Atlas über das Leben nach 50
Arbeit und Bildung
Autor: Philippe Wanner
In diesem Kapitel werden zwei sich ergänzende Aspekte behandelt, nämlich Bildung und Beschäftigung. Bei Personen in der zweiten Lebenshälfte, vor allem bei Frauen, spielt die Bildung im Rahmen ihrer beruflichen Eingliederung kurz vor der Pensionierung in der Tat eine Rolle.
Die 1990er-Jahre waren von einschneidenden Umstrukturierungen auf dem Arbeitsmarkt geprägt. Ältere Erwerbstätige waren teilweise gezwungen, ihren Eintritt in den Ruhestand freiwillig oder gezwungenermassen anders zu gestalten als ursprünglich vorgesehen. Mit zwanzigjähriger Verspätung auf das übrige Europa gewann die Frühpensionierung auch in der Schweiz an Terrain. Hauptsächlich Personen mit primärer und sekundärer Bildung und in weit geringerem Masse Erwerbstätige mit tertiärer Bildung gehören zu den Betroffenen. Gleichzeitig waren regional divergierende Erwerbsbeteiligungen vor Erreichen des Pensionsalters die Regel: So lag die Erwerbsbeteiligung bei den 50- bis 64-jährigen Männern zwischen 76% (Basel-Stadt, Tessin) und 90% (Zug) und bei den Frauen zwischen 47% (Tessin) und 72% (Zürich).
Die nach dem gesetzlichen Pensionsalter fortgesetzte Erwerbstätigkeit ist im 20. Jahrhundert massiv zurückgegangen. Seit 10 Jahren lässt sich eine Stabilisierung feststellen, was hauptsächlich auf die zunehmende Öffnung des Arbeitsmarktes für ältere Selbständigerwerbende zurückzuführen ist, die auch nach Pensionsantritt noch teilweise erwerbstätig sind. Die in diesem Kapitel erwähnten räumlichen Unterschiede lassen sich mit den berufsspezifischen Eigenheiten der Erwerbstätigen im Pensionsalter erklären.
Zuletzt aktualisiert am: 29.01.2010






