Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie
Egalitär-erwerbsbezogenes Modell* mit Kindern unter 7 Jahren
| Gemeindetypen | 1990 | 2000 |
|---|---|---|
| Zentren | 14% | 14% |
| Suburbane Gemeinden | 10% | 12% |
| Einkommensstarke Gemeinden | 8% | 11% |
| Periurbane Gemeinden | 7% | 8% |
| Touristische Gemeinden | 10% | 16% |
| Industrielle und tertiäre Gemeinden | 12% | 13% |
| Ländliche Pendlergemeinden | 8% | 9% |
| Agrarisch-gemischte Gemeinden | 10% | 12% |
| Agrarische Gemeinden | 14% | 16% |
| Schweiz | 11% | 12% |
Egalitär-erwerbsbezogenes Modell
Uneindeutige Entwicklungstendenzen
In diesem Familienmodell finanzieren Mütter und Väter sich ihren Lebensunterhalt unabhängig voneinander durch eine vollzeitliche Erwerbsarbeit. Die Aufgabe der Kinderbetreuung und -erziehung fällt in diesem Modell nicht grossmehrheitlich in den privaten Zuständigkeitsbereich der Familie, sondern wird zu einem wesentlichen Teil von anderen öffentlichen und/oder privaten Institutionen übernommen. Wie eingangs dieses Kapitels erwähnt wurde, kommt in den nordeuropäischen Ländern der öffentlichen Infrastruktur hier eine Schlüsselfunktion zu. Andere Staaten dagegen - zum Beispiel die USA - setzen vornehmlich auf privatwirtschaftliche Kinderbetreuungsangebote, wiederum andere - zum Beispiel die südeuropäischen Länder - zählen nach wie vor auf den Support der erweiterten Familie (Grossmütter und Tanten, etc.). Zwischen 1970 und 1990 stagnierte der Anteil der Paarhaushalte mit zwei vollzeitlich erwerbstätigen Eltern im schweizerischen Durchschnitt bei rund elf bis zwölf Prozent. In allen Sprachregionen sind in den (Kern-)Städten höhere Anteile dieses Familienmodells zu finden als im städtischen Umland oder auf dem Land. Aus einer differenzierten Betrachtung der Karten geht jedoch hervor, dass mit Ausnahme der Stadtregion Genf insbesondere einige ländliche, auf die Uhren-, Textil- und Tourismusindustrie ausgerichtete Räume Maximalwerte aufweisen. Das egalitär-erwerbsbezogene Modell ist das einzige unter den hier dargestellten Modellen, in dem Familien mit ausländischen Müttern eine zahlenmässige Mehrheit bilden. Auch anteilsmässig ist dieses Modell unter den Familien mit ausländischen Müttern viel stärker verbreitet als unter den Familien mit Schweizer Müttern. Die etwas uneindeutigen Entwicklungstendenzen dieses Familienmodells sind deshalb nicht zuletzt eine Folge der schweizerischen Migrations- und Industriepolitik. Insgesamt zeichnet sich bei den Familien mit Müttern schweizerischer Staatsbürgerschaft eine schwache, jedoch deutlich zunehmende Tendenz in der Verbreitung dieses Familienmodells ab, bei den Familien mit Müttern ausländischer Staatsbürgerschaft hingegen ein deutlicher Rückgang.
Zusätzliche statistische Ergebnisse sowie Kommentare zu diesem Familienmodell sind in der Publikation "Fortschritte und Stagnation in der Gleichstellung der Geschlechter 1970-2000
" auf den Seiten 52-53 enthalten.
In diesem Familienmodell finanzieren Mütter und Väter sich ihren Lebensunterhalt unabhängig voneinander durch eine vollzeitliche Erwerbsarbeit. Die Aufgabe der Kinderbetreuung und -erziehung fällt in diesem Modell nicht grossmehrheitlich in den privaten Zuständigkeitsbereich der Familie, sondern wird zu einem wesentlichen Teil von anderen öffentlichen und/oder privaten Institutionen übernommen. Wie eingangs dieses Kapitels erwähnt wurde, kommt in den nordeuropäischen Ländern der öffentlichen Infrastruktur hier eine Schlüsselfunktion zu. Andere Staaten dagegen - zum Beispiel die USA - setzen vornehmlich auf privatwirtschaftliche Kinderbetreuungsangebote, wiederum andere - zum Beispiel die südeuropäischen Länder - zählen nach wie vor auf den Support der erweiterten Familie (Grossmütter und Tanten, etc.). Zwischen 1970 und 1990 stagnierte der Anteil der Paarhaushalte mit zwei vollzeitlich erwerbstätigen Eltern im schweizerischen Durchschnitt bei rund elf bis zwölf Prozent. In allen Sprachregionen sind in den (Kern-)Städten höhere Anteile dieses Familienmodells zu finden als im städtischen Umland oder auf dem Land. Aus einer differenzierten Betrachtung der Karten geht jedoch hervor, dass mit Ausnahme der Stadtregion Genf insbesondere einige ländliche, auf die Uhren-, Textil- und Tourismusindustrie ausgerichtete Räume Maximalwerte aufweisen. Das egalitär-erwerbsbezogene Modell ist das einzige unter den hier dargestellten Modellen, in dem Familien mit ausländischen Müttern eine zahlenmässige Mehrheit bilden. Auch anteilsmässig ist dieses Modell unter den Familien mit ausländischen Müttern viel stärker verbreitet als unter den Familien mit Schweizer Müttern. Die etwas uneindeutigen Entwicklungstendenzen dieses Familienmodells sind deshalb nicht zuletzt eine Folge der schweizerischen Migrations- und Industriepolitik. Insgesamt zeichnet sich bei den Familien mit Müttern schweizerischer Staatsbürgerschaft eine schwache, jedoch deutlich zunehmende Tendenz in der Verbreitung dieses Familienmodells ab, bei den Familien mit Müttern ausländischer Staatsbürgerschaft hingegen ein deutlicher Rückgang.
Zusätzliche statistische Ergebnisse sowie Kommentare zu diesem Familienmodell sind in der Publikation "Fortschritte und Stagnation in der Gleichstellung der Geschlechter 1970-2000
" auf den Seiten 52-53 enthalten.Zuletzt aktualisiert am: 29.01.2010

