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Statistik Schweiz

Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie

Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie: Familienmodelle
Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie: Familienmodelle

Familienmodelle in Paarhaushalten

Epochaler Wandel der Familienmodelle in den letzten Jahrzehnten
In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts - insbesondere zwischen 1990 und 2000 - haben sich die Familienmodelle in der Schweiz markant gewandelt. Die Zahl der nach dem traditionellen bürgerlichen Modell organisierten Familien ist seit 1970 von rund 330'000 Haushalten auf rund 120'000 Haushalte massiv gesunken. 1970 lebten rund drei Viertel aller Paarhaushalte mit Kindern unter sieben Jahren gemäss dem Modell mit einem Vollzeit erwerbstätigen Vater und einer nicht erwerbstätigen Mutter, 1990 noch gut 60% und im Jahr 2000 waren es nur noch 37%. Extrem hohe Wachstumsraten weist dagegen das egalitär-familienbezogene Modell auf. Offensichtlich übt dieses partnerschaftliche Familienmodell eine starke Attraktion auf Eltern der jüngeren Generationen aus. Trotz dieser beeindruckenden Zuwachsraten ist aber nicht zu übersehen, dass dieses fortschrittliche Modell mit einem Anteil von rund 3,5% an allen Paarhaushalten mit Kindern unter sieben Jahren bzw. insgesamt rund 11'000 Familien auch im Jahre 2000 nur von einer relativ kleinen Minderheit in der Schweiz effektiv praktiziert wird. Sehr hohe Wachstumsraten verzeichnet auch das modernisierte bürgerliche Familienmodell. Die Zahl der Paarhaushalte mit einem Vollzeit erwerbstätigen Vater und einer Teilzeit erwerbstätigen Mutter entspricht mit rund 120'000 heute bereits derjenigen des früher absolut dominierenden traditionellen bürgerlichen Modells. Sowohl zahlen- als auch anteilsmässig mehr oder weniger stagniert hat dagegen das egalitär-erwerbsbezogene Modell mit zwei Vollzeit erwerbstätigen Elternteilen.
Weiterführende Auswertungen und Interpretationen der geschlechterkulturellen Familienmodelle sind in der Publikation "Fortschritte und Stagnation in der Gleichstellung der Geschlechter 1970-2000 Externe Seite. Inhalt wird in neuem Fenster geöffnet.", Seiten 49-54, enthalten.

Methodische Hinweise
: Zur Berechnung dieser Familienmodelle wurde die Variable "Erwerbsstatus" für folgende Ausprägungen ausgewertet: Vollzeit und Teilzeit erwerbstätige Personen, erwerbslose Personen und Nichterwerbspersonen. Im Gegensatz zu den Erwerbspersonen (erwerbstätige und erwerbslose Personen zusammen) stehen die Nichterwerbspersonen für den Arbeitsmarkt nicht bereit, so z.B. Rentner, Personen in Ausbildung und Hausfrauen oder Hausmänner. Neben den vier bereits angesprochenen gibt es zwölf weitere denkbare Kombinationen, die hier als Restgruppe zusammengefasst sind. Davon weist die Kombination mit 4,4% "Mann Vollzeit erwerbstätig, Frau erwerbslos" einen Anteil über 2% auf. Im Original Frauen- und Gleichstellungsatlas wurde die Unterscheidung zwischen Nichterwerbspersonen und Erwerbslosen noch nicht durchgeführt. Weil die Zahlen der effektiv Erwerbslosen früher jedoch vergleichsweise unbedeutend waren, liegen die Differenzen im Anteil des traditionellen bürgerlichen Modells im 1-Prozent-Bereich.
Zuletzt aktualisiert am: 29.01.2010
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