Räumliche Dynamik der Haushalte seit 1980Räumliche Dynamik der Haushalte seit 1980
Familien und Haushalte sind als Lebens- und Wohngemeinschaft, die kleinste soziale Einheit, in der sich Individuen zusammenfinden. Als „Ort“, an dem sich ein Grossteil des privaten Lebens abspielt, vereinen die Haushalte einen breiten Fächer von Aufgaben (wohnen, einkaufen, essen, schlafen usw.) und eignen sich zur Beschreibung der Gesellschaft, ihres Wandels und regionaler Unterschiede.
Die nachfolgenden Links auf das räumliche Informationssystem bieten regionale Tabellenabfragen, Gebietsvergleiche und interaktive Analysekarten zu Struktur und Entwicklung von Haushalten und Familien.
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- Rauminformationssystem

Familien und Haushalte: 1980, 1990, 2000
Innert 20 Jahren 41,7% Zuwachs der Haushalte in den ländlichen Gebieten
Zwischen 1980 und 2000 wuchs die Zahl der Haushalte in den ländlichen Gebieten um 41,7 % auf 767'000 Haushalte und in den städtischen Gebieten um 25,9% auf 1,943 Mio. Im gleichen Zeitraum nahm die Wohnbevölkerung nur halb so rasch zu: in den ländlichen Gebieten +19,4% und im städtischen Raum +12,8%. Neben der Bevölkerungsdynamik beeinflusst ein drastischer Strukturwandel die räumliche Entwicklung der Familien und Haushalte.
- Tabellenabfragen

Vergleich: städtisch – ländlich
In den 90er Jahren konzentrierte sich das Wachstum der Wohnbevölkerung und der Haushalte in den Agglomerationsgürteln, den angrenzenden ländlichen Gemeinden und den touristischen Gebieten. Während die grössten Zentren sowohl leichte Verluste hinnehmen mussten wuchs die Bevölkerung in den suburbanen Gemeinden um 143'000 Einwohner (+7,2%) und um 108'000 Haushalte (+13,3%). Im Vergleich zum Schweizdurchschnitt wiesen die periurbanen Gemeinden (+55'000 Haushalte; +22,7%), die ländlichen Gemeinden (+31'000; +20,2 %) und touristischen Gemeinden (+17'000; +19,4%) doppelt so hohe Zuwachsraten auf.
37,5% Einpersonenhaushalte in der Stadt – 34,8% Paare mit Kinder auf dem Land
Die Unterscheidung nach Haushaltstyp deckt im Jahr 2000 zusätzliche Gegensätze zwischen Stadt und Land auf:
- Einpersonenhaushalte: 37,4% (städtisch) – 28,5% (ländlich)
- Paare mit Kindern: 26,2% (städtisch) – 34,8% (ländlich)
- Paare ohne Kinder: 26,5% (städtisch) – 27,4% (ländlich)
- Einelternfamilien: 5,2% (städtisch) – 4,5% (ländlich)
Auch Veränderungen zwischen 1990 und 2000 zeigen deutliche regionale Unterschiede:
- Zwar nehmen die Individualhaushalte weiterhin auch im städtischen Raum weiter zu, aber die ländlichen Gebiete holen auf.
- Bei den Paarhaushalten ohne Kinder verzeichneten die städtischen Zentren leichte Verluste, während die ländlichen Gebiete einen Zuwachs von 19% aufwiesen.
- Die Zahl der Paarhaushalte mit Kindern war in den Zentren und inneren Agglomerationsgemeinden stark rückläufig, während die Gemeinden am äusseren Agglomerationsrand und in den angrenzenden, ländlichen Gebiete leichte Zunahmen verbucht haben.
- Tabellenabfragen

Veränderung der Haushalttypen in den städtischen und ländlichen Gebieten.
- Analysekarten

Privathaushalte nach Haushalttyp: Veränderungen
- Analysekarten

Privathaushalte nach Haushalttyp: Anzahl, Anteile
Trend zu kleinen Haushalten nicht mehr auf die Zentren beschränkt
Zwischen 1990 und 2000 stieg die Zahl der Privathaushalte um 274'000 Einheiten (+8,8%); gleichzeitig sank die mittlere Grösse von 2,33 auf 2,24 Personen/Haushalt. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Zunahme bzw. Verkleinerung: verlängertes Zusammenleben der Paare nach dem Auszug der Kinder, wachsende Zahl von geschieden oder getrennt Lebenden, Zunahme allein erziehender Elternteile, verwitweter, älterer Frauen etc.
Zwischen 1990 und 2000 stieg die Zahl Einpersonenhaushalte in den Gürtelgemeinden der Agglomerationen um +109'000 (+30,6%); sie überholten damit die Zentren, die nur noch einen Zuwachs von +35'000 Einheiten (+8,7%) aufwiesen. Mit einer Zunahme von +34,6% (+59'000 Einheiten) holen auch die ländlichen Gebieten auf. Der Trend auf individuelles Wohnen bleibt damit immer weniger auf die Zentren beschränkt. Markante Gewinne verzeichneten die Kantone Zug, Nidwalden, Schwyz; die Bezirke La Veveyse, Höfe, Goms, Muri (AG), Sense, Einsiedeln uam. verbuchten 10-Jahres-Zuwachsraten von über 50%.
Der Anstieg der Zweipersonenhaushalte war mit einem Gesamtzuwachs von 86'000 auf 986'000 Einheiten (+9,6%) bedeutend geringer. Die stärksten Zunahmen verzeichneten die mittelgrossen Gemeinden im Schweizer Mittelland und die Gemeinden mit weniger als 10'000 Einwohnern.
Die Zahl der Haushalte mit 3 und mehr Personen sank in den 90er Jahren gesamthaft um 1,3% (-13'000 Einheiten) gesunken, wobei die Gemeinden mit weniger als 5'000 Einwohnern noch Zunahmen verbuchten, während die grösseren Gemeinden einen Rückgang von 24'000 Einheiten hinnehmen mussten.
- Analysekarten

Privathaushalte nach Anzahl Personen: Veränderungen
- Analysekarten

Privathaushalte nach Anzahl Personen: Anzahl, Anteile
Die Veränderungen in der regionalen Verteilung und Struktur der Haushalte haben vielfältige Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft (regionale Wohnungsnachfrage, Wohnungsbau, Baubranche und Konsum).
