- und Gleichstellungsatlas, Seiten 82 und 98 enthalten sowie in der Publikation "Fortschritte und Stagnation in der Gleichstellung der Geschlechter 1970-2000
", Seiten 50 und 51.
Methodische Hinweise: In diesen Darstellungen wird auf eine Differenzierung nach Beschäftigungspensen der Teilzeit erwerbstätigen Mütter verzichtet. Dargestellt sind hier alle Mütter, welche sich in der Volkszählung als Teilzeit erwerbstätig bezeichnet haben und mindestens eine Stunde pro Woche erwerbstätig sind. Diese Untergrenze von einer Wochenstunde entspricht dem üblichen internationalen Standard. Es ist jedoch klar, dass es sowohl für die Situation im Erwerbsleben als auch für die Arbeit in Haushalt und Familie einen grossen Unterschied macht, ob jemand beispielsweise nur einen halben Tag pro Woche einer bezahlten Arbeit nachgeht oder vier Tage.
Parallel zum grossen Bedeutungsverlust des traditionellen bürgerlichen Familienmodells hat das modernisierte bürgerliche Modell seit 1970 - insbesondere jedoch im Laufe der 90er Jahre - einen sehr starken Bedeutungszuwachs erfahren. Dieses Modell mit einer Teilzeit erwerbstätigen Mutter und einem Vollzeit erwerbstätigen Vater ist auf dem besten Weg, zum schweizerischen "Normalfamilienmodell" zu werden. In städtischen und ländlichen Räumen der französischen Schweiz und in den Städten der Deutschschweiz ist dieses Familienmodell unter den Paarhaushalten mit vorschulpflichtigen Kindern bereits heute am stärksten verbreitet. Wie bereits aus ihrer Bezeichnung hervorgeht, haben das traditionelle und das modernisierte bürgerliche Familienmodell vieles gemeinsam. Gemeinsam ist ihnen beispielsweise, dass eine umfassende oder zumindest weit gehende Betreuung der Kinder im privaten Heim durch die Mütter angestrebt wird. Zugunsten dieses Ziels verzichten die meisten Mütter unter anderem auf eine finanzielle Unabhängigkeit. Die Rolle des finanziellen "Versorgers" wird von den Vätern übernommen. Diese Zuweisung der Hauptverantwortung für die private Sphäre der Familie an die Frauen verbunden mit ihrem Ausschluss aus der öffentlichen Sphäre der Erwerbsarbeit und der Politik war ein Merkmal der bürgerlichen Gesellschaftsordnung, die in den westeuropäischen Gesellschaften im Zuge der Industrialisierung entstanden ist. Diese Merkmale der bürgerlichen Gesellschaftsordnung sind bis heute wirkungsmächtig, auch wenn heute nicht mehr von einem generellen Ausschluss der Frauen aus der öffentlichen Sphäre gesprochen werden darf, sondern viel eher von einer unvollständigen Integration.
Weiterführende Kommentare zur wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bedeutung des modernisierten bürgerlichen Familienmodells sowie Literaturangaben sind im Original Frauen- und Gleichstellungsatlas, Seiten 82 und 98 enthalten sowie in der Publikation "Fortschritte und Stagnation in der Gleichstellung der Geschlechter 1970-2000
", Seiten 50 und 51.Methodische Hinweise: In diesen Darstellungen wird auf eine Differenzierung nach Beschäftigungspensen der Teilzeit erwerbstätigen Mütter verzichtet. Dargestellt sind hier alle Mütter, welche sich in der Volkszählung als Teilzeit erwerbstätig bezeichnet haben und mindestens eine Stunde pro Woche erwerbstätig sind. Diese Untergrenze von einer Wochenstunde entspricht dem üblichen internationalen Standard. Es ist jedoch klar, dass es sowohl für die Situation im Erwerbsleben als auch für die Arbeit in Haushalt und Familie einen grossen Unterschied macht, ob jemand beispielsweise nur einen halben Tag pro Woche einer bezahlten Arbeit nachgeht oder vier Tage.
Zuletzt aktualisiert am: 29.01.2010

