Volkszählung
Ab 2010 verzichtet die Schweiz auf die alle zehn Jahre landesweit durchgeführte Vollerhebung. Stattdessen wird die Volkszählung im Einjahresrhythmus als Registererhebung mit ergänzenden Stichprobenerhebungen durchgeführt und ausgewertet. Die Schweiz erhält damit ein modernes statistisches System, mit dem Struktur und Entwicklung der Bevölkerung und der Haushalte permanent beobachtet werden können.
Dieses neue System bringt für die Gemeinden und die Befragten eine deutliche Entlastung. Die Investitionen sind nachhaltig, und das System kann laufend angepasst werden. Beispielsweise können neue Informationsquellen aus Registern oder Stichprobenerhebungen integriert werden. Damit kann rasch neuen Bedürfnissen seitens der Datennutzer entsprochen werden.
Das System ist auf eine nachhaltige Investitionspolitik ausgerichtet und kann mit einem kostengünstigen Datenerhebungssystem ein Maximum an demografischen und sozioökonomischen Informationen zur Wohnbevölkerung in der Schweiz zur Verfügung stellen.
Das System umfasst vier Arten von Statistiken:
- Die Basisstatistiken beruhen auf den Einwohnerregistern der Gemeinden und Kantone, den wichtigsten Bundespersonenregistern sowie dem eidgenössischen Gebäude- und Wohnungsregister. Damit stehen grundlegende Informationen über die Bevölkerung, die Haushalte sowie zu Gebäuden und Wohnungen in räumlich kleinster Auflösung (auf kommunaler und infrakommunaler Stufe) zur Verfügung.
- Die Strukturstatistiken basieren auf einer jährlichen Stichprobenerhebung bei 200’000 Personen und liefern eine generelle Übersicht über die Bevölkerungsstruktur. Dabei werden Informationen erhoben, die in den Registern nicht vorhanden sind. Deren jährliche Verfügbarkeit erlaubt die Beobachtung wichtiger wirtschaftlicher und sozialer Veränderungen in der Bevölkerung. Zudem sind Analysen in einer räumlichen oder sozialen Tiefenschärfe möglich, die Resultate nicht nur für alle Kantone, sondern auch für Bevölkerungsgruppen, die rund 14’000 Personen umfassen, zur Verfügung stellen.
- Auch die thematischen Statistiken gehen aus Stichprobenerhebungen hervor. Dabei werden je nach Thema 10’000 – 40’000 Personen befragt. Die Themen alternieren in einem Fünfjahresrhythmus mit folgenden Schwerpunkten: „Mobilität und Verkehr“, „Aus- und Weiterbildung“, „Gesundheit“, „Familien und Generationen“ sowie „Sprache, Religion und Kultur“.
- Um auf aktuelle politische, aber auch wissenschaftliche Fragestellungen reagieren zu können, ist schliesslich eine wechselnde Mehrthemenbefragung (Omnibus) bei rund 3’000 Personen vorgesehen.
Das Bundesgesetz über die eidgenössische Volkszählung ist am 1. Januar 2008 in Kraft getreten.
Mit dieser Neuorientierung wird die Volkszählung zum Rückgrat eines neuen Gesamtsystems für Haushalts- und Personenstatistiken. Sie ist künftig Teil eines Systems, das die systematische Verwendung von Daten aus bestehenden Verwaltungsregistern und Stichprobenerhebungen bei Personen und Haushalten miteinander kombiniert. Die verschiedenen Erhebungen werden inhaltlich, methodisch und organisatorisch miteinander verbunden und aufeinander abgestimmt. Gerade in einem längeren Betrachtungshorizont ergibt das Gesamtsystem einen Mehrwert, der über die Summe seiner Einzelteile hinausreicht. Erwähnenswert sind hier vor allem die Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE), die Haushaltsbudgeterhebung (HABE) und die Erhebung der Einkommen und Lebensbedingungen (SILC: Statistics on Income and Living Conditions), die das Gesamtsystem vervollständigen.
Kontakt: Markus Schwyn, Tel. 032 713 67 02
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