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Statistik Schweiz

Politik

Thematischer Überblick

Trotz Fortschritten noch keine angemessene politische Repräsentation der Frauen
Die Politik war lange Zeit ausschliesslich eine Männerdomäne, nicht nur in der Schweiz, sondern in allen modernen Staaten, die im Anschluss an die französische Revolution in Westeuropa entstanden sind. Zwar wurden in jener Zeit unter dem Motto "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" die Privilegien der Feudalherren aufgehoben, als Freie und Gleiche gegenüber dem Staat galten jedoch nur die Männer. Die Nachwirkungen der mit dem schweizerischen Staatsaufbau erfolgten strikten Trennung von (öffentlicher) Politik und (privater) Familie und der entsprechenden Verortung der Geschlechter sind - trotz formalrechtlicher Gleichberechtigung - bis zum heutigen Tag spürbar. Einerseits kommen sie auf einer kulturellen Ebene im oft männlich(-militärisch) dominierten Symbolgehalt politischer Repräsentationsformen und Praktiken zum Ausdruck. Andererseits sind die Zeit- und Organisationsstrukturen des "politischen Geschäftes" nach wie vor so ausgestaltet, dass sie eine gleichzeitige Vereinbarkeit von Familie und Politik nur mit Schwierigkeiten zulassen. Aus diesen Gründen sind Frauen in den politischen Behörden trotz Fortschritten in den letzten Jahrzehnten auch heute noch nicht angemessen repräsentiert. Unter diesem Gesichtspunkt bestehen durchaus Parallelen zur Thematik der Partizipation von Frauen in wirtschaftlichen Führungspositionen ("Erwerbsarbeit und Beruf").

Aufbau des Kapitels "Politik" und methodische Hinweise
Berücksichtigt man, dass es beim Thema Frauen, Gleichstellung und Politik nicht nur um die staatsrechtlich-politische Gleichstellung geht, sondern auch um Rechte der Bürgerinnen und Bürger bezüglich der Teilhabe an anderen Gütern (Ausbildung, soziale Sicherheit, Gesundheit, Schutz der Person und des Eigentums), dann wird klar, dass diese Thematik ausgesprochen breit und vielfältig ist und im Rahmen dieses Atlas - auch aus Gründen der statistischen Datenlage - bei weitem nicht umfassend dargestellt und abgehandelt werden kann. Die Darstellungen in diesem Kapitel konzentrieren sich auf die Repräsentation der Frauen in den politischen Entscheidungsgremien auf den verschiedenen staatlichen Ebenen. Leider erlaubt es die statistische Datenlage lediglich, die Ebenen des Bundes und der Kantone für den vorliegenden Atlas zu aktualisieren. Für die Ebene der Gemeinden stehen momentan keine regional repräsentativen statistischen Daten zur Verfügung.
Detailliertere Überlegungen zu den geschlechtsspezifischen Aspekten der Staatsbürgerschaft, zu den Auswirkungen des schweizerischen politischen Systems auf die Gleichstellung, zu den regionalen Unterschieden in den gleichstellungspolitischen Einstellungen der schweizerischen Bevölkerung sowie Literaturhinweise sind im Original Frauen- und Gleichstellungsatlas auf den Seiten 120-128 enthalten.
Zuletzt aktualisiert am: 29.01.2010
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