Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie
Egalitär-familienbezogenes Modell* mit Kindern unter 7 Jahren
| Gemeindetypen | 1990 | 2000 |
|---|---|---|
| Zentren | 2,2% | 5,2% |
| Suburbane Gemeinden | 1,2% | 2,8% |
| Einkommensstarke Gemeinden | 1,5% | 3,6% |
| Periurbane Gemeinden | 1,3% | 3,0% |
| Touristische Gemeinden | 1,2% | 2,8% |
| Industrielle und tertiäre Gemeinden | 1,0% | 2,5% |
| Ländliche Pendlergemeinden | 1,2% | 3,0% |
| Agrarisch-gemischte Gemeinden | 1,3% | 3,2% |
| Agrarische Gemeinden | 2,2% | 3,9% |
| Schweiz | 1,5% | 3,4% |
Egalitär-familienbezogenes Modell
Das Modell mit den höchsten Zuwachsraten
Dieses Modell basiert auf der Idee der partnerschaftlichen Aufteilung von Kinderbetreuung und Hausarbeit sowie der gleichwertigen und symmetrischen Integration von Müttern und Vätern in die Erwerbsarbeit. Im Unterschied zum egalitär-erwerbsbezogenen Modell geniesst die Betreuung und Erziehung kleiner Kinder in der Privatsphäre hier nach wie vor eine hohe Wertschätzung. Grundlage für das egalitär-familienbezogene Modell ist die möglichst gleichwertige Teilzeitarbeit beider Elternteile. Die Zahl der Paarhaushalte mit noch nicht schulpflichtigen Kindern, in denen beide Partner Teilzeit erwerbstätig sind, hat in der Schweiz insbesondere seit 1980 massiv zugenommen. Ganz besonders hohe Zuwachsraten weisen dabei die Städte in der Deutschschweiz auf. Den höchsten Anteil dieses Familienmodells verzeichnet heute die Stadtregion Bern mit bereits 8,4% aller Paarhaushalte mit Kindern unter sieben Jahren. Offensichtlich übt dieses partnerschaftliche Familienmodell eine hohe Attraktion auf die Eltern der jüngeren Generationen aus. Dank verschiedenen aktuellen Studien verfügen wir heute über einen guten Überblick über die positiven und negativen Aspekte dieses "Doppelversorgermodells mit partnerschaftlicher Kinderbetreuung" (1). Aus diesen Studien geht hervor, dass Väter und Mütter, welche sich für dieses Familienmodell entschieden haben, eine hohe Zufriedenheit aufweisen. Auch die Kinder profitieren von der grösseren Zuwendung durch die Väter, die sie im Vergleich zu anderen Kindern erfahren. Die Nachteile bezüglich Einkommen, Sozialleistungen und beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten, welche mit einer Teilzeiterwerbstätigkeit heute noch verbunden sind, haben jedoch zur Folge, dass dieses partnerschaftliche Modell eher materiell und kulturell privilegierten Bevölkerungsschichten vorbehalten bleibt. Es wird deshalb auch heute noch nur von einer relativ kleinen Minderheit effektiv ausgeübt.
Weiterführende Erläuterungen zu diesem Modell sind im Original Frauen- und Gleichstellungsatlas, Seite 86, enthalten, zusätzliche statistische Ergebnisse und Kommentare in der Publikation "Fortschritte und Stagnation in der Gleichstellung der Geschlechter 1970-2000
", Seiten 53-54.
Methodische Hinweise: In den hier dargestellten Resultaten der Volkszählung wird auf eine Differenzierung nach Beschäftigungspensen der Teilzeit erwerbstätigen Mütter und Väter verzichtet. Dargestellt sind hier alle Mütter und Väter, welche sich in der Volkszählung als Teilzeit erwerbstätig bezeichnet haben und mindestens eine Stunde pro Woche erwerbstätig sind. Aus den Ergebnissen geht deshalb nicht hervor, welche Beschäftigungspensen diese Eltern effektiv aufweisen und ob die Väter und Mütter in etwa demselben Umfang Teilzeit erwerbstätig sind oder nicht.
Dieses Modell basiert auf der Idee der partnerschaftlichen Aufteilung von Kinderbetreuung und Hausarbeit sowie der gleichwertigen und symmetrischen Integration von Müttern und Vätern in die Erwerbsarbeit. Im Unterschied zum egalitär-erwerbsbezogenen Modell geniesst die Betreuung und Erziehung kleiner Kinder in der Privatsphäre hier nach wie vor eine hohe Wertschätzung. Grundlage für das egalitär-familienbezogene Modell ist die möglichst gleichwertige Teilzeitarbeit beider Elternteile. Die Zahl der Paarhaushalte mit noch nicht schulpflichtigen Kindern, in denen beide Partner Teilzeit erwerbstätig sind, hat in der Schweiz insbesondere seit 1980 massiv zugenommen. Ganz besonders hohe Zuwachsraten weisen dabei die Städte in der Deutschschweiz auf. Den höchsten Anteil dieses Familienmodells verzeichnet heute die Stadtregion Bern mit bereits 8,4% aller Paarhaushalte mit Kindern unter sieben Jahren. Offensichtlich übt dieses partnerschaftliche Familienmodell eine hohe Attraktion auf die Eltern der jüngeren Generationen aus. Dank verschiedenen aktuellen Studien verfügen wir heute über einen guten Überblick über die positiven und negativen Aspekte dieses "Doppelversorgermodells mit partnerschaftlicher Kinderbetreuung" (1). Aus diesen Studien geht hervor, dass Väter und Mütter, welche sich für dieses Familienmodell entschieden haben, eine hohe Zufriedenheit aufweisen. Auch die Kinder profitieren von der grösseren Zuwendung durch die Väter, die sie im Vergleich zu anderen Kindern erfahren. Die Nachteile bezüglich Einkommen, Sozialleistungen und beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten, welche mit einer Teilzeiterwerbstätigkeit heute noch verbunden sind, haben jedoch zur Folge, dass dieses partnerschaftliche Modell eher materiell und kulturell privilegierten Bevölkerungsschichten vorbehalten bleibt. Es wird deshalb auch heute noch nur von einer relativ kleinen Minderheit effektiv ausgeübt.
Weiterführende Erläuterungen zu diesem Modell sind im Original Frauen- und Gleichstellungsatlas, Seite 86, enthalten, zusätzliche statistische Ergebnisse und Kommentare in der Publikation "Fortschritte und Stagnation in der Gleichstellung der Geschlechter 1970-2000
", Seiten 53-54.Methodische Hinweise: In den hier dargestellten Resultaten der Volkszählung wird auf eine Differenzierung nach Beschäftigungspensen der Teilzeit erwerbstätigen Mütter und Väter verzichtet. Dargestellt sind hier alle Mütter und Väter, welche sich in der Volkszählung als Teilzeit erwerbstätig bezeichnet haben und mindestens eine Stunde pro Woche erwerbstätig sind. Aus den Ergebnissen geht deshalb nicht hervor, welche Beschäftigungspensen diese Eltern effektiv aufweisen und ob die Väter und Mütter in etwa demselben Umfang Teilzeit erwerbstätig sind oder nicht.
- (1) Margret Bürgisser (1996): Modell Halbe Halbe - Partnerschaftliche Arbeitsteilung in Familie und Beruf. Werd Verlag, Zürich
Zuletzt aktualisiert am: 29.01.2010

