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Statistik Schweiz

Atlas über das Leben nach 50

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Aus der Darstellung der Geburtenentwicklung auf diesen Karten in drei verschiedenen Varianten - Darstellung des prozentualen Frauenanteils mit zahlreicher Nachkommenschaft, Kleinfamilien und kinderlose Familien * - ist ersichtlich, dass seit den Babyboomjahren, als mindestens drei Kinder die Norm war, eine Verschiebung in Richtung Kleinfamilie stattgefunden hat. Aus der Karte ist ebenso der anhaltend hohe Anteil an Kinderlosigkeit ersichtlich.
Ein Vergleich der verschiedenen Frauengenerationen zeigt deutlich den Trend hin zur Kleinfamilie mit einem oder zwei Kindern. Über die Hälfte (56%) der im Jahr 2000 40- bis 49-jährigen Frauen hatten 1 - 2 Kinder, was bei den über 79-Jährigen nur in den Kantonen Genf, Waadt, Neuenburg, Basel, im südlichen Jura und in der Agglomeration Zürich der Fall war (sie waren also sozusagen die Vorläuferinnen dieser Entwicklung). Diese Familienform lässt sich zunehmend in der ganzen Schweiz beobachten und betrifft durchschnittlich über 40% der Frauen in allen Kantonen.
Trotz der zunehmenden, flächendeckenden Verbreitung der Kleinfamilie lassen sich grosse regionale Unterschiede bei den von dieser Norm stark abweichenden Familienformen feststellen: Regionen mit ausgeprägter Familiendichte und im Gegensatz dazu markant kinderfreie Regionen. Die Anzahl von Familien mit drei und mehr Kindern hat markant abgenommen. Während bei den über 64-Jährigen noch vier von zehn Frauen drei und mehr Kinder hatten, sind es bei den jüngeren Frauengenerationen noch weniger als ein Viertel. Obwohl die Anzahl der geburtenstarken Regionen abnimmt und der Grossfamilienanteil überall tief ist, ergeben sich bedeutende Unterschiede zwischen den beiden Extremen. Bei den jüngeren Generationen macht der Anteil der Frauen mit Grossfamilien in der Genfer- und Zürichseeregion sowie in grossen Teilen des Tessins unter 20% aus, während sich der gleiche Anteil in einigen Gebieten der Kantone Luzern (Entlebuch), Appenzell (Innerrhoden) und St. Gallen (Alttoggenburg) auf über 50% beläuft. Diese Gebiete verzeichnen auch die geringste Anzahl an Kleinfamilien. In den Städten Zürich, Genf, Basel und Lausanne sowie im Kanton Tessin und in einigen Gebieten des Waadtland und des Kantons Neuenburg waren die Grossfamilien bei den ältesten Generationen bereits besonders schwach vertreten.
Die These einer Polarisierung zwischen einer geburtenstarken Bevölkerung und eines Bevölkerungsanteils mit sehr geringer Geburtenhäufigkeit trifft in der Schweiz nur teilweise zu. Gewiss zeichnen sich einige Regionen durch einen anhaltend höheren Anteil an Grossfamilien aus, während im Gegensatz dazu der Anteil an kinderlosen Frauen in den städtischen Gebieten ständig zunimmt. Müssen gewisse Regionen als wenig geburtenstark bezeichnet werden und verzeichnen diese Regionen gleichzeitig eine geringe Anzahl an Grossfamilien sowie einen erhöhten Anteil an kinderlosen Frauen, so lassen sich daraus dennoch nicht überall Parallelen ziehen. Faktisch lässt sich eine Verlagerung der Kinderlosigkeit feststellen: So traf dies bisher auf spezifische Regionen zu, hauptsächlich gewisse Tessiner Täler (51% im Maggiatal), Appenzell Innerrhoden, Zug, Basel und Schwyz, und scheint nun zu einem Lebensgestaltungselement des Stadtlebens geworden zu sein (37% in der Stadt Zürich). Während bei den älteren Generationen Regionen mit Grossfamilien häufig auch von Kinderlosigkeit betroffen waren (auf den Karten rot-violett eingezeichnet), ist die Anzahl dieser Regionen bei den den 64-Jährigen und Jüngeren abnehmend, und Kinderlosigkeit tritt nun eher in Regionen mit Kleinfamilien auf (orange/gelb eingezeichnet).

  • * Die intensivsten Farben (in den drei Ecken) bedeuten, dass eine der drei Kategorien Extremwerte aufweist: z. B. rot = 30% oder mehr Frauen ohne Kinder (in einer Gemeinde, wo Gross- bzw. Kleinfamilien weniger als 50% bzw. 65% ausmachen.
Zuletzt aktualisiert am: 03.12.2010
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