Erwerbsarbeit und Beruf
Thematischer Überblick
Erwerbsarbeit ist die Basis für materielle Unabhängigkeit und sozialen Status
Das erzielte Einkommen, die Art des ausgeübten Berufes und die berufliche Stellung bestimmen zu einem wesentlichen Teil den Lebensstandard, die materielle Sicherheit, das soziale Kontaktnetz und das Sozialprestige einer Person. Der Arbeitsmarkt ist deshalb - neben der Familie, dem Ausbildungssystem und dem Sozialstaat - eine zentrale Instanz für die Verteilung sozialer Privilegien und Benachteiligungen. Die nachfolgenden statistischen Auswertungen belegen jedoch klar, dass die Frauen auch heute noch schlechter ins Erwerbsleben integriert sind als die Männer. Auf der anderen Seite bilden die Frauen in der Kategorie der Nichterwerbspersonen und hier insbesondere in der Kategorie "Hausfrauen/Hausmänner" eine überwiegende Mehrheit und leisten den Hauptteil der im Privaten geleisteten unbezahlten Arbeiten (mehr dazu in den Kapiteln "Unbezahlte Arbeit" sowie "Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit"). Dieses unausgewogene Geschlechterverhältnis in den Bereichen der bezahlten und unbezahlten Arbeiten hat seinen Grund in erster Linie im in der Schweiz nach wie vor gesellschaftlich stark verankerten bürgerlichen Familienmodell mit einem Vollzeit erwerbstätigen Vater und einer nicht oder nur Teilzeit erwerbstätigen Mutter. Weil dies viele Frauen an der gleichberechtigten Teilhabe im Erwerbssystem hindert, kann diese bürgerliche, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung als ein wichtiges Merkmal sozialer Ungleichheit und eine Form der Diskriminierung von Frauen verstanden werden.
Weiterführende Ausführungen zum Thema der gleichstellungspolitischen Bedeutung von Erwerbsarbeit und Beruf sind im Original Frauen- und Gleichstellungsatlas, Seite 40 enthalten.
Methodische Hinweise
Die Gleichstellung der Geschlechter in der Erwerbsarbeit kann mit verschiedenen statistischen Indikatoren gemessen werden. Unbestritten ist beispielsweise, dass tiefere Frauenlöhne für gleiche oder gleichwertige Arbeit, höhere Erwerbslosenquoten der Frauen und die Untervertretung von Frauen in Führungspositionen auf eine Benachteiligung von Frauen im Erwerbsleben hinweisen. Andere Indikatoren werden bezüglich ihrer Bedeutung für die Gleichstellung kontrovers diskutiert. Dazu gehören alle Daten, welche einzig die quantitative Beteiligung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt messen. Zieht man beispielsweise die Erhöhung der Frauenerwerbsquoten als alleinigen Erfolgsmassstab für die Beurteilung der Entwicklung der Gleichstellung der Geschlechter heran, übersieht man oft, dass sich hinter dieser Entwicklung auch eine Zunahme von schlecht entlöhnten und unsicheren Arbeitsverhältnissen von Frauen verbergen kann. Gleich hohe Erwerbsquoten von Frauen und Männern sind deshalb eine zwar wichtige, jedoch keine hinreichende Bedingung für die Gleichstellung der Geschlechter im Erwerbsleben. Auch die Teilzeitarbeit muss unter einem gleichstellungspolitischen Gesichtspunkt zwiespältig beurteilt werden. Einerseits eröffnet diese grossmehrheitlich von Frauen ausgeübte Arbeitsform vielen Müttern (und Vätern) eine Möglichkeit, Beruf und Familie zu verbinden, andererseits wirkt sie sich eindeutig negativ auf das Einkommen, die beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten und die Leistungen der Sozialversicherung aus.
Aufbau des Kapitels Erwerbsarbeit und Beruf
Die regionalen Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der quantitativen Beteiligung der Frauen und Männer im Erwerbsleben ("Teilzeitbeschäftigung", "Vollzeitbeschäftigung" und "Beschäftigungsvolumen") bilden einen ersten inhaltlichen Schwerpunkt dieses Kapitels. Anschliessend werden die regionalen Gegebenheiten durch "harte" berufliche Gleichstellungsindikatoren wie "Frauen in Führungspositionen", "geschlechtsspezifische Lohnunterschiede" sowie "Erwerbslosigkeit" präsentiert. Das Kapitel schliesst mit einer Darstellung verschiedener Aspekte der geschlechtsspezifischen räumlichen Mobilität im Beruf.
