Es ist der Initiative von Bundesrat Stefano Franscini (1796-1857) zu verdanken, dass in der Schweiz seit 1850 alle 10 Jahre eine Volkszählung stattfindet. Die erste Volkszählung führte Franscini noch höchst persönlich durch. Als die ersten Rohdaten gesammelt waren machten Parlament und Bundesrat einen finanziellen Rückzieher. Weil ihm nun das Geld fehlte, wertete Franscini die Zahlen kurzerhand selber aus. Sein privater Sekretär half ihm beim Addieren. Dank der Weitsicht von Bundesrat Franscini verfügt die Schweiz heute über ein kollektives Gedächtnis, welches die räumliche, soziale und wirtschaftliche Entwicklung des schweizerischen Bundesstaates in den letzten 150 Jahren dokumentiert.
Die letzten Vollerhebungen dieser Art waren Gegenstand zahlreicher inner- und ausserparlamentarischer Vorstösse, weil sich viele Gemeinden, Städte und Kantone über die grosse Mehrarbeit beklagten. Daraufhin erhielt der Bundesrat den Auftrag, die notwendigen verfassungsmässigen und gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, damit die Volkszählung im Jahr 2010 auf der Basis harmonisierter Register durchgeführt werden könne. Das neue System wird künftig aktuellere und thematisch differenziertere Daten hervorbringen, dies bei deutlich tieferen Kosten und in viel kürzeren Zeitintervallen.
Die Pionierarbeit von Bundesrat Stefano Franscini wird also mit den Methoden des 21. Jahrhunderts fortgesetzt. So erhalten die Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, aber auch die breite Öffentlichkeit laufend und aktuell Informationen über Zustand und Entwicklung der modernen Schweiz.
Was ist die öffentliche Statistik? Zur GeschichteStefano Franscini
Statistik hat in der Schweiz Tradition. Im ersten Bundesrat von 1848 war sie in der Person des Tessiner Bundesrates Stefano Franscini engagiert vertreten. Franscini hatte früh die Bedeutung statistischer Analyse in der (politischen) Auseinandersetzung erkannt und sie als Instrument für die Förderung seines Heimatkantones Tessin betrieben. Bereits 1827 verfasste er ein Standardwerk zur Statistik der Schweiz, die «Statistica della Svizzera».
Franscini förderte die Gründung des nationalen Statistikamtes - des Eidg. Statistischen Büros (heute Bundesamt für Statistik BFS). Es wurde 1860 gegründet, 3 Jahre nach seinem Tod.
Franscini förderte die Gründung des nationalen Statistikamtes - des Eidg. Statistischen Büros (heute Bundesamt für Statistik BFS). Es wurde 1860 gegründet, 3 Jahre nach seinem Tod.
Zuletzt aktualisiert am: 29.01.2010

