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Statistik Schweiz

Synthese

Gleichstellungsfreundliche und gleichstellungskritische regionale Milieus

Die Einstellungen der schweizerischen Bevölkerung zur Gleichstellung von Frauen und Männern unterscheiden sich in charakteristischer Weise zwischen den untersuchten Raumeinheiten. Diese unterschiedlichen Einstellungen kommen auch regelmässig in eidgenössischen Volksabstimmungen über gleichstellungswirksame Vorlagen zum Ausdruck. Sei es in Bezug auf die Gewährleistung gleicher formaler politischer Rechte, das Ziel einer tatsächlichen, materiellen Gleichstellung der Geschlechter in Beruf, Ausbildung und Familie oder die soziale Absicherung des Verdienstausfalls bei Mutterschaft: Stets wird im Abstimmungsverhalten der Bevölkerung in den nicht deutschsprachigen Landesteilen sowie in den städtischen Räumen im Durchschnitt ein stärkerer Wille zum Abbau bestehender Geschlechterungleichheiten erkennbar (1).
Die verschiedenen Kapitel des hier vorliegenden Online Frauen- und Gleichstellungsatlas haben zusätzlich deutlich gezeigt, dass auch hinsichtlich der effektiven Strukturen in den Familien und Haushalten, in der Erwerbsarbeit und der unbezahlten Arbeit sowie im Ausbildungs- und politischen System teilweise markante regionale Unterschiede in den Geschlechterverhältnissen vorliegen. In diesem letzten Kapitel wird mit einem Set aussagekräftiger Merkmale aus den einzelnen Kapiteln ein gleichstellungspolitischer Gesamtindex berechnet und eine regionale gleichstellungspolitische Rangliste erstellt. Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass Karten nicht nur ein ausgezeichnetes Mittel sind, um sich in einem unbekannten Gebiet zu orientieren, sondern auch, um räumliche Muster sozialer Sachverhalte rasch zu erkennen. Atlanten, wie der vorliegende Frauen- und Gleichstellungsatlas, bieten zusätzlich die Möglichkeit, Querbezüge zwischen verschiedenen Karten herzustellen und Hypothesen über mögliche Zusammenhänge bestimmter Sachverhalte zu entwickeln. Die Aussagekraft von Karten stösst jedoch an ihre Grenzen, wenn es darum geht, den Hintergründen und Ursachen eines dargestellten sozialen Phänomens auf die Spur zu kommen. Um solche Fragestellungen zu beantworten sind zusätzliche Untersuchungen notwendig. Dieser Atlas versteht sich deshalb in erster Linie als Startpunkt und nicht als Ersatz für weiterführende, sozialwissenschaftliche Analysen.
Für zusätzliche Ausführungen zur Bedeutung und Aussagekraft von Karten, zu den regionalen Besonderheiten und Gemeinsamkeiten in den Lebensbedingungen von Frauen und Männern in der Schweiz sowie deren sozialen Produktionsprozessen sei auf den Original Frauen- und Gleichstellungsatlas (Seiten 132 und 133) verwiesen.

 

  • (1) Literaturhinweis: Elisabeth Bühler (2001): Zum Verhältnis von kulturellen Werten und gesellschaftlichen Strukturen in der Schweiz – Das Beispiel regionaler Gemeinsamkeiten und Differenzen der Geschlechterungleichheit. In: Zeitschrift Geographica Helvetica, Vol. 56, Nr. 2, Seiten 77-89
Zuletzt aktualisiert am: 29.01.2010
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