Das erzielte Einkommen, die Art des ausgeübten Berufes und die berufliche Stellung bestimmen zu einem wesentlichen Teil den Lebensstandard, die materielle Sicherheit, das soziale Kontaktnetz und das Sozialprestige einer Person. Der Arbeitsmarkt ist deshalb - neben der Familie, dem Ausbildungssystem und dem Sozialstaat - eine zentrale Instanz für die Verteilung sozialer Privilegien und Benachteiligungen. Die nachfolgenden statistischen Auswertungen belegen jedoch klar, dass die Frauen auch heute noch schlechter ins Erwerbsleben integriert sind als die Männer. Auf der anderen Seite bilden die Frauen in der Kategorie der Nichterwerbspersonen und hier insbesondere in der Kategorie "Hausfrauen/Hausmänner" eine überwiegende Mehrheit und leisten den Hauptteil der im Privaten geleisteten unbezahlten Arbeiten (mehr dazu in den Kapiteln "Unbezahlte Arbeit" sowie "Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit"). Dieses unausgewogene Geschlechterverhältnis in den Bereichen der bezahlten und unbezahlten Arbeiten hat seinen Grund in erster Linie im in der Schweiz nach wie vor gesellschaftlich stark verankerten bürgerlichen Familienmodell mit einem Vollzeit erwerbstätigen Vater und einer nicht oder nur Teilzeit erwerbstätigen Mutter. Weil dies viele Frauen an der gleichberechtigten Teilhabe im Erwerbssystem hindert, kann diese bürgerliche, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung als ein wichtiges Merkmal sozialer Ungleichheit und eine Form der Diskriminierung von Frauen verstanden werden.
Weiterführende Ausführungen zum Thema der gleichstellungspolitischen Bedeutung von Erwerbsarbeit und Beruf sind im Original Frauen- und Gleichstellungsatlas, Seite 40 enthalten.
Methodische Hinweise
Die Gleichstellung der Geschlechter in der Erwerbsarbeit kann mit verschiedenen statistischen Indikatoren gemessen werden. Unbestritten ist beispielsweise, dass tiefere Frauenlöhne für gleiche oder gleichwertige Arbeit, höhere Erwerbslosenquoten der Frauen und die Untervertretung von Frauen in Führungspositionen auf eine Benachteiligung von Frauen im Erwerbsleben hinweisen. Andere Indikatoren werden bezüglich ihrer Bedeutung für die Gleichstellung kontrovers diskutiert. Dazu gehören alle Daten, welche einzig die quantitative Beteiligung der Frauen auf dem Arbeitsmarkt messen. Zieht man beispielsweise die Erhöhung der Frauenerwerbsquoten als alleinigen Erfolgsmassstab für die Beurteilung der Entwicklung der Gleichstellung der Geschlechter heran, übersieht man oft, dass sich hinter dieser Entwicklung auch eine Zunahme von schlecht entlöhnten und unsicheren Arbeitsverhältnissen von Frauen verbergen kann. Gleich hohe Erwerbsquoten von Frauen und Männern sind deshalb eine zwar wichtige, jedoch keine hinreichende Bedingung für die Gleichstellung der Geschlechter im Erwerbsleben. Auch die Teilzeitarbeit muss unter einem gleichstellungspolitischen Gesichtspunkt zwiespältig beurteilt werden. Einerseits eröffnet diese grossmehrheitlich von Frauen ausgeübte Arbeitsform vielen Müttern (und Vätern) eine Möglichkeit, Beruf und Familie zu verbinden, andererseits wirkt sie sich eindeutig negativ auf das Einkommen, die beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten und die Leistungen der Sozialversicherung aus.
Aufbau des Kapitels Erwerbsarbeit und Beruf
Die regionalen Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der quantitativen Beteiligung der Frauen und Männer im Erwerbsleben ("Teilzeitbeschäftigung", "Vollzeitbeschäftigung" und "Beschäftigungsvolumen") bilden einen ersten inhaltlichen Schwerpunkt dieses Kapitels. Anschliessend werden die regionalen Gegebenheiten durch "harte" berufliche Gleichstellungsindikatoren wie "Frauen in Führungspositionen", "geschlechtsspezifische Lohnunterschiede" sowie "Erwerbslosigkeit" präsentiert. Das Kapitel schliesst mit einer Darstellung verschiedener Aspekte der geschlechtsspezifischen räumlichen Mobilität im Beruf.
Zuletzt aktualisiert am: 29.01.2010
