Politik
Frauen in der Bundesversammlung
Nationalrat mehrheitlich linke und grüne Frauen - Ständerat mehrheitlich bürgerliche Frauen
Der Frauenanteil ist in den eidgenössischen Räten seit 1971 - dem Jahr, seit dem Frauen auch in der Schweiz das aktive und passive Stimm- und Wahlrecht ausüben dürfen - mehr oder weniger kontinuierlich gestiegen. Gegenwärtig beträgt der Frauenanteil im Nationalrat 26% und im Ständerat rund 24%. Damit nimmt die Schweiz heute im europäischen Vergleich zusammen mit Österreich eine Mittelposition ein. Sie steht deutlich hinter den skandinavischen Ländern, den Niederlanden und Deutschland, in deren Parlamenten der Frauenanteil mittlerweile überall die 30-Prozent-Marke überschritten hat, aber noch vor den meisten anderen europäischen Ländern, die teilweise nach wie vor sehr tiefe Frauenanteile in ihren nationalen Parlamenten aufweisen (z.B. Frankreich 10%, Italien 11%). Interessant ist der Verlauf der parteipolitischen Zusammensetzung im betrachteten Zeitraum. Seit dem Ende der siebziger Jahre haben die Frauen der bürgerlichen Parteien zugunsten sozialdemokratischer und grüner Frauen im Parlament deutlich an Terrain eingebüsst. Momentan vertreten 62% aller Nationalrätinnen nicht-bürgerliche Parteien, was umso bemerkenswerter ist, als diese Parteien im Nationalrat insgesamt nur 35% aller Sitze innehaben. Im generell noch stärker bürgerlich dominierten Ständerat dagegen werden von den gegenwärtig elf Frauensitzen sieben von Vertreterinnen bürgerlicher Parteien eingenommen. Die von Politikwissenschaftlern und Politikwissenschaftlerinnen in die Diskussion gebrachten Ursachen für diese Unterschiede sind vielfältig. Sie reichen vom Einfluss des Wahlmodus (bürgerliche Frauen profitieren tendenziell eher vom Majorz-, linke und grüne Frauen vom Proporzsystem), über die parteipolitischen Grundwerte (weniger ideologische Hindernisse für Gleichstellungsmassnahmen in nicht-bürgerlichen Parteien) bis zu Effekten der Konkurrenz unter den Parteien (die "frauenfreundlichen" Grünen brachten die SPS in Zugzwang).
Der Frauenanteil ist in den eidgenössischen Räten seit 1971 - dem Jahr, seit dem Frauen auch in der Schweiz das aktive und passive Stimm- und Wahlrecht ausüben dürfen - mehr oder weniger kontinuierlich gestiegen. Gegenwärtig beträgt der Frauenanteil im Nationalrat 26% und im Ständerat rund 24%. Damit nimmt die Schweiz heute im europäischen Vergleich zusammen mit Österreich eine Mittelposition ein. Sie steht deutlich hinter den skandinavischen Ländern, den Niederlanden und Deutschland, in deren Parlamenten der Frauenanteil mittlerweile überall die 30-Prozent-Marke überschritten hat, aber noch vor den meisten anderen europäischen Ländern, die teilweise nach wie vor sehr tiefe Frauenanteile in ihren nationalen Parlamenten aufweisen (z.B. Frankreich 10%, Italien 11%). Interessant ist der Verlauf der parteipolitischen Zusammensetzung im betrachteten Zeitraum. Seit dem Ende der siebziger Jahre haben die Frauen der bürgerlichen Parteien zugunsten sozialdemokratischer und grüner Frauen im Parlament deutlich an Terrain eingebüsst. Momentan vertreten 62% aller Nationalrätinnen nicht-bürgerliche Parteien, was umso bemerkenswerter ist, als diese Parteien im Nationalrat insgesamt nur 35% aller Sitze innehaben. Im generell noch stärker bürgerlich dominierten Ständerat dagegen werden von den gegenwärtig elf Frauensitzen sieben von Vertreterinnen bürgerlicher Parteien eingenommen. Die von Politikwissenschaftlern und Politikwissenschaftlerinnen in die Diskussion gebrachten Ursachen für diese Unterschiede sind vielfältig. Sie reichen vom Einfluss des Wahlmodus (bürgerliche Frauen profitieren tendenziell eher vom Majorz-, linke und grüne Frauen vom Proporzsystem), über die parteipolitischen Grundwerte (weniger ideologische Hindernisse für Gleichstellungsmassnahmen in nicht-bürgerlichen Parteien) bis zu Effekten der Konkurrenz unter den Parteien (die "frauenfreundlichen" Grünen brachten die SPS in Zugzwang).
Zuletzt aktualisiert am: 29.01.2010


